Bußgeldkatalog 2020

Härtere Strafen für Autofahrer: So schnell ist jetzt der Führerschein weg

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Der Bußgeldkatalog 2020 ist in Deutschland in Kraft getreten. Besonders Radfahrer kommen gut weg. Die Strafen für Autofahrer werden härter.

  • Ab dem 28. April gelten neue Verkehrsregelungen.
  • Vor allem die Sicherheit der Radfahrer soll mit den neuen Regeln verbessert werden - für Autofahrer drohen saftige Bußgelder
  • Was ändert sich und welche Strafen drohen bei Verstößen nach dem neuen Bußgeldkatalog 2020

Frankfurt - Im Februar 2020 wurden neue Regeln für die Straßenverkehrsordnung (StVO) und höhere Bußgelder für Verkehrssünder beschlossen. Am Dienstag (28.04.2020) traten die Änderungen in Kraft. Neben erhöhten Bußgeldern für Verstöße im Straßenverkehr sollen die Regelungen im Bußgeldkatalog 2020 vor allem die Sicherheit von Fahrradfahrern erhöhen.

„Mit den Regelungen wird der Gesetzgeber der wachsenden Bedeutung des Fahrrads gerecht“, fasst Wolfgang Herda, Verkehrsexperte des ADAC Hessen-Thüringen, die Intention hinter den Änderungen zusammen. Besonders in den Städten steigt die Zahl der Verkehrsteilnehmer auf dem Fahrrad stetig. 

Bußgeldkatalog 2020: Diese Regelungen sollen Radfahrer besser schützen

  • Der seitliche Mindestabstand zu Radfahrern beim Überholen muss innerorts mindestens 1,5 Meter und außerorts mindestens 2 Meter betragen.
  • Rechts Abbiegen ist für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen, also zum Beispiel LKW und Busse innerorts nur noch in Schrittgeschwindigkeit erlaubt. 
  • Statt eines Parkverbots wie bisher gilt auf Schutzstreifen, Radwegen und Radschnellwegen nun auch ein Halteverbot
  • Ein eigenes Grünpfeil-Schild soll Radfahrern ermöglichen, an geeigneten Stellen auch bei Rot abzubiegen. 
  • Es werden Fahrradzonen eingeführt, in denen besondere Rücksichtnahme gegenüber Fahrradfahrern gilt. Andere Verkehrsteilnehmer können auch zugelassen werden. Achtung: Hier ist nur Tempo 30 erlaubt!
  • Auf dafür geeigneten Rädern dürfen auch Personen, die älter als sieben Jahre sind, transportiert werden. Die Regelung ist eine Anpassung wegen der zunehmenden Verbreitung von Lasten- und Transportfahrrädern. 

Fahrrad-freundliche Regelungen im Bußgeldkatalog 2020: Falschparkern auf Radwegen drohen härtere Strafen

Ob sich die Änderungen in der Praxis bewähren, müsse man allerdings erstmal abwarten, so der ADAC Hessen-Thüringen. Bisher ist besonders das Parken und Halten auf Fahrradwegen ein großes Problem. Die Fahrradstaffel der Polizei in Frankfurt kämpft bereits massiv gegen Falschparker auf Radwegen*. Täglich wird in der Mainmetropole abgeschleppt. 

Auch wenn kein Auto im Weg steht, ist das Fahrradfahren in vielen deutschen Großstädten alles andere als ungefährlich. In Frankfurt gibt es einige besonders gefährliche Ecken für Radfahrer*. 

Doch mit den neuen Regelungen tritt auch direkt ein saftiger Bußgeldkatalog in Kraft, der dem Ganzen entgegenwirken soll. Das Parken auf Geh- und Fahrradwegen sowie das Halten auf Schutzstreifen wird teurer. Bei Behinderung werden 70 Euro und ein Punkt in Flensburg fällig.

Bußgeldkatalog 2020: Auch für Rettungsgassen-Drängler wird es teuer

Außerdem sieht der Bußgeldkatalog 2020 deutlich höhere Strafen für Temposünder vor. Ein einmonatiges Fahrverbot gibt es demnach künftig innerorts ab 21 km/h zu viel und außerorts ab 26 km/h zu viel. 

Für Rettungsgassen-Drängler kommt es richtig saftig: Wer sich an Einsatzfahrzeuge hängt und durch eine Rettungsgasse fährt, zahlt mindestens 240 Euro und bekommt zwei Punkte und einen Monat Fahrverbot.

Außerdem tauchen ab Dienstag (28.04.2020) auch einige neue Verkehrsschilder auf unseren Straßen auf. 

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Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst/picture alliance/dpa

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