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Das Studierendenhaus und das Café Koz auf dem Campus Bockenheim

Studierendenhaus

Café Koz muss noch länger in Bockenheim bleiben

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Das Café Koz braucht ein neues Konzept. Auch, weil das neue Studierendenhaus auf dem Campus Westend auf sich warten lässt. Dessen Baubeginn verzögert sich wohl um weitere zwei Jahre. Das Café könnte trotzdem noch dieses Jahr seinen regelmäßigen Betrieb wieder aufnehmen.

Der Frankfurter Studentenschaft liegt das Café Koz auf dem Campus Bockenheim am Herzen. Wie sehr, das hat sich vergangene Woche gezeigt, als der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) bekannt gab, das Café bis Ende des Jahres zu schließen. Bedauern drückten Studenten in den Kommentarspalten im Internet aus. Manche boten sogar finanzielle Unterstützung an.

„Viele haben aber Verständnis dafür, dass das Koz vorübergehend geschlossen hat“, sagt Asta-Vorstands-Mitglied Kyra Beninga. Das Café habe es gerade nicht leicht auf dem Campus Bockenheim. Da die meisten Fachbereiche längst auf den Campus Westend oder auf den Riedberg gezogen sind, herrscht in Bockenheim nicht mehr so viel Betrieb. So hat das Café Koz schon im vergangenen Jahr sein Budget um „mehrere zehn-tausend Euro“ überzogen, wie es in einer Pressemitteilung des Astas heißt. Das habe sich in diesem Jahr wiederholt. 

Neues Konzept

„Darum müssen wir das Konzept des Koz an die Umstände in Bockenheim anpassen“, sagt Beninga. Konkret heißt das: Die Öffnungszeiten müssten kürzer werden. Außerdem solle überlegt werden, welche wöchentlichen Veranstaltungen auf dem Terminkalender bleiben und welche nicht. „Überprüft werden muss zum Beispiel, ob es sinnvoll ist, dass jeden Mittwoch ein Disc-Jockey auflegt.“ Um solche Fragen zu klären, hat der Asta einen Arbeitskreis gebildet, zu dem auch die Belegschaft des selbstständig agierenden Cafés gehört. 

Der Anspruch an das Koz sei zwar nicht, dass es sich wirtschaftlich allein trägt, sagt Beninga. Seit Jahren wird das Café vom Asta subventioniert. Allerdings könne es auch vor dem Hintergrund der widrigen Bedingungen sein Budget nicht grenzenlos überziehen. Das Geld sei schließlich für andere Projekte vorgesehen. Auch lasse sich das Koz nicht ohne weiteres aus den Rücklagen des Astas finanzieren. Zum einen braucht es dafür eine zwei-drittel Mehrheit im Studierendenparlament. Zum anderen finanziert der Asta mit den Ersparnissen den Bau des neuen Studierendenhauses. „Mit einer Million Euro sind wir da in Vorkasse gegangen“, sagt Beningas Vorstands-Kollege Juri Ghofrani Azar. „Weitere 950 000 Euro wurden zurückgelegt.“ 

Hier liegt auch das Problem des Café Koz. Eigentlich sollte es so bald wie möglich in das Studierendenhaus auf dem Campus Westend ziehen. Dort sind schließlich viel mehr Studenten. Doch sobald wird das nicht passieren. Noch im Oktober sagte zwar Universitätspräsidentin Brigitta Wolff, dass in diesem Jahr mit dem Bau begonnen werden könnte. Danach sieht es nun nicht mehr aus. Klagen von Anwohnern, die Partylärm fürchten, zögern den Bau weiter hinaus. „Wir gehen davon aus, dass die Arbeiten frühestens in zwei Jahren starten“, sagt Ghofrani Azar. 

Baldige Eröffnung möglich

Bis das Gebäude fertig ist, bleibt das Koz noch in Bockenheim. Das neue Konzept muss das Café also eine Weile tragen. Dennoch ist Beninga optimistisch: „Gut möglich, dass das Koz noch in diesem Jahr seinen regelmäßigen Betrieb wieder aufnehmen kann.“ Auch Ghofrani Azar schließt das nicht aus. Klingt aber weniger optimistisch.

 

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