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Der Alte Kirchplatz an der Straße Alt-Harheim wurde aus Anlass der 1200-Jahr-Feier des Stadtteils 1986 eingeweiht. Gerne genutzt wird er seitdem für den Weihnachtsmarkt und anderen Feiern. Der Entwurf ist von Architekt Carsten Henze. Foto: Leonhard Hamerski

Harheim: Stadtgestaltung

Bürger vermissen Bäume und Sitzplätze

  • vonAnne-Rose Dostalek
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Der Alte Kirchplatz soll schöner werden. Ortsbeirat will Begehung mit Ämtern.

Auf dem Alten Kirchplatz in Harheim werden Feste gefeiert (außer, ein Virus bringt fast alles zum Erliegen), eilen Menschen zum Bürgeramt oder lassen sich für eine Pause auf einer Sitzbank nieder. Manchmal kicken ein paar Kinder Fußball, aber viel ist dort normalerweise nicht los.

Als Mittelpunkt von Harheim gilt der Alte Kirchplatz dennoch, weil sich hier ein Stück Ortsgeschichte manifestiert. Denn im roten Steinpflaster ist der Grundriss der 1936/1937 abgerissenen St. Jakobus-Barockkirche eingelassen und ein Stück weiter erinnert die Bronzeskulptur des Apostel Jakobus mit Wanderstab, Tasche und Jakobsmuschel des Künstlers Reiner Uhl an die kirchliche Tradition. Vor 35 Jahren wurde der Platz anlässlich der 1200-Jahr-Feier Harheims nach langen Diskussionen und einem Wettbewerb mit mehreren Entwürfen als Platzensemble so gestaltet; mit Sichtachsen und historischen Bezügen.

Doch jetzt ist der Platz in den Augen vieler Harheimer doch ein wenig in die Jahre gekommen, was auch dem Ortsbeirat nicht verborgen geblieben ist. Zwei Anträge von SPD und CDU liegen vor - mit einer Mängelliste und einem Sanierungskonzept. Doch die Meinungen darüber, was geschehen soll, gehen bislang auseinander.

Eine "komplette Umgestaltung" wünscht sich die SPD in ihrem Antrag, der aber ebenso wie der CDU-Antrag zurückgestellt wurde, um Zeit für eine Ortsbegehung mit den städtischen Ämtern zu haben. "Der tiefergelegte Grundriss der Alten Harheimer Kirche schafft mehr Probleme, als dass er als Sehenswürdigkeit aufgefasst wird", findet Wolfgang Menges, Fraktionsvorsitzender der SPD.

Auch eine Teilentsiegelung des Platzes, der durch das Absterben der Bäume zur "Betonwüste" geworden sei, kann sich die SPD-Fraktion vorstellen. Neue Bäume in Zusammenspiel mit Sitzmöglichkeiten und einer Einbindung von Gastronomie könnten den Platz wieder zu einem Wohlfühlort für die Bürger machen, so die Idee. Mittel für die Umgestaltung des Platzes gebe es über das Programm "Schöneres Frankfurt".

"Eine komplette Umgestaltung kommt für uns nicht in Frage", heißt es dagegen von Stefan Quirin, Fraktionsvorsitzender der CDU. Der Platz sei erst 1986 mit großer Zustimmung der Harheimer eingeweiht worden. In erster Linie sollten jetzt die Mängel behoben werden, die durch jahrelange Vernachlässigung entstanden seien. Der Brunnen mit seinen drei Becken aus rotem Sandstein müsse fachmännisch von Flechten und Kalkresten befreit werden. Sinnvoll sei überdies eine neue Brunnentechnik, damit das Wasser wieder zuverlässig sprudele. "Die Ausfälle werden von Jahr zu Jahr größer", erklärt Quirin. Generell bedürfe der gesamte gepflasterte Platz und auch der Kirchengrundriss mit Umrandung einer Reinigung. Bäume müssten nachgepflanzt werden, um wieder eine Abgrenzung zur Straße und der Häuserreihe herzustellen.

Das Vorpreschen der SPD in Richtung grundlegende Umgestaltung hat derweil Dagmar Wendler vom Kulturverein Harheim in Harnisch gebracht. In der jüngsten Bürgerfragestunde des Ortsbeirates plädierte sie nachdrücklich dafür, "Harheims weitgehend bejahte Platzgestaltung mit Würdigung der langen kirchlichen Tradition nicht der Beliebigkeit anheim zu geben".

Vorstellen kann sie sich jedoch eine Möblierung und Belebung des Platzes durch weitere Sitzbänke und ein einzufügendes Schachbrettmuster. Die anstehende Brunnenreparatur sei wegen der Corona-Panddemie bislang unterblieben.

"Wir sind gesprächsbereit", sagt Menges, und wartet auf den Ortstermin mit den städtischen Ämtern, um die Möglichkeiten einer Platzsanierung auszuloten. "Denn ein technisches Problem sind die Stromkabel, die unter den auch zu klein geratenen Pflanzflächen für die Bäume liegen." In erster Linie gehe es um die Neubepflanzung mit Bäumen "und dass der Platz besser von den Bürgern angenommen wird".

Das sieht auch Helmut Seuffert von den Grünen so: "Da brauchen wir eine Lösung". Denn gerade die Bäume seien ja ein Teil der ursprünglichen Platzgestaltung gewesen - und daran solle man festhalten. Anne-Rose Dostalek

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