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Liebt ihre Wahlheimat Frankfurt: Claudia Schick, feste Größe in der Hessenschau.

Stadtgeflüster

Claudia Schick ist die Frau für alle Fälle

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Sie hat eins der bekanntesten Fernsehgesichter Hessens: Für unser Stadtgeflüster plaudert Claudia Schick über ihre einprägsamsten Interviews

Zuschauer kennen sie aus Sendungen wie „Report München“, die sie gut zehn Jahre lang moderierte, oder „Hessenschau kompakt“ und – natürlich – von „MEX. Das Marktmagazin“, durch das sie nun im zwölften Jahr führt: Claudia Schick  . Die 54-Jährige, die in Kassel das Licht der Welt erblickte und mit dem Künstler Dieter Mammel liiert ist, kommt viel rum. Verheiratet sind die beiden aber nicht. „Nee, nee, nee. Wir sind seit 16 Jahren zusammen. Ich finde es nicht spießig, zu heiraten, aber das brauchen wir nicht“, sagt Claudia Schick. „Für mich ist er mein Mann und ich bin seine Frau. Er ist das größte Glück meines Lebens.“

Claudia Schick hat zwei Konstanten in ihrem Leben: Dieter Mammel und ihren Beruf. Sie wuchs in Hamburg auf, arbeitete unter anderem in München und wohnte in Spanien, wo sie als Auslandsreporterin für die ARD unterwegs war. „Es ist ein Traumberuf“, sagt sie. „Ich bin jetzt bei der Hessenschau eine sogenannte Springerin“, erklärt Claudia Schick, von den Kollegen liebevoll „Schicki“ gerufen. „Ich bin die, die alles macht. Und das ist das Schöne. Diese Abwechslung schätze ich enorm“, sagt Claudia Schick.

Claudia Schick verliebte sich fast in Henri Nannen

Sie hat hunderte, wenn nicht sogar tausende von Interviews geführt. Doch eins brannte sie in ihre Gedächtnis. Das ist schon ein paar Jahre her. Damals arbeitete sie für das RTL-Nachtjournal unter der Leitung von Heiner Bremer und „ich habe das letzte Interview mitHenri Nannen  gemacht“ – dem langjährigen Herausgeber und Chefredakteur des „Stern“. Also eine journalistische Koryphäe. „Wir waren in seinem kleinen Museum in Norddeutschland und er war schon sehr krank“, erinnert sie sich. Geplant war: Die Geschichte sollte von Nannens Kunstleidenschaft handeln. Einziges Problem: Er sollte seiner Krankheit wegen nicht aufstehen. Doch kaum hatte Claudia Schick ihre erste Frage gesellt, schon erhob sich der damals 83-jährige Nannen und zeigte ihr seine gesammelten Werke. „Alles, was ich über ihn gelesen hatte, dass er ein Womenizer gewesen sein soll, zeigte sich“, berichtet die Reporterin, deren Augen bei diesen Erinnerungen glänzen. „Ich dachte damals, ich stünde kurz davor, mich in einen 83-Jährigen zu verlieben“, sagt die Nordendlerin.

Ein weiteres Gespräch, an das sie gern zurückdenkt, ist das mit dem Schauspieler Hardy Krüger  bei der Buchmesse. „Ich komme aus einer Schauspielerfamilie.“ Ihr Großvater und ihre Großmutter, ihr Vater und ihr OnkelAndreas von der Meden, der den Frosch Kermit von der Semsamstraße sprach, waren Mimen. „Als Kind brachte ich immer Freunde mit nach Hause und bat meinen Onkel, uns ,den Kermit zu machen’“, weiß Schick noch und muss schmunzeln. „Mein Großvater war musikalischer Leiter am Thalia Theater in Hamburg und Hardy Krüger hatte seine erste Rolle dort“, kehrt Schick zu dem Buchmesse-Talk mit dem berühmten Schauspieler zurück. Im Vorgespräch zum Krüger-Interview sprach dieser viel über Edmund von der Meden , Schicks Großvater, der für sie ein sehr wichtiger Mensch war. „Und Krüger, der so viel erlebt hat, konnte sich an alles erinnern. Da kamen mir die Tränen.“ Stellt sich nur die Frage, warum Claudia Schick bei diesem familiären Hintergrund, nicht selbst Schauspielerin geworden ist. „Nein“, sagt sie entschlossen. „Das wollte ich nie.“ Früh stand für sie fest, Journalistin zu werden.

Stadtgeflüster: Von der Regionalzeitung führte Claudia Schicks Weg bis zum HR

Sehr zum Verdruss ihres Vaters. „Der fand dass furchtbar.“ Aber das änderte sich. Von der Regionalzeitung über den Stern machte sie Praktika. Aber wegen ihrer Stimme landete sie beim Radio. Beim Privatfunk. Später kam sie zum NDR, wo sie volontierte und wo sie den Schwerpunkt Fernsehen wählte. Ihr erster Beitrag: Ein Ökowindeln-Projekt im Uniklinikum Eppendorf. Und auch an ihren ersten Fernsehsatz kann sie sich noch sehr gut erinnern. Wenn sie heute mal nicht vor der Kamera steht, „dann bin ich Muse für meinen Mann“, sagt sie. Und auch da kommt sie viel rum, denn „er stellt die Bilder international aus und dann bin ich dabei“. Aber Frankfurt, wo sie zur Jahrtausendwende ankam, ist nicht nur ihre Wahlheimat, „sondern die spannendste Stadt Deutschlands“, so die Frau, die viele Vergleichsmöglichkeiten hat. „Ich mag die schroffe Art der Frankfurter. Aber dann kommt man sofort ins Gespräch“, so Claudia Schick, die auch die Theaterlandschaft sehr zu schätzen weiß. Klar, bei der Verwandtschaft.

(es)

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