Stadtentwicklung

Café, Marktplatz und Spielplätze für den Bruchfeldplatz in Niederrad

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Der Bruchfeldplatz soll umgestaltet werden. Das wird den Niederrädern seit Jahren versprochen. Doch Geld war dafür nie da. Jetzt wurden konkretere Pläne dazu vorgestellt. Geduld ist dennoch gefragt: Mit der Umgestaltung wird nicht vor 2021 begonnen.

Versuchen wir mal einen Blick in die Zukunft zu werfen. In das Jahr 2023 beispielsweise. Stellen wir uns einen sonnigen Samstagvormittag vor. Die Niederräder gehen auf dem Wochenmarkt einkaufen, Obst, Gemüse, Brot und Wurst. Direkt auf dem Bruchfeldplatz im Herzen des Stadtteils, direkt im Schatten der großen Bäume. Währenddessen toben die Kleinen ausgelassen auf dem Spielplatz, schaukeln, rutschen und bauen Sandburgen. Anschließend wird in dem Café auf dem Dalles noch ein Cappuccino getrunken.

Dieses Bild vom Bruchfeldplatz in Niederrad zeichneten Annette Hennemann, Jürgen Büttner (beide vom Stadtplanungsamt) und andere städtische Vertreter am Mittwochabend. Dort stellten sie die aktuellen Pläne für die Umgestaltung des Platzes vor. Seit Jahren wird den Niederrädern versprochen, den Dalles aufzuwerten. 2010 gab es dazu sogar Planungswerkstätten, in denen die Bürger ihre Ideen für ein neues Antlitz mit einbringen konnten. Doch passiert ist seither nichts. Geld dafür war nie da.

Das soll sich jetzt ändern – zumindest ab dem Jahr 2021. Zuvor jedoch werden ab März 2019 Container auf dem Bruchfeldplatz aufgebaut. Dort sollen die Knirpse aus dem Kinderzentrum 122 in der Kelsterbacher Straße unterkommen. Das Gebäude ist stark in die Jahre gekommen, muss abgerissen und neugebaut werden.

Sind die Container weg, soll sofort mit der Umgestaltung des Bruchfeldplatzes begonnen werden. Wie lange der Umbau dauert, kann Jürgen Büttner noch nicht sagen. Das hänge davon ab, ob der Platz und die angrenzenden Straßen parallel umgestaltet werden könnten. Man rechnet aber mit mindestens einem Jahr.

Die derzeitigen Planungen sehen ein Café, gelegen an der Bruchfeldstraße, vor – mit einer öffentlichen Toilette. „Der Platz soll optisch näher an die Straße und somit mehr ins Zentrum des Stadtteils rücken“, sagte Annette Hennemann. Neben des Cafés soll es eine freie Fläche geben, auf dem der Wochenmarkt und Feste stattfinden können. Vorgesehen sind außerdem zwei Spielplätze – einer für kleine, einer für größere Kinder –, Wasserspiele, ein Bouleplatz, Bänke und zahlreiche Bäume, Stauden und Pflanzen. „Wir wollen hier einen Platz für alle Generationen realisieren. Es soll ein lebendiger Treffpunkt werden“, so Hennemann.

Doch die Niederräder müssen auch Abstriche machen: Im Zuge der Umgestaltung fallen zwölf Parkplätze rund um den Dalles weg. Das gefällt den Anwohnern ganz und gar nicht. Müssen sie doch schon heute lange nach freien Plätzen suchen.

Und auch sonst zeigten sich viele Niederräder enttäuscht. „Dass wir wieder bis 2021 vertröstet werden, ist traurig“, sagt eine Seniorin, die sich schon an den Planungswerkstätten beteiligt hatte. „Ich bin jetzt Anfang 70. Wenn jetzt noch so viel Zeit ins Land streicht, wer weiß, vielleicht erlebe ich den neuen Platz gar nicht mehr. Das wäre sehr schade, ich hatte viel Herzblut in dieses Projekt gesteckt.“ Andere Niederräder würden sich zusätzlich eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Bruchfeldstraße wünschen.

Wie es nun weitergeht, da zeigte sich Gerold Wende gespannt. Er will lieber noch nicht so viel Euphorie an den Tag legen, auch wenn ihm die Visualisierungen und Pläne gut gefallen. „Jetzt müssen wir aber erst einmal abwarten.“

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