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Rainer Frey mit einer der Unterschriftenlisten der Bürgerinitiative Riederwald vor der Sparkassenfiliale an der Schäfflestraße, gegen deren Schließung die BI protestiert.

Riederwald

Bürgerinitiative will Sparkassen-Filiale in der Schäfflestraße erhalten

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Seit bekannt ist, dass die Frankfurter Sparkasse ihre Filiale an der Schäfflestraße schließen soll, beschweren sich viele Kunden der Bank darüber. In einigen Geschäften liegen nun Unterschriftenlisten aus, um zu versuchen, die Schließung doch noch zu verhindern.

Im Riederwald, sagt Rainer Frey, Sprecher der Bürgerinitiative Riederwald (BIR), gebe es „so ein Grundrauschen“, wenn die Menschen über die Situation im Stadtteil sprechen. Es gibt wenige Einkaufsmöglichkeiten, die Baustelle in der Schäfflestraße erschwert das Fortkommen, der Fortbestand der Kinder- und Jugendbibliothek „Leseratte“ war gefährdet, der Bau des Riederwaldtunnels drohe Dreck und Lärm zu bringen – und am 31. Juli schließe auch noch die Sparkasse. „Das Gefühl, der Riederwald wird abgehängt, verstärkt sich immer mehr“, sagt Frey.

Bis zum kommenden Sonntag sammelt die BIR nun Unterschriften gegen die Schließung der Sparkassen-Filiale, um sie am kommenden Montag dem Ortsbeirat zu überreichen. „Vor allem ältere Riederwälder, die nicht so einfach nach Bornheim oder ins Hessen-Center fahren können, trifft die Schließung hart“, sagt Frey. Auf Unverständnis stoße dies auch, weil die Menschen den Eindruck hätten, die Filiale sei gut besucht. „Oft bilden sich an den Schaltern Warteschlangen.“

Beim Straßenfest am vergangenen Wochenende hätten die meisten Besucher für den Erhalt der Filiale unterschrieben. „Wir fordern die Frankfurter Politik und die Gesellschafter der Bank auf, sich für den Erhalt der Sparkasse stark zu machen“, heißt es im zur Sammelaktion gehörenden Anschreiben. „Wir hoffen, die Leitung der Sparkasse doch noch umzustimmen“, sagt Rainer Frey.

Der Verlust der Filiale erschwere den Alltag der Riederwälder sehr. „In Nachbarstadtteile zu fahren kostet Zeit und Geld“, sagt Frey. Dabei gehe es nicht nur um die Sparkasse, sondern auch ums Einkaufen, den Besuch der Stadtbücherei oder das Erledigen anderer Dinge. Sorgen bereite vielen das Gerücht, die Konten würden künftig von der Filiale in Alt-Fechenheim geführt. „Der Weg dorthin ist beschwerlich. Weder kommt man angesichts des dichten Verkehrs gut mit dem Auto dorthin noch wegen der schlechten Anbindung mit dem öffentlichen Nahverkehr.“ Ihrem selbst gesteckten sozialen Ansprüchen werde die Sparkasse mit der Schließung nicht gerecht.

Sparkassen-Sprecherin Julia Droege-Knaup versucht, die Bedenken der Riederwälder zu zerstreuen. Zum einen sei die Sparkasse im Gespräch, einen Geldautomaten und einen Kontoauszugsdrucker im Riederwald aufzustellen. Zum anderen eröffne am 1. August, also am Tag nach der Schließung im Riederwald, die neue Filiale im nahe gelegenen Hessen-Center mit mindestens drei Mitarbeitern. Dorthin und in jede andere Filiale könnten sich die Kunden künftig wenden, egal wo ihre Konten formal geführt würden.

Droege-Knaup verweist zudem darauf, dass die Frankfurter Sparkasse von allen Banken immer noch das dichteste Filialnetz Frankfurts habe. Die Schließung einer Filiale sei immer ein schwieriger Spagat zwischen Kostenersparnis und Kundenservice. „Wir wollen keine Kunden verärgern und versuchen, möglichst flächendeckend präsent zu sein. Aber das können wir nicht überall um jeden Preis tun.“

Unterschriftenlisten liegen aus

In vielen Riederwälder Geschäften hat die BIR ihre Unterschriftenlisten ausgelegt. Wer sie sich ausdrucken möchte, findet sie als .pdf-Datei unter im Internet. Auf der Tagesordnung des Ortsbeirats 11, der am Montag, 14. Mai, ab 19.30 Uhr im katholischen Gemeindesaal, Schäfflestraße 19, tagt, stehen zwei Anträge von SPD und Linken, die sich mit der Filialschließung befassen.

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