Ticketschalter und Kiosk in benachbartem Hotel geplant

Busbahnhof in Frankfurt öffnet im Mai

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Kurz vor Fertigstellung der ersten vier Halteplätze hat die Stadt erstmals eine Ansicht veröffentlicht, die den zentralen Busbahnhof im Endausbau zeigt. Klar ist mittlerweile auch, dass in das benachbarte Gebäude ein Hotel kommt.

Für Fernbusreisende ist die Situation am Frankfurter Hauptbahnhof nach wie vor unzumutbar. Es gibt nur provisorische Haltestellen ohne Wetterschutz, Sitzgelegenheiten und WC. Im vergangenen Jahr wurde endlich eine Lösung präsentiert: Der Grundstückseigentümer CA Immo baut auf dem bisherigen Großparkplatz für 8,5 Millionen Euro einen Busbahnhof mit insgesamt 14 Haltestellen sowie ein öffentliches Parkhaus mit Auto- und Fahrradstellplätzen. Außerdem wird in diesem Jahr mit einem Hotel-Gebäude begonnen. In diesem werden auch Ticketschalter, ein Kiosk und Toiletten für die Fahrgäste untergebracht.

Südlich von Hotel und Parkhaus sind die Haltebuchten für die Fernbusse angeordnet. Ein großes Dach sorgt für Wetterschutz. „Wir müssen einen gewissen Komfort anbieten“, sagte Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) am Dienstagabend im Verkehrsausschuss im Römer. Er sprach von einer „leichten, eleganten Lösung“. Mittlerweile sei auch die künftige Verkehrsführung rund um den Fernbusbahnhof detailliert geplant worden. Dabei habe man insbesondere Rücksicht genommen auf die zu erwartenden großen Fußgängerströme.

Das Parkhaus mit 350 Plätzen für Autos und 300 weiteren für Fahrräder entsteht derzeit in Modulbauweise. Ende März will es der Investor der Parkhaus-Betriebsgesellschaft, einer Tochter der städtischen ABG-Holding, übergeben. Die Eröffnung ist für April vorgesehen.

Im Mai werden dann an der Pforzheimer Straße die ersten vier Haltebuchten des Busbahnhofs in Betrieb genommen. Der weitere Ausbau wird sich noch etwas hinziehen: Der zweite Bauabschnitt des Busbahnhofs wird im Frühjahr 2017 fertiggestellt; dann stehen zehn Haltebuchten zur Verfügung. Komplett fertig ist die Anlage mit 14 Haltestellen und der Überdachung erst im Sommer 2018. Dann soll auch der Bau des Hotels abgeschlossen sein, mit dem in diesem Sommer begonnen wird.

Gute Nachrichten hatte Majer aber nicht nur für Fernbusreisende, sondern auch die Nutzer der innerstädtischen Straßen in Frankfurt. Durch interne Umschichtungen im Verkehrsdezernat sei es gelungen, für dieses Jahr 1,5 Millionen Euro zusätzlich für den Unterhalt der Straßen lockerzumachen. „Wir können dadurch schneller auf Missstände reagieren und werden den Instandhaltungsrückstand weiter abbauen.“ Das werde allen Verkehrsteilnehmern zugutekommen. Offen sei allerdings, ob das zusätzliche Geld auch in den kommenden Jahren zur Verfügung steht. Das sei ein Thema für die kommenden Haushaltsgespräche.

Eine lebhafte Debatte entspann sich im Verkehrsausschuss aber nicht darüber, sondern über die Frage, in welcher Form der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) seine Fahrplandaten Dritten zur Verfügung stellt. Anlass waren mehrere Anträge, die zu diesem Thema vorlagen. Der SPD gefällt es unter anderem nicht, dass die Frankfurter U-Bahnen und Busse nicht in der Fahrplanauskunft von Google enthalten sind. „Auf der ganzen Welt geht das, nur nicht beim RMV“, schimpfte SPD-Fraktionschef Klaus Oesterling. „Das versteht kein Mensch.“

Jörg Puzicha vom RMV hatte dafür eine einfache Erklärung: Trotz sechs Jahren Verhandlungen habe man sich nicht mit Google einigen können. Der Verkehrsverbund sei nicht bereit, die Daten in dem von Google geforderten Format herauszugeben. Man biete lediglich einen Zugriff auf die eigene Fahrplanauskunft an, weil nur so gewährleistet sei, dass die Daten auf dem aktuellen Stand sind. Bei Google sei das nicht der Fall, andere Verkehrsverbünde hätten damit schon leidvolle Erfahrungen gemacht.

Der Verkehrsausschuss gab sich damit aber nicht zufrieden. Auf Antrag von CDU und Grünen forderte das Gremium, alle relevanten Daten des öffentlichen Nahverkehrs künftig über eine offene, maschinenlesbare Schnittstelle für alle verfügbar zu machen.

(mu)

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