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Die ersten sind schon unterwegs. Bald könnten nicht nur Banker auf den angesagten Elektro-Rollern unterwegs ein. Auch Schilder sind schon in Vorbereitung.

Roller bald im Straßenverkehr?

Flinke Flitzer erobern die Städte – bald auch Frankfurt?

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In Paris, Barcelona oder San Franciso surren bereits zahlreiche Mini-Roller durch die Straßen. Bald könnten die elektrisch betriebenen Trend-Gefährte auch Frankfurt überrollen. Denn das Bundesverkehrsministerium plant, sie für den Straßenverkehr zuzulassen. Die ersten Anbieter für Leih-Systeme stehen bereits in den Startlöchern.

Auf den ersten Blick sehen sie aus wie Tretroller für Kinder. Doch dank eines eingebauten Elektromotors flitzen die „E-Scooter“ mit bis zu 20 Kilometern die Stunde durch die Gegend. In amerikanischen und europäischen Großstädten erfreuen sie sich vor allem bei Berufspendlern bereits großer Beliebtheit. An Bahnhöfen und Haltestellen stehen die Mini-Roller zum Ausleihen bereit – für die letzten Meter ins Büro. Nach der Fahrt werden sie irgendwo in der Stadt abgestellt. Dort warten sie dann auf den nächsten Nutzer.

Während E-Scooter-Fans davon begeistert sind, beschweren sich andere über wachsendes Chaos und die Unfallgefahr. Ein Streitthema, das wohl bald auch auf Frankfurt zukommt. Dem Magistrat liege bereits eine Anfrage eines Anbieters von Elektro-Minirollern vor, gab Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) jüngst bekannt. Es gehe um die „Durchführung eines Pilotbetriebes in Frankfurt“. Dem stehen bislang noch die deutschen Verkehrsvorschriften im Wege. Doch das Bundesverkehrsministerium will das ändern. Der Entwurf für eine „Verordnung über die Teilnahme von Elektrokleinstfahrzeugen am Straßenverkehr“ liegt bereits vor. Die neue Verordnung soll noch dieses Jahr in Kraft treten.

E-Scooter sollen auf Radwegen und Straßen fahren dürfen

E-Scooter sollen demnach auf Radwegen und Straßen fahren dürfen. Umstritten ist noch, welche Anforderungen an den Fahrer gestellt werden. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will zumindest einen Mofa-Führerschein verlangen. Hersteller- und Verleihfirmen setzen sich dafür ein, dass dies nicht notwendig ist. Auch ob die Miniroller mit Blinkern ausgestattet sein müssen oder, wie beim Fahrradfahren, Handzeichen zum Abbiegen genügen, wird bei den Fachleuten derzeit diskutiert.

Frankfurter Kommunalpolitiker machen sich allerdings noch ganz andere Sorgen. Sie befürchten eine regelrechte Schwemme an Leih-E-Scootern, die dann kreuz und quer abgestellt werden und auf Bürgersteigen und Plätzen im Weg stehen. Bei Leihfahrrädern gibt es diese Probleme bereits.

Konflikte bei Leih-Rollern vorprogrammiert

Wolfgang Siefert, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Römer, fragte deshalb, wie der Magistrat „Konflikte beim Aufstellen im öffentlichen Raum“ verhindern möchte. Stadtrat Oesterling antwortete eher skeptisch: „Wie bei den Leihfahrrädern auch, lassen sich vermutlich auch Leih-E-Scooter-Systeme nicht wirklich verhindern. Auch hier kann wahrscheinlich nur mit einem Leitfaden/Regelsystem versucht werden, auf die Anbieter solcher Systeme positiv Einfluss zu nehmen, um möglichst die negativen Begleiterscheinungen zu verhindern oder zu minimieren.“

San Franciso hat sich nach anfänglichem Wildwuchs für einen harten Schritt entschieden. Die amerikanische Stadt verbannte die Leih-E-Scooter für mehrere Monate komplett von den öffentlichen Straßen. Inzwischen haben die örtlichen Behörden das Verbot wieder aufgehoben, machen den Anbietern aber strenge Vorgaben.

Vermietet "Lime Bikes" künftig auch E-Scooter in Frankfurt?

Einer dieser Anbieter ist die US-Firma „Lime Bikes“, die auch in Europa am Expandieren ist. Mit Elektro-Fahrrädern zum Ausleihen ist das Unternehmen in Frankfurt bereits präsent. Ist „Lime Bikes“ der Anbieter, dessen Anfrage Oesterling in seiner Stellungnahme an die Stadtverordnetenversammlung erwähnt?

„Aktuell sind wir auf der Suche nach einer Stadt oder Kommune, die Interesse daran hätte die E-Scooter im Rahmen eines Piloten zu testen“, sagt ein Firmensprecher dazu. „Sobald es Neuigkeiten beziehungsweise eine konkrete Kooperation gibt, werden wir uns melden.“

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