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CDU nominiert als erste Frankfurter Partei ihren OB-Kandidaten

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Von: Thomas Remlein

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Blitz-Rochade am Tag nach der Abwahl: Uwe Becker (rechts) wird OB-Kandidat der CDU, Nils Kößler neuer Kreisvorsitzender. FOTO: Christoph Boeckheler
Blitz-Rochade am Tag nach der Abwahl: Uwe Becker (rechts) wird OB-Kandidat der CDU, Nils Kößler neuer Kreisvorsitzender. © christoph boeckheler*

Uwe Becker tritt am 5. März bei der Wahl zum neuen Frankfurter Oberbürgermeister an. Der Kreisvorsitz soll an Fraktionschef Nils Kößler übergehen.

Frankfurt -Als erste der fünf Parteien der erfolgreichen Abwahl-Koalition aus Grünen, SPD, FDP Volt und CDU hat gestern die CDU ihren Oberbürgermeisterkandidaten vorgestellt. Es handelt sich um den 53-jährigen Staatssekretär Uwe Becker, der bereits am Sonntag nach der erfolgten Abwahl von Peter Feldmann (SPD) Ansprüche auf die Kandidatur angemeldet hatte. Gleichzeitig legt Becker sein Amt als CDU-Kreisvorsitzender nieder. Nachfolger soll der 45-jährige CDU-Fraktionsvorsitzende im Römer, Nils Kößler, werden. Beide wurden vom fast 40-köpfigen CDU-Kreisvorstand einstimmig nominiert, wie Becker und Kößler bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz erklärten. Die beiden Personalvorschläge muss noch ein Kreisparteitag der Frankfurter CDU am Samstag, 26. November, beschließen.

Die politische Lähmung in Frankfurt beenden

„Wir haben gestern einen guten Tag für Frankfurt erlebt“, bewertete Becker die Ereignisse des Sonntags. „Die Frankfurter haben gezeigt, dass es ihnen wichtig ist, wie ihre Stadt regiert wird.“ Es sei ein Erfolg über Parteigrenzen hinweg. Nun könne die politische Lähmung beendet werden.

Die Niederlegung seines Amtes als Parteivorsitzender begründete Becker damit, dass er eine Brücke zu den Menschen bauen wolle, die nicht die CDU wählten, denn: „Ich will ein Oberbürgermeister für alle sein.“ 2019 ernannte ihn die hessische Landesregierung zum Beauftragten für Jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus in Hessen. Seit 2022 ist er hessischer Staatssekretär für Bundes- und Europaangelegenheiten. Beide Ämter will Becker trotzt des mehrere Monate dauernden Wahlkampfes weiterführen. Er sieht kein Problem, das zu vereinbaren: „Ich habe ein gutes Zeitmanagement. Mein Motor ist darauf eingestellt. Das kenne ich gut.“ Becker war von 2016 bis 2021 Frankfurter Bürgermeister und Kämmerer, zuvor Sozial- und Sportdezernent. Der gelernte Bankkaufmann ist verheiratet und Vater von Zwillingen.

Becker über Becker: „Herzblut, Anstand und Kompetenz“

In seiner Zeit im Frankfurter Magistrat hatte Becker auf der städtischen Internetseite als persönliches Motto folgenden Satz stehen: „Unser Leben ist zu kurz, um es nur an sich selbst zu verschwenden.“ Gestern sagte er über sich: „Herzblut, Anstand und Kompetenz zeichnen mich aus. Ich kenne die Stadt wie wenig andere.“

Er kündigte an, ein „handlungsfähiges Programm für die Zukunft der Stadt“ anbieten zu wollen. Dazu gehörten sozialpolitische Aspekte ebenso wie wirtschaftliche Themen. Zudem gehe es darum, liegengebliebene Probleme anzupacken, wie die Situation im Bahnhofsviertel. „Frankfurt braucht eine Führung, die nicht auf sich blickt, sondern auf die Interessen der Stadt“, erklärte Becker. Er wolle ein Oberbürgermeister für alle sein, unabhängig von Kultur und Herkunft oder welche Lebensentwürfe jemand habe. Besonders am Herzen liege ihm die soziale Frage, denn: „Ohne ein soziales Frankfurt funktioniert der gesellschaftliche Zusammenhalt nicht.“

„Drohungen sind nicht mein Stil“

Auf die Frage, ob er als Oberbürgermeister die Dezernate neu verteilen würde, sagte Becker: „Ich bin nicht der Mensch, der gleich mit dem großen Schwert kommt; Drohungen sind nicht mein Stil.“

Der designierte Parteichef Kößler würdigte Becker als „integre Persönlichkeit, die über jeden Zweifel erhaben ist“. Becker sei als kompetenter Politiker anerkannt.

Laut Vorschlag der Frankfurter Regierungskoalition und der CDU soll die anstehende Oberbürgermeisterwahl am 5. März stattfinden. Die Frankfurter SPD will am kommenden Donnerstag einen Kandidatenvorschlag vorlegen. Am 19. November wollen dann die Frankfurter Grünen über die Frage beraten, wer für sie antritt.

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