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"Christmas Garden" bringt das Frankfurter Stadionbad zum Leuchten

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Von: Stefanie Wehr

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Stadionbad mal ganz anders: Jürgen Vieth, der hier im Sommer die Freibadgäste bewirtet, stemmt jetzt die Gastronomie für die Lichtshow "Christmas Garden". Liegewiese, Bäume und Gebäude werden bunt angestrahlt, leise Musik ist zu hören. FOTO: michael faust
Stadionbad mal ganz anders: Jürgen Vieth, der hier im Sommer die Freibadgäste bewirtet, stemmt jetzt die Gastronomie für die Lichtshow "Christmas Garden". Liegewiese, Bäume und Gebäude werden bunt angestrahlt, leise Musik ist zu hören. © Michael Faust

Die Lichtshow ist mehr als zwei Kilometer lang, ein kleiner Weihnachtsmarkt bietet neben den normalen Markt-Angeboten auch Frankfurter Spezialitäten.

Frankfurt -Das Wasser ist weg, dafür glitzern die Rutschen und die Hecken rund ums Erlebnisbecken des Stadionbads in einem Lichtermeer. Jürgen Vieth freut sich über das weihnachtlich aufgehübschte Freibad, das im Winter normalerweise verwaist ist. Jetzt wandelt der Gastronom, der neben sechs Kneipen und Restaurants in Alt-Sachsenhausen auch im Stadionbad im Sommer die Imbissbuden betreibt, warm eingepackt in Winterjacke und Eintracht-Wollmütze über die Wiese. Er bleibt stehen und zeigt auf die Lichtprojektion im Wassernebel, der vom großen Schwimmbecken aus in den Nachthimmel gesprüht wird. Haie zucken über die Bildfläche, Seepferdchen tanzen miteinander, ein Segelschiff fährt vorüber.

Die Umkleide-Gebäude werden in wechselnden Farben angestrahlt, auf der Wiese scheinen riesige leuchtende Schneebälle zu liegen. Unter dem Laubengang führt der beleuchtete Spazierweg entlang, auf dem die Gäste durch die mehr als zwei Kilometer lange Lichtshow auf dem Gelände des Deutsche-Bank-Parks und des Stadionbads geführt werden.

Frankfurt: Liegewiese wird zur Leuchtwiese

Die große Liegewiese ist im Sommer stark frequentiert, im Winter liegt sie brach. Normalerweise. Das muss ja nicht sein, fand Vieth - man könne das Bad ja auch im Winter für Events nutzen. Ebenso wie die im Sommer gesperrte frühere Ballwiese, "die habe ich mal zufällig entdeckt", so Vieth. Dort ist jetzt der kleine Weihnachtsmarkt mit Kettenkarussell, Buden und Zelten aufgebaut, den Vieth mit einem 35-köpfigen Team aus dem Restaurant "Fraa Rauscher" in der Klappergasse und dem Sommer-Gastroteam des Stadionbads für den Christmas Garden betreut. Zu erkennen sind die Mitarbeiter an den weinroten "Fraa Rauscher"-Pullis mit aufgedrucktem Konterfei der berühmten Dame. An den zwölf Buden gibt es neben Snacks wie Pommes, Bratwurst, Zuckerwatte und gebrannten Mandeln auch typische Sachsenhäuser Spezialitäten - etwa Grüne Soße, heißen Ebbelwei und heiße Mispelchen.

"Das haben wir bewusst so gemacht, um in den Frankfurter ,Christmas Garden' auch Frankfurter Flair hineinzubringen", so Vieth. Die Lichtshow gibt es in Städten in ganz Europa von Madrid bis London, in Deutschland ist sie in neun Städten von Berlin bis zur Insel Mainau zu sehen.

Frankfurter Gastronom: Alt-Sachsenhäuser können mehr als Party

Vieth möchte mit seinem "Sachsenhäuser" Engagement bei der Frankfurter Schau auch zeigen, dass "wir Wirte aus Alt-Sachsenhausen viel mehr können als Party und Lärm, also das, womit die Leute das Viertel in Verbindung bringen". In den Zelten konnten Firmenfeiern gebucht werden, mit Buffet und allen Schikanen. Nur wenige fanden allerdings tatsächlich statt, da viele wegen der steigenden Corona-Fallzahlen dann doch lieber absagten. Mit dem "Fraa Rauscher"-Team hätte Vieth auch die Eisbahn in Neu-Isenburg bewirtet, die abgesagt wurde.

Corona lässt Wirte umdenken, auch in Alt-Sachsenhausen, so Vieth. Das Ausgehverhalten habe sich um 180 Grad gedreht. Das Publikum sei jünger geworden, die Älteren blieben zunehmend weg, vermutlich aus Angst. Auch Einlasskontrollen auf 2G hielten viele davon ab, auszugehen. "In Alt-Sachsenhausen könnten 2G-Bändchen helfen, die den Einlass vereinfachen", schwebt Vieth vor. Den Weihnachtsmarkt auf dem Paradiesplatz sagte die Initiative Alt-Sachs-Neu dieses Jahr wegen Corona erneut ab. Und der Freitagstreff, bei dem jung und alt auf dem Paradiesplatz zusammensaßen, ist längst Geschichte. Der Weihnachtsmarkt im Stadion hingegen könnte Zukunft haben: Der "Christmas Garden" soll auch nächsten Winter wieder Stadionbad und Stadion in buntes Licht tauchen.

Christmas Garden

Die Lichtshow ist bis 16. Januar verlängert worden, Tickets (2G) unter www.christmas-garden.de

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