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Die Anwohner rund um den Bunker an der Grenze Bornheims zum Ostend bitten um Hilfe.

Bornheim

Bunker-Nachbarn bitten wegen Abriss um Hilfe – „Angst um Gesundheit“

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Anwohner begehren gegen den Abriss eines Bunkers in Frankfurt-Bornheim auf. Die Bauarbeiten bereiten ihnen Sorgen. 

  • In Frankfurt sorgt der Bunker an der Grenze Bornheims zum Ostend weiter für Ärger
  • Bunker-Nachbarn bittet um Unterstützung
  • Der Ortsbeirat 4 (Bornheim/Ostend) gibt ihnen Tipps

Frankfurt - Mit der Bitte um Unterstützung ihres Protests gegen den Abriss des Bunkers in der Freiligrathstraße haben sich an Anwohner an den Ortsbeirat 4 (Bornheim/Ostend) gewendet. Dort allerdings wurde ihnen in der jüngsten Sitzung wenig Hoffnung gemacht, dass das Gremium direkt helfen könne. Zwei Tipps gab es aber.

Frankfurt: Bauaufsicht reagiert nicht auf Eingaben der Bunker-Nachbarn

"Wir haben schon zehn Eingaben gemacht", schildert Anwohner Günther Berger. "Aber es gibt keine Reaktion der Bauaufsicht darauf." Seit einigen Wochen wird der Bunker an der Grenze Bornheims zum Ostend abgebrochen. Bei Lockerungssprengungen kam es allerdings am 10. Januar zu einem Unfall, ein Fassadenteil flog weg - immerhin ohne Schaden zu verursachen. Daraufhin wurde die Baustelle stillgelegt, dann auf ein Verfahren umgestellt, bei dem der Beton mit Fräsen entfernt wird.

Was Berger und zwei weitere Anwohnerinnen erzürnt: Sie finden, dass der Lärmschutz nicht ausreicht, weil das Abrissunternehmen eine nicht ausreichend wirkende Lärmschutzwand aufgestellt habe. Die Forderungen eines neuen Lärmschutzgutachtens würden nicht umgesetzt, behaupten sie. Die von der Bauaufsicht vorgegebene Grenze von im Mittel 69 Dezibel akzeptieren die Anwohner nicht und fordern das Einhalten einer 50-Dezibel-Grenze für Wohngebiete.

Frankfurt: "Der Baustaub vom Sägen setzt sich in alle Ritzen, und keiner weiß, woraus der besteht."

Nicht nur der Lärm stört Astrid Haupt. "Der Baustaub vom Sägen setzt sich in alle Ritzen, und keiner weiß, woraus der besteht." Die Anwohnerin sagt: "Wir haben Angst um unsere Gesundheit."

Allerdings hat Astrid Haupt nicht nur den Abriss im Blick. Den wolle sie "nicht verhindern", beteuert sie. Allerdings kritisiert sie ebenso, dass anschließend "noch mehr Beton" dort verbaut werde.

Ein Haus mit 24 Wohnungen soll auf der Fläche des Bunkers aus dem Zweiten Weltkrieg entstehen. "Dann ist es vorbei mit der Ruhe für uns", sagt die Anwohnerin. "Der Bunker hat keinen gestört", der sei zugewachsen, dort hätten viele Igel und Fledermäuse gelebt.

Bunker in Frankfurt: "Wenn ich Pech habe, stürzen mir zwölf Wohnungen ein."

Eine weitere Anwohnerin aus der nahen Wittelsbacherallee fürchtet gar darum, dass ihre Häuser Schaden nehmen könnten, wenn wegen des Neubaus der Untergrund austrockne und zugleich Vibrationen der Explosionen die Gebäude erschütterten. "Wenn ich Pech habe, stürzen mir zwölf Wohnungen ein."

Die Sorgen der Anwohner, betonen mehrere Ortsbeiratsmitglieder, seien berechtigt. Doch während SPD-Fraktionschef Darius Shafiei die Bauaufsicht verteidigt, zweifelt Volker Marx (Linke) deren Vorgehen an. "Um den Gang zum Rechtsanwalt kommen Sie offenbar nicht herum", rät Marx den Bürgern. "Sie brauchen eine einstweilige Verfügung." Anwohnerin Astrid Haupt hört das mit Genugtuung. "Das geht nicht mit rechten Dingen zu."

Frankfurt: Der Ortsbeirat 4 (Bornheim/Ostend) gibt den Bunker-Nachbarn Tipps

Der Ortsbeirat könne nicht viel tun, bedauert der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Martin Ried. "Er kann nicht mehr machen als zu appellieren." Selbst ein solcher Antrag aber "hilft Ihnen nicht kurzfristig", erklärt er den Bürgern. Der Ortsbeirat könne auch ein direktes Gespräch mit der Bauaufsicht suchen "und die Bürgersicht verstärken", mischt sich Stadtverordneter Manfred Zieran (Ökolinx) ein. Dass er längst in Kontakt mit der Bauaufsicht sei, daran erinnert Ortsvorsteher Hermann Steib (Grüne).

Sein Parteifreund Wolfgang Siefert, Stadtverordneter und Ex-Ortsbeiratsmitglied, empfiehlt den Anwohnern, am Montag in der Fragestunde im Planungsausschuss der Stadtverordneten im Römer vorzusprechen. Dort könne der zuständige Planungsdezernent Mike Josef (SPD) die Fragen der Bürger beantworten.

Von Dennis Pfeiffer-Goldmann

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