Im künftigen Bundestag könnten so viele Frankfurter sitzen wie lange nicht. FOTO: dpa
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Im künftigen Bundestag könnten so viele Frankfurter sitzen wie lange nicht.

Bundestagswahl 2021

Bundestagsmandate: So stehen die Chancen der Politiker aus Frankfurt

  • Thomas Remlein
    VonThomas Remlein
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Bei der Bundestagswahl am Sonntag, 26.09.2021, könnten so viele Politiker aus Frankfurt ins Parlament einziehen wie lange nicht.

Frankfurt - Wie viele Bundestagsabgeordnete werden in der nächsten Legislaturperiode aus Frankfurt kommen und die Interessen ihrer Heimatstadt in Berlin vertreten? Bis zu neun wären derzeit nach Stand der Umfragen realistisch. Das wären so viele wie lange nicht. Derzeit sitzen nur sechs Frankfurter im Bundestag.

Bundestagswahl 2021: Für die CDU in Frankfurt sieht es schlecht aus

Für die CDU indes sieht es bezüglich der Direktmandate in den beiden Frankfurter Wahlkreisen schlecht aus. Bei der jüngsten Bundestagswahl 2017 hatte sie noch beide Direktmandate gewonnen. Diesmal liegen Umfragen zufolge sowohl im Wahlkreis 182 (Frankfurter Westen) als auch im Wahlkreis 183 (Frankfurter Süden, Osten und Norden) andere Kandidaten vorne. Im Westen führt derzeit der SPD-Bewerber Armand Zorn vor Axel Kaufmann (CDU). Kaufmann gewann die parteiinterne Kampfkandidatur um das Direktmandat gegen den amtierenden Bundestagskandidaten Matthias Zimmer. Als Newcomer hat Kaufmann keinen Listenplatz, über den er in den Bundestag einziehen könnte. Zimmer dagegen hätte sicherlich beim CDU-Landesparteitag eine chancenreiche Position auf der Landesliste erhalten.

Vor der Bundestagswahl: Amtierende Bundestagsabgeordnete Wiesmann muss zittern

Auch die amtierende Bundestagsabgeordnete Bettina Wiesmann (CDU) muss bangen. Im Wahlkreis 183 hat in den Umfragen aktuell der Grüne Omid Nouripour die Nase vorn. Der 46-Jährige gehört seit 2006 dem Bundestag an. Damals rückte er für Joschka Fischer nach. Der Außenpolitiker Nouripour wird derzeit sogar von Journalisten gefragt, ob er bei einer Regierungsbeteiligung der Grünen Außenminister werde? Verliert Wiesmann den Wahlkreis, könnte sie anders als ihr Parteifreund Kaufmann über die Landesliste in den Reichstag einziehen. Platz 8 auf der Landesliste lässt ihr alle Chancen.

Gewinnt Nouripour das Direktmandat, könnten die Grünen vier Bundestagsabgeordnete aus Frankfurt stellen. Denn die chancenlose Direktkandidatin im Wahlkreis 182, Deborah Düring, kandidiert auf der Landesliste auf Platz 7. Sie ist damit ebenso sicher in Berlin wie der Landtagsabgeordnete Markus Bocklet auf Platz 10. Bocklet hatte 2018 im Landtagswahlkreis 38 (Bornheim, Ostend. Nordend) das Direktmandat für die Grünen errungen. Geht Bocklet nach Berlin, rückt für ihn die Ortsvorsteherin der Grünen im Nordend, Karin Guder, in den Landtag nach. Es wäre der Höhepunkt ihres politischen Engagements. Die 68-Jährige ist bereits seit 18 Jahren Ortsvorsteherin. Der vierte Grüne im Bunde (und im Bundestag) dürfte Wolfgang Strengmann-Kuhn sein. Der promovierte Volkswirt kandidiert auf Landeslistenplatz 4. Der 57-jährige Strengmann-Kuhn, der den Landkreis Offenbach vertritt, gehört dem Bundestag bereits seit 2008 an.

Linken-Parteivorsitzende aus Frankfurt: Janine Wissler kann hoffen

Sicher vertreten, es sei denn die Linkspartei rutscht noch unter die Fünf-Prozent-Hürde (derzeit liegt sie bei Umfragen bei sechs Prozent), dürfte Janine Wissler sein. Die Frankfurterin ist als Parteivorsitzende der Linken Spitzenkandidatin ihrer Partei auf der Landesliste. Sie wird den Frankfurter Achim Kessler ersetzen. Kessler zog 2017 auf dem Landeslistenplatz 2 für die Linke in den Bundestag ein. Bei der Aufstellung der Landesliste verlor er die Kampfabstimmung um Platz 2 gegen Ali Al-Dailami aus Mittelhessen.

Den Landeslistenplatz 2 der Liberalen hat der Frankfurter Kreisvorsitzende der FDP, Thorsten Lieb, erobern können. Da die FDP in Umfragen stabil zweistellig dasteht, ist sein Ticket nach Berlin sicher.

Im Wahlkreis 183 könnte Kaweh Mansoori (SPD) die Tradition der Wahlniederlagen Ulli Nissens fortsetzen. Vier Mal trat Nissen für die SPD als Direktkandidatin an, nie konnte sie den Wahlkreis gewinnen. Dennoch wurde sie 2013 über die Landesliste Bundestagsabgeordnete, ebenso 2017. Ein erneuter Versuch, Direktkandidatin zu werden, scheiterte. In einer Kampfabstimmung unterlag die 62-Jährige SPD-Funktionär Mansoori. Der Vorsitzende des Bezirks Hessen-Süd ist auf der Landesliste auf Platz 3 und hat damit den Platz in Berlin sicher. (Thomas Remlein)

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