Frankfurt-Niederrad

Bürokomplex wird abgerissen

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In der Bürostadt sollen noch in diesem Jahr an einem weiteren Standort die Bagger rollen. Positive Erfahrungen der vergangenen Jahre haben den Ausschlag für ein Neubauprojekt gegeben. Das soll 140 neue Wohnungen in dem Quartier bringen, welches sich im Umbruch befindet.

Das Pionierprojekt „Lyoner Straße 19“ bekommt Gesellschaft. Noch in diesem Jahr will die von der Gesellschaft Catella geführte „Living Lyon GmbH“ damit beginnen, ein seit mehreren Jahren leerstehendes Bürogebäude direkt neben dem Wohnturm in der Bürostadt abzureißen. Entstehen soll dann an diesem Platz ein neues Ensemble mit insgesamt 240 Wohnungen.

Geplant sind vorwiegend Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen für eine breite Nutzerschicht. Konkrete Mietpreise gibt es zwar noch nicht, aber die Wohnungen sollen für Normalverdiener erschwinglich sein, erklärt Klaus Franken von der Catella GmbH. „Wir wollen dort keine Eigentumswohnungen bauen, sondern die große Nachfrage des Mittelstandes nutzen, um auch noch in 20 Jahren Mieter zu finden“, sagt Franken. Insofern verfolge seine Gesellschaft mit dem Neubau eine langfristige Strategie. „Solche Wohnungen braucht der Markt und nicht noch mehr Eigentumswohnungen und Luxuswohnungen“, sagt der Firmenchef.

Zu sehen sei das Neubauprojekt als Ergänzung zum Wohnturm „Lyoner Straße 19“. Der war 2010 das erste Umnutzungsprojekt in der Bürostadt. Die soll sich durch die Revitalisierung alter Büroflächen, vor allem aber den Umbau von Büros zu Wohnungen oder den Bau neuer Gebäude, von der monostrukturell genutzten Büro-Wüste der vergangenen Jahre zu einem interessanten Wohnquartier entwickeln. „2010 war es noch eine Pioniertat, aus einem Büroturm modernes Wohnen entstehen zu lassen. Seither gibt es zwei erfreuliche Entwicklungen: Die erfolgreiche Umwandlung von Büros in Wohnungen findet immer häufiger statt. Und es gibt heute eine Reihe von Wohnungsbauprojekten in der Bürostadt Niederrad“, sagt Bürgermeister und Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne).

Im Wohnturm an der Lyoner Straße gibt es bereits 100 Wohnungen, die meisten davon sind auch vermietet. „Uns hat die mehrjährige und positive Vermietungserfahrung in der Lyoner Straße 19 überzeugt, und deshalb ist unser Neubauprojekt als ideale Ergänzung des erfolgreichen Bestandes zu sehen“, zeigt sich Klaus Franken überzeugt von Standort und Projekt. Für die 140 neuen Wohnungen auf 10 000 Quadratmetern Wohnfläche in direkter Nachbarschaft zum Turm investiert die Catella am Standort rund 30 bis 40 Millionen Euro, inklusive des Kaufpreises für das Grundstück. Insgesamt soll das Wohnensemble einen Immobilienwert von 60 Millionen Euro haben.

Auch wenn es noch keine Visualisierungen des Neubauprojektes gibt, eines ist schon jetzt klar: Einen neuen Turm plant die Catella nicht. Und das aus gutem Grund. „Ein Hochhaus wird es nicht. Das würde nämlich durch höhere Baukosten auch höhere Mieten bedeuten“, sagt Franken. Mit dem Abriss des Bestandsgebäudes soll es jedenfalls so schnell wie möglich losgehen. „Wir wollen in Absprache mit der Stadt möglichst viele Planungsschritte parallel laufenlassen um Zeit zu sparen.“

Das geplante Neubauprojekt der Catella soll den Wohnungsmix in der Bürostadt auf breitere Beine stellen. „Durch die zunehmend attraktivere Nutzungsmischung wird das Lyoner Viertel nun immer interessanter für breite Teile der Bevölkerung, die nach und nach die Vorteile dieses innenstadtnahen Standortes entdecken“, glaubt Planungsdezernent Cunitz.

Das Neubauprojekt der Catella ist nicht das einzige Bauvorhaben, das in diesem Jahr in der Bürostadt starten soll. Wenige hundert Meter weiter will etwa die PDI-Gruppe aus Düsseldorf noch in diesem Jahr damit beginnen, 500 neue Wohnungen auf dem Gelände der ehemaligen Woolworthzentrale zu realisieren. Zudem baut die städtische Gesellschaft ABG gleich an mehreren Standorten in der Bürostadt. Mit weiteren möglichen Investoren führt die Stadt Gespräche.

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