nsgesamt 1000 neue Wohnungen sollen beim Bauprojekt "Parkstadt II" am Hortensienring entstehen. Doch die seit langem geplante Maßnahme wirft immer mehr Fragen auf, von denen die meisten noch unbeantwortet sind. FOTO: reuss
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nsgesamt 1000 neue Wohnungen sollen beim Bauprojekt "Parkstadt II" am Hortensienring entstehen. Doch die seit langem geplante Maßnahme wirft immer mehr Fragen auf, von denen die meisten noch unbeantwortet sind.

Unterliederbach: Ökologisches Gutachten

CDU fordert Klarheit über Zukunft der Parkstadt

  • Michael Forst
    VonMichael Forst
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Der Westen wartet auf Antworten zum Projekt

Dringenden Rede- und vor allem Handlungsbedarf sieht die CDU im Ortsbeirat 6 (Frankfurter Westen) beim Thema "Parkstadt II" in Unterliederbach. Wie es mit dem Baugebiet "Nordwestlich Silobad" nun weitergehe, lautet denn auch die Frage eines Antrags an den Magistrat, den die Christdemokraten auf der heutigen Ortsbeiratssitzung ab 17 Uhr im Saalbau vorlegen werden. Verfasserin und Ortsvorsteherin Susanne Serke will damit bei der Stadt noch einmal eines der wichtigsten und heiß diskutierten Bauprojekte im Frankfurter Westen in Erinnerung rufen.

Es geht um 18 Hektar im Westen Unterliederbachs, westlich und teilweise nördlich des Hortensienrings, der das Wohngebiet "Parkstadt Unterliederbach" erschließt und an die Hunsrückstraße anbindet. Südlich befinden sich das Silobad und das Gewerbegebiet "Silostraße", die Fraport-Arena sowie in etwa 700 Meter Entfernung die Jahrhunderthalle.

"Vorzeichen haben sich verändert"

Seit die Planungsentwürfe Anfang 2019 vorgelegt wurden, hat sich indes nicht mehr viel getan in der Sache. Der Ortsbeirat 6 hatte der Aufstellung des Bebauungsplans zwar zugestimmt - allerdings mit der Maßgabe, erst verschiedene Punkte wie die Verkehrsanbindung, etwa über eine Westumgehung Unterliederbach und eine bessere Erreichbarkeit durch Busse, prüfen zu lassen.

Auch müsse, so fordert die CDU im Ortsbeirat seit langem, die Parkstadt in Zusammenhang mit dem ebenfalls geplanten Bildungscampus gesehen werden, was die Verkehrs- und Parksituation betrifft. Die Stadt plant auf einer 7,8 Hektar großen Fläche zwischen der Hunsrückstraße, dem Bahnübergang, der Hermann-Waibel-Allee und der Liederbacher Straße den Neubau der Paul-Ehrlich- und der Ludwig-Erhard-Schule. Doch zu all diesen Fragen, zu denen auch noch ein ökologisches Gutachten zur Frischluftzufuhr gehört, habe der Ortsbeirat bis heute noch keine Antworten erhalten, beklagt Serke. Dabei hätten sich mittlerweile "die Vorzeichen insgesamt etwas verändert".

Mehr Transparenz gefordert

Denn zum einen gewönne das Thema Klimaschutz immer mehr an Bedeutung. Zum anderen würden anderswo in der Stadt mittlerweile Pläne für bereits beschlossene Neubaugebiete wieder über Bord geworfen. Serke nennt als Beispiel das Neubauviertel Günthersburghöfe im Nordend, für das nun ein neuer städtebaulicher Entwurf erarbeitet werden solle.

Was sie besonders irritiert: Das Baugebiet "Nordwestlich Silobad" alias "Parkstadt Unterliederbach II" werde im aktuellen Koalitionsvertrag nur in einem Satz als Beispiel für ein "ökologisch-soziales und nachhaltiges Musterquartier" erwähnt. "Dabei wird nicht näher ausgeführt, was man darunter versteht, und vor allem: Wodurch das Baugebiet diese Kriterien erfüllt." Woran das liegen könnte? Serke argwöhnt: Die westlichen Stadtteile schienen insgesamt für die geplante Koalition "kaum erwähnenswert zu sein". Sie fordert Transparenz von der Stadt und hat zwei Erklärungen für die scheinbare Stagnation in Sachen Parkstadt: "Entweder wurden die Pläne mittlerweile abgeändert - dann wollen wir wissen, in welche Richtung es jetzt gehen soll. Oder aber wir werden komplett außer Acht gelassen, weil unsere Anliegen hier im Westen für die neue Koalition keine Priorität hat." Das wäre für sie inakzeptabel. Noch eine andere Frage treibt Serke um: Sie frage sich, vor dem Hintergrund der Folgen der Pandemie mit steigender Nutzung von mobiler Arbeit und Home-Office, inwieweit der Bedarf an Wohnraum neu geprüft und in die Planungen einbezogen werde.

Das Thema dürfte jedenfalls für viel Diskussionsstoff in der heutigen Ortsbeiratssitzung sorgen. Die Haltung der Grünen etwa schildert Fraktionsmitglied Frank Wiebe so: "Wir haben jahrzehntelang darauf hingewiesen, dass das Gebiet als Kaltluftentstehungsgebiet und für die Frischluft wichtig ist für das Klima in den benachbarten Stadtteilen." Ebenso habe man "mehrmals vorgeschlagen, das Gebiet zur Naherholung weiter zu entwickeln und die Landwirtschaft auf den dortigen sehr hochwertigen Böden nicht zu gefährden".

Wiebe fügt hinzu, dass, werde nun tatsächlich gebaut, es den Grünen wichtig sei, dass "die landwirtschaftliche Nutzung weiter möglich ist". Dabei wäre auch zu berücksichtigen, dass es zur Erschließung ein autofreies Verkehrskonzept gebe.

Michael Forst

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