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CDU: Bürgerentscheid kann Rennbahn nicht retten

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Unabhängig vom Ausgang des Bürgerentscheids am 21. Juni werde es auf der Rennbahn künftig keinen Pferdesport mehr geben. Das hat CDU-Fraktionschef Michael zu Löwenstein gestern Abend im Planungsausschuss im Römer klargestellt.

Unabhängig vom Ausgang des Bürgerentscheids am 21. Juni werde es auf der Rennbahn künftig keinen Pferdesport mehr geben. Das hat CDU-Fraktionschef Michael zu Löwenstein gestern Abend im Planungsausschuss im Römer klargestellt. Der Rennbetrieb sei „wirtschaftlich gescheitert“, sagte er. Die Stadt werde ihn auf keinen Fall weiterhin finanziell unterstützen.

Löwenstein ist zuversichtlich, die Bürger von der Ansiedlung der DFB-Akademie auf dem Rennbahn-Areal überzeugen zu können. Sollten sie sich dennoch dagegen aussprechen, müsse sich der Fußballbund für eine andere Stadt entscheiden. „Wir können ihm nichts Gleichwertiges anbieten“, betonte Löwenstein.

Das allerdings bezweifeln andere Stadtverordnete. Sie monieren, dass Alternativ-Standorte für die DFB-Akademie nicht ernsthaft geprüft worden seien. „Wir werden an der Nase herumgeführt“, sagte Wolfgang Hübner (Freie Wähler BFF). „Es muss vorgesorgt werden für den Fall, dass der Bürgerentscheid für die Rennbahn ausgeht.“

Umstritten ist nach wie vor, ob es gerechtfertigt ist, dem DFB einen Teil der Rennbahn für 6,8 Millionen Euro Erbpacht zu überlassen. In der Bürgerrunde monierte Monika Hedderich, dass der DFB auf dem Gelände auch kommerzielle Einrichtungen unterbringen wolle. Dazu zählten mehrere Wirtschaftstöchter, ein Hotel und ein Reisebüro. Auch Lehrgänge für Spielervermittler zählten zum Programm. „Diese Aktivitäten sind nicht gemeinnützig“, sagte sie. Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) betonte, dass der DFB das Gelände nur für satzungsgemäße Zwecke verwenden dürfe. „Wirtschaftliche Nutzungen, die dem Zweck des DFB dienen, sind zulässig.“

Strittig blieb auch die Frage, inwieweit das DFB-Gelände öffentlich zugänglich sein wird. Hübner vermutet, dass ein „Hochsicherheitstrakt“ entsteht. Schließlich müssten dort Millionäre vor Anschlägen geschützt werden. „Das ist eine Verschlechterung gegenüber der heutigen Situation.“ Laut Cunitz aber wird es allenfalls Ballfangzäune geben. Ursula auf der Heide (Grüne) hielt der Opposition ein „absurdes Gedankenkonstrukt“ vor. Der DFB habe gar kein Interesse daran, sich abzuschotten. Heute hingegen werde man „in äußerst rüder Form“ des Platzes verwiesen, wenn man über das Gelände laufe.

Elke Tafel-Stein (FDP) prognostiziert ein „finanzielles Desaster“. Die Erbpacht, die der DFB zahle, sei viel zu gering. Zumindest für die geplanten Büros des Verbands müsse man mehr verlangen. Cunitz hingegen sagte, die Stadt erhalte künftig „ein Vielfaches dessen, was wir bisher vom Rennsport bekommen haben“.

(mu)

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