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ARCHIV - Weit geht am 21.10.2014 in Frankfurt am Main aus Sitzungssaal im 41. Stock der Europäischen Zentralbank (EZB) der Blick über die Stadt. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa (zu dpa "Pk zum Bedarf an Wohnungen in Frankfurt und weiteren Städten und Gemeinden des Rhein-Main-Gebiets" vom 26.04.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Kulturpolitik

CDU-Kulturpolitiker Dürbeck möchte Stadtbühnen im Ostend neu bauen

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Bei einer Veranstaltung der CDU Sachsenhausen hat der kulturpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Römer, Thomas Dürbeck, die Debatte um die Sanierung von Schauspiel und Oper neu eröffnet. Zwar präsentierte er die Vorschläge als ?Privatmeinung?, die nicht mit der Fraktion abgestimmt sei, für Zündstoff dürften die Ideen trotzdem sorgen.

„Er leistet sich, was jeder gute Politiker tun sollte, eine eigene Meinung und vertritt diese.“ Mit diesen Worten stellte Jochem Heumann, Vorsitzender des CDU-Stadtbezirksverbandes , seinen Parteifreund Thomas Dürbeck vor. Und dann präsentierte Dürbeck im Saalbau Südbahnhof seine persönlichen Ansichten zur anstehenden Sanierung der Doppelanlage am Willy-Brandt-Platz.

In einer Machbarkeitsstudie im Juni vergangenen Jahres wurden die Kosten auf über 800 Millionen Euro veranschlagt, „Eine Summe, die alle schockiert hat“, wie Dürbeck sagte. Die Untersuchung hatte zwei Varianten einer Sanierung sowie einen Neubau beinhaltet. Es zeigte sich, dass die Sanierungs- und Neubaukosten fast gleich waren (848 bis 888 Millionen Euro). Vor allem die Kosten für die Ausweichspielstätten hält Dürbeck für ein großes Problem. Sie seien mit 78 Millionen Euro „optimistisch kalkuliert“. Die Kölner hätten diesen Wert bei der noch bis 2022 dauernden Sanierung ihrer Bühnen weit überholt. Zudem warnte Dürbeck vor langen Interimslösungen. Mit provisorischen Spielstätten werde es nicht mehr so einfach sein, begabte junge Künstler nach Frankfurt zu holen. Der Kulturpolitiker plädierte für rasches Handeln, denn: „Es wäre ein Jammer, wenn wir den Corpsgeist der Oper durch Taktieren und Hinhalten zerstören.“

Als Alternative zu den bisherigen Vorschlägen nannte Dürbeck einen Neubau des Schauspiels in der gegenüberliegenden Wallanlage. Die Oper solle danach in das Schauspiel ziehen. Weil mit dem Wegzug des Schauspiels Flächen frei würden, könne man diese entweder vermarkten, um einen Teil der Bau- und Sanierungskosten finanzieren zu können oder man könne das frei werdende Areal als Ausgleichsfläche für den Neubau des Schauspiels als Park anlegen.

Als Projekt „für die nächsten 100 Jahre“ plädierte Dürbeck für eine Verlagerung von Oper und Schauspiel auf das Raab-Karcher-Gelände nahe der EZB. Dort könne man am Fluss mit Blick auf die Skyline ein Schauspiel- und Opernhaus errichten, das auch ganztags genutzt werden könne. Zwar sei das Areal für viele ein Unort, aber „im Umkreis von 800 Metern wohnen dort mehr Menschen als am Willy Brandt-Platz“. Durch die Ansiedlung der EZB in unmittelbarer Nähe sei der Standort im Ostend ohnehin in das erweiterte Zentrum der Stadt gerückt. Dürbeck erinnerte daran, dass der heutige Standort der Bühnen beim Bau der ersten Anlage 1902 ebenfalls eine Stadtrandlage gewesen sei. Denn zwischen dem Hauptbahnhof und dem Theaterstandort habe es keine Bebauung gegeben. Für den Bühnenbau 1902 habe man damals das traditionsreiche Komödienhaus am heutigen Rathenauplatz abgerissen, das Goethes Mutter besucht hat. Dort wurde 1784 Schillers „Kabale und Liebe“ uraufgeführt.

Für den Neubau im Ostend müssen „wir groß denken“, betonte Dürbeck und ergänzte: „Wenn wir ein gutes, vernünftig geplantes Projekt haben mit künstlerischer Qualität, will ich sehen, wie Bund und Land bei der Frage nach Unterstützung reagieren. Mannheim habe für sein Nationaltheater auch 80 Millionen Euro vom Bund erhalten.

Die Vorfestlegung von SPD und Grünen mit den Bühnen am Willy-Brandt-Platz zu bleiben, nannte Dürbeck „ein großes Problem“.

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