Die erleuchteten Bürofenster in Frankfurts Skyline sind der sichtbarste Indikator für den Büro-Markt der Stadt. So viele Lichter wie auf diesem Foto von 2018 sieht man zurzeit noch nicht in den Abendstunden brennen. Noch sind viele Angestellte im Home-Office, halten sich potenzielle Neumieter zurück.
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Die erleuchteten Bürofenster in Frankfurts Skyline sind der sichtbarste Indikator für den Büro-Markt der Stadt. So viele Lichter wie auf diesem Foto von 2018 sieht man zurzeit noch nicht in den Abendstunden brennen. Noch sind viele Angestellte im Home-Office, halten sich potenzielle Neumieter zurück.

Lichtblick in Frankfurt

Büro-Markt belebt sich wieder

  • Thomas Remlein
    VonThomas Remlein
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Flächenumsatz steigt, liegt aber noch unter dem Vorkrisenniveau.

Frankfurt -Raus aus dem Home-Office, zurück ins Büro? Darauf lassen aktuelle Zahlen der Immobilienmakler von Aengevelt schließen. Demnach erzielte der Frankfurter Büromarkt in den ersten drei Quartalen des Jahres 2021 einen Büroflächenumsatz von rund 264 000 Quadratmetern. Eine ähnliche Zahl liefert BNP Paribas Real Estate. "Im bundesweiten Vergleich belegt die Bankenmetropole mit diesem Ergebnis Platz vier und gehört gemeinsam mit Hamburg und Köln zu den Standorten, die den Umsatz im Vorjahresvergleich am stärksten steigern konnten", sagt Riza Demirci, der Frankfurter Niederlassungsleiter der BNP Paribas Real Estate GmbH.

Makler sehen Zeichen für Normalisierung

Gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet dies eine deutliche Steigerung um 24 Prozent. Dennoch ist das Vorkrisenniveau noch lange nicht erreicht. Denn im Vergleich zum Dekadenmittel von 2011 bis 2020 steht immer noch ein Minus von 20 Prozent beim Flächenumsatz, so die Aengevelt-Experten.

Die Aufwärtsbewegung im Büromarktgeschehen zeigt sich auch in der Quartalsbetrachtung: Lag der Büroflächenumsatz im ersten Quartal 2021 in Frankfurt bei rund 74 000 Quadratmetern (im Vorjahresquartal waren es rund 65 000 Quadratmeter), zog er im zweiten Quartal auf knapp 96 000 Quadratmeter an (Vorjahresquartal: rund 50 000 Quadratmeter).

Für das Gesamtjahr 2021 prognostiziert Aengevelt für Frankfurt einen Büroflächenumsatz von etwa 385 000 Quadratmeter. Das wäre ein Anstieg um etwa 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert (2020: etwa 333 000 Quadratmeter). Aber auch dieses Ergebnis liegt immer noch etwa 100 000 Quadratmeter oder 21 Prozent unter dem Zehn-Jahres-Mittel (Durchschnitt von 2011 bis 2020: 487 000 Quadratmeter pro Jahr).

Viktor Muthesius von Aengevelt Frankfurt sagt dazu: "Der positive Trend des Frankfurter Büromarktes aus dem ersten Halbjahr wurde im dritten Quartal bestätigt. Vor dem Hintergrund der Coronapandemie kann dies als Indiz für die Normalisierung und Erholung des Marktgeschehens gedeutet werden. " Gleichwohl erhöht sich der Studie zufolge die Angebotsreserve weiterhin. Im ersten Halbjahr 2020 stieg sie zunächst auf 763 000 Quadratmeter und wuchs bis zum Ende 2020 auf gut 810 000 Quadratmeter an, was einer Leerstandsquote von sieben Prozent entsprach.

Im dritten Quartal 2021 wuchs der Angebotssockel nochmals auf 934 000 Quadratmeter. Damit erhöhte sich die Leerstandsquote auf 8,1 Prozent. BNP Paribas Real Estate beziffert die Leerstandsquote sogar auf 8,3 Prozent. Die Spitzenmiete für Frankfurt beziffert Aengevelt mit 46 Euro pro Quadratmeter, BNP Paribas Real Estate mit 47 Euro. Die Durchschnittsmiete hat laut BNP Paribas im Laufe des Jahres um gut zwei Prozent auf 21,20 Euro pro Quadratmeter angezogen.

Noch nimmt auch der Leerstand zu

"Die in den ersten neun Monaten zu beobachtende Nachfragebelebung dürfte sich auch im letzten Quartal fortsetzen, wobei die Geschwindigkeit der gesamtwirtschaftlichen Erholung großen Einfluss haben wird", vermutet Demirci. Aus heutiger Sicht erscheine ein Jahresumsatz im Bereich um die 450 000 Quadratmeter und damit deutlich über dem Vorjahresergebnis als das wahrscheinlichste Szenario. Gleichzeitig sei aber auch von einem weiteren moderaten Leerstandsanstieg auszugehen. Vor diesem Hintergrund sollten sich die aktuell erreichten Mietpreisniveaus im weiteren Jahresverlauf stabil zeigen. Auch Viktor Muthesius von Aengevelt geht "nicht von einem rückläufigen Mietniveau" aus. Makler sind eben immer optimistisch. Die Hoffnung der Kunden auf fallende Preise verdürbe das Geschäft. Thomas Remlein

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