Auf Bilder wie diese mussten Frankfurter dieses Jahr an Silvester verzichten. Coronabedingt fiel das Feuerwerk aus. Warum nicht immer so, fragen sich einige Frankfurter, und haben eine Petition für generelles Böllerverbot zum Jahreswechsel in Frankfurt gestartet.
+
Auf Bilder wie diese mussten Frankfurter dieses Jahr an Silvester verzichten. Coronabedingt fiel das Feuerwerk aus. Warum nicht immer so, fragen sich einige Frankfurter, und haben eine Petition für generelles Böllerverbot zum Jahreswechsel in Frankfurt gestartet.

Petition in Frankfurt

Bürger wünschen sich Ende der Böllerei

  • vonSylvia Amanda Menzdorf
    schließen

Auf dem Bürgerbeteiligungsportal wird ein Verbot des Silvesterfeuerwerks angeregt.

Frankfurt -Kaum eine Corona-Beschränkung hat so viel Zustimmung gefunden wie das Böller-Verbot zu Silvester. Nun wünschen sich etliche Frankfurter, dass dauerhaft Schluss ist damit, das neue Jahr mit Knall und Rauch, mit Peng und Zisch zu begrüßen. Mit einer am 27. Januar gestarteten Petition auf dem Bürgerbeteiligungsportal "Frankfurt fragt mich" (https://www.ffm.de/frankfurt/de/ideaPtf/45035/single/1668) treten sie ein für ein dauerhaftes Verbot der Silvesterböllerei. 94 Unterstützer hat die Idee bereits gefunden. Damit städtische Gremien sich mit diesem Anliegen beschäftigen, muss die Mindestzahl von 200 Unterstützern erreicht werden. Dafür bleiben nun noch 48 Tage Zeit.

"Man hat gesehen: Es geht auch ohne", so der Antragsteller. "Es gibt keinen vernünftigen Grund mehr für private Böllerei an Silvester. Für Umwelt, Menschen und Tiere hätte es nur positive Auswirkungen. Man fragt sich, warum Politiker sich damit so sehr schwertun." Und richtet gleich konkrete Fragen an den Gesundheitsdezernenten: Kann man die Verletzungen an Silvester durch Feuerwerk rechtfertigen? Allein 500 Augenverletzungen weniger seien zum zurückliegenden Jahreswechsel zu verzeichnen gewesen. "Von Verbrennungen und Verstümmelungen ganz zu schweigen."

Auch die Umweltdezernentin spricht der Antragsteller direkt an: "Kann man aus Umweltsicht das Feuerwerk an Silvester rechtfertigen? Es werden so viele Bemühungen gemacht, den Feinstaub in Frankfurt zu senken und dann haut man an einem Tag so viel raus wie der Verkehr in zwei Monaten."

Das Umweltbundesamt habe bekannt gegeben, dass jedes Jahr ungefähr 4.500 Tonnen Feinstaub an Silvester entstünden. Im Straßenverkehr brauchten alle Autos und Lkw in Deutschland etwa zwei Monate, um so eine große Menge Feinstaub freizusetzen. Zudem sei der Krach, der durch Feuerwerk entstehe, für Wild-und Haustiere unerträglich.

An den Sicherheitsdezernenten adressiert ist die Frage, ob durch Silvester-Feuerwerk verursachte Brände zu rechtfertigen seien. Ein anonymer Unterstützer, der sich als "beruflich und ehrenamtlich in der Feuerwehr aktiv" vorstellt, bestätigt, dass er dank Böllerverbot zum ersten Mal "ein entspanntes Silvester" erlebt habe.

Ein anderer Befürworter sieht "viele positive Effekte wie weniger Verletzungen, Brände, Müll, Feinstaub, Lärm, die den negativen Punkt, dass Leute nicht böllern dürfen, überwiegen."

"Schutz für Tiere und Umwelt und keine Belastung des Gesundheitssystems", findet ein weiterer Unterstützer wichtig.

Die Stadt Frankfurt hatte, um das Ansteckungsrisiko zu verringern, Ende Dezember für viele Bereiche im Stadtgebiet ein Verbot für das Abbrennen von Feuerwerkskörpern in der Silvesternacht ausgesprochen. Frankfurt hatte zu jenem Zeitpunkt eine Inzidenz von knapp 160 und schon seit einiger Zeit die fünfte Stufe des Präventions- und Eskalationskonzepts des Landes Hessen erreicht.

Deshalb sollte alles getan werden, um das Zusammentreffen großer Personengruppen zu verhindern. Obwohl am Ende dieses Jahres die Pandemie weitgehend gebannt sein könnte, unter anderem, weil dann bereits ein nennenswerter Teil der Bevölkerung geimpft sein wird, soll das Silvesterböller-Verbot unbedingt bleiben, finden einige Frankfurter.

Sylvia A. Menzdorf

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare