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Die Buslinie 29 erschließt den Riedberg. Die Verkehrsgesellschaft sieht keinen Bedarf für eine zweite Linie.

Forderungen der Grünen

Buslinie 29: Streit um Busse geht weiter

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Die Strecke der Buslinie 29 auf dem Riedberg ändern und eine zusätzliche Linie einführen – das fordern die Grünen im Ortsbeirat. Die SPD ist dagegen. Weil so die direkte Verbindung von Kalbach zum Nordwestzentrum wegfallen würde.

Seit einem halben Jahr fährt die Buslinie 29 ihre neue Route über den Riedberger Westflügel. Damit die fünf neuen Haltestellen angefahren werden können, musste eine alte weichen. Der Stopp „Annette-Kolb-Weg“, der das Gymnasium und eine Seniorenwohnanlage bedient, wird seitdem nicht mehr angefahren. Das sorgte bereits vor der Inbetriebnahme der neuen Strecke für Ärger (wir berichteten), der bis heute nicht abgeklungen ist.

Ein Antrag der Grünen-Fraktion, der in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates 12 (Kalbach, Riedberg) verabschiedet wurde, fordert deswegen, die Linie 29 wieder auf ihrer alten Route fahren zu lassen – allerdings nur zwischen Nieder-Erlenbach und dem Riedbergzentrum. Die Anbindung an das Nordwestzentrum solle dann eine neue Linie gewährleisten, die über den Westflügel bis in die Nordweststadt fährt – auf dem Teilstück, das jetzt noch von der Linie 29 abgedeckt wird. So könne nicht nur das Riedbergzentrum von Kalbach aus wieder in kürzerer Zeit erreicht werden, begründen die Stadtteilpolitiker. Zudem würden das Gymnasium und die Seniorenwohnanlage wieder regelmäßig angefahren. Das geschieht derzeit nur über wenige Fahrten der Linie 28, die für den Schülerverkehr verlängert wurde.

Grundsätzlich, äußert sich nun die SPD-Fraktion im Ortsbeirat, stimme man der Einführung einer weiteren Linie, die den Westflügel bedient, zu. Allerdings nur dann, wenn die Linie 29 auch weiterhin bis zum Nordwestzentrum fährt und nicht auf dem Riedberg endet. Ansonsten müssten gehbehinderte Menschen und ältere Bürger aus Kalbach und dem Frankfurter Norden auf dem Riedberg umsteigen, um in die Nordweststadt zu gelangen. „Wir sind enttäuscht, dass die Grünen, die in ihrem Regierungsprogramm für Hessen von ,umfassender Inklusion’ und ,barrierefreiem Gemeinwesen’ sprechen, uns in diesem Anliegen nicht unterstützen“, so die Fraktionsvorsitzende Susanne Kassold.

Von der CDU, die dem Grünen-Antrag zustimmte, bekam die SPD keine Unterstützung, weil die Verlängerung der Buslinie 29 ins Nordwestzentrum die Kosten um ein Vielfaches erhöhen würde. „Dadurch wird sehr deutlich, dass der CDU Wirtschaftsanliegen wichtiger sind, als

Barrierefreiheit

und Inklusion. Wir setzen uns für alle Menschen ein und werden dies auch in Zukunft mit Nachdruck fortführen“, ergänzte Sven Moulden (SPD).

Auch wenn die neue Streckenführung der Buslinie 29 einen schwierigen Start hatte – wegen baulicher Probleme im Westflügel konnte der Betrieb erst vier Monate nach Fahrplanwechsel aufgenommen werden – so läuft jetzt alles rund. Zumindest liegen der Nahverkehrsgesellschaft Traffiq keine anderen Aussagen vor. Ebenso wenig wie Beschwerden über den Wegfall der Haltestelle „Annette-Kolb-Weg“.

„Still ruht der See. So lange uns nichts vorliegt, gibt es keinen Anlass, aktiv zu werden“, weiß Traffiq-Sprecher Klaus Linek, dass es zum aktuellen Zeitpunkt keinerlei Überlegungen gibt, die Streckenführung zu ändern oder gar eine weitere Linie einzuführen. Zudem betont er, dass es sich bei der Linie 29 um eine Quartiers- und keine Expressbuslinie für die schnelle Verbindung zwischen Kalbach und dem Nordwestzentrum handle. Wenn der Antrag des Ortsbeirates vorliegt, dann werde man diesen freilich entsprechend prüfen.

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