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Busbetriebshof zieht nach Rödelheim: Täglich 1500 Fahrten

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Von: Judith Dietermann

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Das Areal für den neuen Bus-Betriebshof im Wirrwarr der Autobahnen, Zubringer und der Lorscher Straße (unten) FOTO: google
Das Areal für den neuen Frankfurter Bus-Betriebshof im Wirrwarr der Autobahnen, Zubringer und der Lorscher Straße (unten) © FNP/Google

Die Busse in Frankfurt sollen nachts zukünftig in Rödelheim parken. Die Pläne für den Betriebshof werden online vorgestellt – und haben eine zukunftsträchtige Neuerung.

Frankfurt – Der Umzug des Busbetriebshofes vom Römerhof - dort sollen Wohnungen entstehen - auf das rund 6,5 Hektar große Areal zwischen Lorscher Straße und A66, das ehemalige Gelände einer Baumschule, wird immer konkreter. Jetzt hat der Magistrat den Aufstelllungsbeschluss für den Bebauungsplan veröffentlicht, über den die Stadtverordnetenversammlung in ihrer Januar-Sitzung abstimmen soll.

Mit dem Bebauungsplan soll der Ersatzstandort für den Bus-Betriebshof der In-der-City-Bus (ICB) auf Flächen des Gartenbaubetriebs und der Baumschule planungsrechtlich gesichert werden. Westlich an das Areal grenzt das Dehner-Gartencenter mit Stellplatzflächen, nordwestlich bestehen Abstellflächen eines Gewerbebetriebes, das sich in einem Industriegebiet befindet. Entwickelt werden soll der neue Standort für den Betriebshof von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ABG Frankfurt Holding, die auch das Bauvorhaben am Römerhof realisiert. Damit dort der erste Bauabschnitt umgesetzt werden kann, müsse der Betriebshof verlagert werden, so der Magistrat.

Frankfurt: Große Pläne für neues Areal in Rödelheim

Gebaut werden soll auf dem Areal in Rödelheim mit ausreichend Distanz zur Autobahn. So dürfen im Abstand von 40 Metern vom äußeren Fahrbahnrand keine Hochbauten errichtet werden. Für ein Areal von 100 Metern, der sogenannten Baubeschränkungszone, muss das Fernstraßenbundesamt entsprechenden Bauten zustimmen. Dazu zählen auch Stellplätze, Wege oder Zäune. Und: Sollte die Autobahn erweitert werden, müssen bereits vorhandene Anlagen zurückgebaut werden.

Die Planung sieht im südöstlichen Teil ein Verwaltungsgebäude mit bis zu fünf Geschossen vor, nördlich davon eine ein- bis zweigeschossige Werkstatthalle. Die Fläche westlich der Gebäudegruppe ist für Stellplätze der rund 250 Linienbusse vorgesehen, die in Teilen auch überdacht werden könnten. Südlich und nördlich davon sind Parkplätze für die Bediensteten geplant, ebenso wie eine weitere Halle mit integrierter Waschanlage und den dafür benötigten technischen Anlagen.

Im nordwestlichen Teil des Planungsgebietes soll zudem eine Wasserstofftankstelle errichtet werden. Denn: Auf dem geplanten Betriebshof sollen batterie- und wasserstoffbetriebene Busse eingesetzt werden. Bis 2030 soll die ganze Flotte dann so betrieben werden.

Frankfurt: Strenge Sicherheitsvorkehrungen für Wasserstofftankstelle

Im Rahmen eines sicherheitstechnischen Gutachtens wurden die Anforderungen und der Aufbau der geplanten Wasserstoff-Gasfüllanlage geprüft. Mit der Voraussetzung, dass maximal 4900 Kilogramm dort gelagert werden dürfen. Auch wenn dies unterhalb der Mengenschwelle der nach der Störfallverordnung liegt und weil Wasserstoff hochentzündlich ist und mit Luft explosionsfähige Gemische bildet, werden entsprechende Sicherheitsvorkehrungen beachtet.

So muss zu Gebäuden und Orten, wo sich Menschen aufhalten ein Mindestabstand von acht Metern eingehalten werden. Zu den Autobahnen liegt dieser bei 40 Metern, zur Bebauung im Nordwesten bei 23 Metern und im Süden bei 50 Metern. Zudem wird die Wasserstofftankstelle mit einer Schutzwand und Brandschutzdämmung geschützt, so der Magistrat,

Online-Vorstellung

Am Donnerstag, 20. Januar, um 19 Uhr wird das Vorhaben online vorgestellt. Die Einwahldaten dazu gibt es auf der Seite des Ortsbeirates 7 unter www.frankfurt.de.

Frankfurt: Sorge um mehr Verkehr wegen Busbetriebshofs in Rödelheim

Die Sorgen des Ortsbeirates 7 (Hausen, Industriehof, Praunheim, Rödelheim, Westhausen) vor dem zusätzlichen Verkehr, der durch den Betriebshof entsteht, teilt der Magistrat derweil nicht. Das geht zumindest aus einer Stellungnahme hervor. Gemäß der Vorhabenplanung würden täglich mit dem Betriebshof rund 1500 Fahrten erwartet. Für die Routen der Busse sei der Betreiber zuständig, diese seien so gewählt, dass sensible Abschnitte mit vorwiegender Wohnbebauung und engen Straßenräumen vermieden würden.

Erste Berechnungen hätten ergeben, dass es zu einer Verkehrszunahme von acht Prozent am Tag kommen könnte. Allerdings würden die Busse zum Großteil außerhalb der verkehrlichen Spitzenstunden das Gelände befahren oder verlassen. Der Verkehr an der Lorscher Straße zur Einmündung zum Busbetriebshof könne deshalb weiterhin leistungsfähig abgewickelt werden, die Auswirkungen auf die kritisch belastete Verkehrsinfrastruktur werde als "sehr gering prognostiziert". (jdi)

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