"Wir haben Angst, auf die Straße zu gehen", sagte Florian Droth, Anwohner der Oskar-von-Miller-Straße, wo ein Raser einen tödlichen Unfall verschuldet hat. Der HR filmte vorgestern im Ortsbeirat 4 für eine Dokumentation zum aufwühlenden Thema.
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"Wir haben Angst, auf die Straße zu gehen", sagte Florian Droth, Anwohner der Oskar-von-Miller-Straße, wo ein Raser einen tödlichen Unfall verschuldet hat. Der HR filmte vorgestern im Ortsbeirat 4 für eine Dokumentation zum aufwühlenden Thema.

Zwei Tote und einen Schwerverletzten

Nach tödlichem Raser-Unfall in Frankfurt: Bürger und Politiker fordern Tempolimit und mehr Blitzer

  • vonKatja Sturm
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Noch immer sitzt der Schock über den SUV-Unfall im Frankfurter Ostend tief. Im Ortsbeirat waren sich alle einig: Die Raser müssen gebremst werden. Der HR filmte für eine Dokumentation.

Frankfurt - Das Aufgebot an Medienvertretern bei den monatlichen Sitzungen eines Frankfurter Stadtteilparlaments ist gemeinhin sehr überschaubar. Am Dienstagabend, als der Ortsbeirat 4 (Bornheim, Ostend) im Zoogesellschaftshaus tagte, tauchte sogar ein Kamerateam des Hessischen Rundfunks auf, um die Parteienvertreter aufzunehmen.

Anlass dafür war das im Zentrum der Zusammenkunft stehende Thema: Nach dem von einem Raser verursachten schweren Verkehrsunfall am 21. November in der Oskar-von-Miller-Straße im Ostend, bei dem es zwei Tote und einen Schwerverletzten gab, sollte ein Antrag zur Verkehrssicherheit an dieser Stelle abgesegnet werden. Das Fernsehen dreht über das Ereignis, das weit über die Grenzen der Stadt hinaus für Entsetzen sorgte, und Raserei in Deutschland allgemein eine Dokumentation und fing dafür Bilder ein.

Tödlicher SUV-Unfall in Frankfurt: "Wir sind alle sehr traumatisiert"

Grundsätzlich war man sich in der Sache einig: SPD, Grüne, CDU, FDP, "die Frankfurter" und Ökolinx hatten sich für eine Vorlage zusammengeschlossen, die der Stadtverordnetenversammlung dringend nahelegt, auf der Sonnemann- und der Oskar-von-Miller-Straße von 6 bis 22 Uhr Tempo 40 und von 22 bis 6 Uhr Tempo 30 anzuordnen. Die Einhaltung dieser Geschwindigkeitsbegrenzungen soll in Höhe der VHS und der Musikhochschule sowie an der Einmündung Howaldtstraße jeweils in beiden Fahrtrichtungen von stationären Blitzern überwacht werden. Der Antrag wurde einstimmig verabschiedet. Dennoch gab es dazu zahlreiche Redebeiträge.

In der Bürgerfragestunde vermeldete Anwohner Florian Droth mittlerweile 5766 Unterschriften unter seine Petition für ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern an der besagten Stelle. "Wir sind alle sehr traumatisiert und haben Angst, auf die Straße zu gehen", erklärte Droth.

Frankfurt: Konsequenzen nach SUV-Unfall im Ostend gefordert

"Sie rennen offene Türen ein", erwiderte Bodo Pfaff-Greiffenhagen (CDU). Man werde alles dafür tun, dass das Vorhaben in der nächsten Wahlperiode weiterverfolgt werde. Nach Einrichtung des Tempolimits müsse nicht nur dieses "engmaschig kontrolliert" werden. "Es muss auch empfindliche Strafen geben." Wer so fahre wie der Unfallverursacher, "macht das aus niederen Beweggründen". Fahrzeuge sollten in solchen Fällen eingezogen, Haftstrafen verhängt werden.

"Es ist ein Phänomen, dass das Rasen sich von der Autobahn in die Innenstadt verlagert hat", sagte Martin Ried von den Grünen. Nur Schilder aufzustellen, werde nicht reichen, um solche Vorkommnisse zu verhindern. Im Dunkeln sehe man die nicht; ein "Leuchten" habe dagegen Wirkung. "Es wäre ein Politikversagen, wenn es dort noch einmal Verletzte oder Tote geben würde."

Darius Shafiei von der SPD ergänzte, dass sich das Problem nicht auf diesen einen Straßenbereich beschränke. Die Raserei fange am Ratsweg an und ziehe sich über die Hanauer Landstraße. Die Fahrer "sammeln sich im Ostend an einer Tankstelle" und legten von dort aus los. "Wenn nicht dort Blitzer notwendig sein sollten, wüsste ich nicht, wo sonst."

Raser-Unfall im Frankfurter Ostend: Linke wollen Baumaßnahmen

Volker Marx von den Linken erklärte, dass Geschwindigkeitskontrollen den Unfall nicht verhindert hätten. "Bauliche Maßnahmen" seien nötig. Schmalere Straßen etwa, die nicht dazu verleiten, "so schnell in die Kurve zu fahren" wie die breiten und doppelspurigen Einfahrtsstraßen.

Die Kinderbeauftragte Daniela Wehrstein berichtete von einem Brief der Eltern der nahe gelegenen Uhlandschule unter anderem an den Verkehrsdezernenten Klaus Oesterling (SPD) zur Verkehrssicherheit.

"Ob 30 oder 40" - es gehe darum, das Auto im Griff zu haben, betonte Peter Thoma von der FDP. Der Vorschlag von Peter Schmidt (dFfm), den Antrag auf den Straßenabschnitt zum Literaturhaus zu erweitern und einen dritten Blitzer aufzustellen, wurde nicht berücksichtigt. Hinter der Anlage ist der Ortsbeirat 1 zuständig. (Katja Sturm)

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