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Die Buslinie 29 ermöglicht den direkten Weg von Kalbach über den Riedberg bis ins Nordwestzentrum.

Verkehr in Frankfurt

Bus-Linie 29 soll auch weiterhin bis ins Nordwestzentrum fahren

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Nach wochenlangen Diskussionen zieht der Ortsbeirat 12 endlich an einem Strang. Demnach soll die Buslinie 29 auch nach wie vor bis ins Nordwestzentrum fahren. Das haben die Stadtteilpolitiker in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen.

Michael Seeger ist 30 Jahre alt. Er nutzt fast täglich die Buslinie 29 und fährt von Kalbach ins Nordwestzentrum. Ohne diese direkte Verbindung würde es für ihn nicht nur schwierig, sondern in den kalten Wintermonaten sogar gefährlich werden in die Nordweststadt zu gelangen. Denn Michael Seeger ist seit seiner Geburt querschnittsgelähmt. Jeder Umstieg vom Bus in die Bahn ist für ihn ein Kraftakt. Hinzu kommt, dass seine Beine durch die Lähmung schlechter durchblutet sind und er schneller friert.

„Jedes Umsteigen heißt für mich einmal mehr frieren. Ich kühle also aus, ohne es zu merken. Deswegen ist es für mich lebenswichtig, dass die Buslinie 29 nach wie vor bis ins Nordwestzentrum fährt und nicht schon auf dem Riedberg endet“, betonte Seegers in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats 12 (Kalbach, Riedberg) deutlich, wie wichtig die Linie für ihn und zahlreiche andere Rollstuhlfahrer ist.

In die Sitzung gekommen war Seegers, um einen Antrag der SPD-Fraktion zu unterstützen. Die forderte nämlich genau dies: Dass die direkte Verbindung zwischen Kalbach und dem Nordwestzentrum mit der Buslinie 29 erhalten bleibt. „Jedes Umsteigen ist nicht nur mit einem höheren Zeitaufwand verbunden. Es lässt auch den Öffentlichen Nahverkehr immer unattraktiver werden“, begründete die SPD-Fraktionsvorsitzende Susanne Kassold den Antrag.

Der kam vor allem bei der Grünen-Fraktion nicht gut an. Verständlich, schließlich war erst in der September-Sitzung ihr gegenläufiger Antrag mehrheitlich verabschiedet worden. Demnach soll der Magistrat prüfen, ob es nicht möglich ist, die Linie 29 nicht über den Westflügel, sondern die Altenhöferallee zum Riedbergzentrum fahren und dort enden zu lassen. Den Westflügel soll eine neue Linie erschließen, die zudem den Riedberg an das Nordwestzentrum anbindet.

„Die Linie 29 hat Schwächen, wie Verspätungen und den Umweg über den Westflügel. Deswegen ist eine Teilung sinnvoll“, so Wolfgang Diel (Grüne), stellvertretender Ortsvorsteher. Zwar störe ihn nicht der Antrag der SPD, den Bus nach wie vor zum Nordwestzentrum fahren zu lassen. Allerdings ärgere es ihn, dass die SPD versuche, mit ihrem Antrag den der Grünen abzudrängen. „Wir hätten gemeinsam darüber sprechen können, diesen Punkt aufzunehmen. Stattdessen kommt die Forderung durch die Hintertür. Wir werden bei dieser Art und Weise dem Antrag nicht zustimmen“, so Diel. Susanne Kassold reagierte mit Unverständnis auf diese Begründung. „Herr Diel, Ihnen können wir es wirklich nicht recht machen“, entgegnete sie nur.

Die CDU-Fraktion bezeichnete den Antrag der SPD sogar als verwirrend. „Der Magistrat wird doch sicher den Kopf schütteln und sich fragen, was der Ortsbeirat denn nun will. Die Fortführung der Linie 29 oder den Stopp am Riedbergzentrum“, so der Fraktionsvorsitzende Stefan Müller. Ein Argument, das für die SPD wiederum völlig haltlos war. „Wir haben die neue Buslinie ja nicht ausgeklammert, wir fordern lediglich die Weiterführung der Linie 29“ erklärte Kassold.

Für ein Ende der sich immer mehr im Kreis drehenden Diskussion sorgte schließlich die FDP. Sie plädierte für einen interfraktionellen Antrag, der sowohl die Forderungen der Grünen nicht ausklammert, den Wunsch der SPD aber auch beinhaltet. Mit dem Ergebnis: Es wurde einstimmig ein interfraktioneller Antrag verabschiedet. Der ergänzt den Antrag der Grünen mit der Bitte zu prüfen, ob die Buslinie 29 auch bei einer veränderten Streckenführung weiterhin bis zum Nordwestzentrum fahren kann.

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