Rolf Würz mit der ihm nun verliehenen Bartholomäusplakette aus Bronze. Im Hintergrund die Casa San Antonio. foto: sauda
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Rolf Würz mit der ihm nun verliehenen Bartholomäusplakette aus Bronze. Im Hintergrund die Casa San Antonio. foto: sauda

Ausgezeichnet

Was die Casa San Antonio in Frankfurt ihm verdankt

  • vonGernot Gottwals
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Finanzexperte mit der Bartholomäusplakette geehrt

Manchmal passt einfach alles: Das richtige Objekt findet sich gerade dort, wo ein langjähriges Gemeindeglied wohnt, das als Sozialbezirksvorsteher gut vernetzt und in verschiedenen Gemeinde- und Stadtkirchengremien aktiv ist. Genauso ging es Rolf Würz mit der Casa San Antonio, die in Zusammenarbeit mit den muttersprachlichen spanischen, italienischen und portugiesischen Gemeinden Migranten aus Südeuropa beherbergt.

Zum Umhängen nicht geeignet

"Beim Aufbau und der Betreuung der Wohngemeinschaft kam schließlich die Frage, wer sich den Hut aufsetzt", sagt Rolf Würz. Mit Hüten ist er durchaus vertraut, vor allem mit Narrenkappen, denn Würz ist zudem seit vielen Jahren bei den Fidelen Nassauern in Heddernheim aktiv. Auch Orden sind ihm deshalb nicht fremd. "Aber dieser hier ist ziemlich schwer und nicht zum Umhängen gedacht", sagt er mit Verweis auf die bronzene Bartholomäusplakette. Da das Bartholomäusfest bedingt durch Corona nicht in üblicher Form gefeiert werden konnte, wurde die Auszeichnung Würz im kleinen Rahmen zusammen mit der ehemaligen Vorsitzenden der Stadtversammlung der Frankfurter Katholiken Daniela Marschall-Kehrel für die ehrenamtliche Arbeit in der katholischen Frankfurter Gemeinde- und Stadtkirchenarbeit verliehen. Würz hat in den vergangenen Jahren einige Prozesse im katholischen Leben Frankfurts begleitet, denn seit zehn Jahren ist er im Pfarrverwaltungsrat der Pfarrei Sankt Antonius und der fusionierten Großpfarrei Sankt Marien sowie als Delegierter der Vertreterversammlung des Gesamtverbandes der Frankfurter Katholiken tätig. Dabei wurde der gebürtige Niedersachse evangelisch getauft und war in jungen Jahren eher kirchenfern. "Doch ich war nie unreligiös und ließ mich vom Glaubenszeugnis katholischer Ordensleute zur Rückkehr und Konversion überzeugen." Mit einem Orden begann auch die Geschichte der Casa San Antonio, der spanischen Übersetzung für "Ordenshaus": "Denn die Wohngemeinschaft ist im ehemaligen Pfarrhaus von Sankt Antonius untergebracht, in dem zuletzt der Konvent der Dominikanerinnen von Bethanien wohnte", erklärt Würz. Vor sechs Jahren kamen viele mittellose Katholiken südeuropäischer, lateinamerikanischer oder afrikanischer Herkunft nach Frankfurt meldeten sich bei der italienischen, spanischen und portugiesischen Gemeinde, die sich wiederum hilfesuchend an die Stadtkirche wandten. "Wichtig ist für die Aufnahme in die Casa San Antonio, dass sich die Menschen legal aufhalten, von den Gemeinden betreut werden und dank ihrer Arbeit auch eine Perspektive haben, jedoch keine staatliche Unterstützung erhalten", erläutert Würz. Seine berufliche und ehrenamtliche Erfahrung in der Deutschen Beamtenkasse DEBK und in den katholischen Gremien kam ihm zugute, als er den rechtlichen und finanziellen Rahmen absteckte: 36 000 Euro Unterstützung erhält die Casa San Antonio jährlich durch das Bistum, der Rest wird durch Spenden und Kollekten abgedeckt - sollte dies nicht reichen, springt eine Kostenbürgschaft des Gesamtverbandes der Frankfurter Katholiken ein. "Als die Casa San Antonio eingerichtet und eröffnet wurde, war ich häufig vor Ort, um mich um neue Möbel oder Reparaturen zu kümmern", erinnert sich Würz. Nun engagiert er sich mehr in der Verwaltung, Betreuung und Begleitung der Wohngemeinschaft, die derzeit nur neun Bewohner zählt. Sonst ist es eher die doppelte Anzahl an betreuten Einzelpersonen und Familien. "Dadurch haben die Kinder aber auch mehr Platz zum Spielen und die Corona-Regeln können besser eingehalten werden", findet Manuela Martins, Koordinatorin der Italienischen Gemeinde. Was genauso wichtig ist: "Wenn es mal Dinge unter den Bewohnern zu regeln gibt oder wir sonst Hilfe brauchen: Rolf ist immer für uns da und kann mit Rat und Tat weiterhelfen", betont Fernanda Rodrigues, Sekretärin der Portugiesischen Gemeinde. Anerkennende Worte, die genauso wichtig sind wie eine Plakette. got

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