Untersuchung eine Kindes. FOTO: Archiv
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Untersuchung eine Kindes.

Krankenhaus Neubau II

Clementine-Neubau erst 2026 fertig

  • Matthias Bittner
    VonMatthias Bittner
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Statik bremst Arbeiten im Nordend aus

Ursprünglich sollte der Neubau des Clementine-Kinderhospital in der Richard-Wagner-Straße schon 2023 fertig sein. Die Bauarbeiten verzögern sich aber, weil im Eckgebäude Richard-Wagner-Straße/Weberstraße unvorhergesehene Statikmängel entdeckt wurden. Das Gebäude wird wohl abgerissen und neu gebaut. Die Konsequenz: Deutliche Mehrkosten und eine Verzögerung von drei Jahren. "Das ist eine Katastrophe für uns, unsere Mitarbeiter und die Nachbarn", sagte Marcus Amberger, einer von zwei Geschäftsführern des Bürgerhospitals, in der Sitzung des Ortsbeirates 3 (Nordend).

Die Erdaushubarbeiten sollten abgeschlossen sein, bevor die ersten Bewohner auf dem einstigen Areal des Marienkrankenhauses eingezogen sind. Jetzt müssten sie die komplette Bauzeit miterleben, bedauert Amberger. Und: "Wir sind eine Schicksalsgemeinschaft, auch wir sind unverschuldet in diese Situation geraten."

Parallel zu den erforderlichen Umplanungen für den Neubau laufe eine juristische Auseinandersetzung mit der Katharina Kaspar Via Salus GmbH, von der das Bürgerhospital das Areal für den Neubau gekauft hatte. Erst 2006 war das nun schadhafte Gebäude fertiggestellt worden. Darin befand sich die Palliativ-Station des Marienkrankenhauses. Das Klinikgelände wurde verkauft, nachdem die Katharina Kaspar Via Salus GmbH entschieden hatte, die meisten Abteilungen des Marienkrankenhauses in einem Neubau neben dem Elisabethen-Krankenhaus in Bockenheim unterzubringen. Auch diese Klinik betrieb die Katharina Kaspar Via Salus GmbH, sie hat das Haus aber mittlerweile veräußert.

Das Eckgebäude sollte in den Neubau integriert werden. Jetzt ist geplant, es abzureißen und nachzubauen. "Wir fangen also nicht komplett bei Null an", sagte Amberger auf Nachfrage von CDU-Fraktionsvorsitzende Claudia Ehrhardt. 2022 soll der Bauantrag eingereicht werden, 2023 sollen dann die Bagger anrollen.

Kosten steigen um 26 Millionen Euro

Die unvorhergesehene Entwicklung hat eine Kostensteigerung zur Folge: Laut Amberger kostet der Neubau statt 41 rund 67 Millionen Euro. Auch die steigenden Materialkosten trügen dazu bei. Und die Verzögerungen in der Richard-Wagner-Straße haben zur Folge, dass das Kinderhospital erst später ins Nordend umziehen kann und länger in der Theobald-Christ-Straße (Ostend) bleiben muss. Das wiederum verzögert den Baustart für die geplante neue Grundschule am bisherigen Klinikstandort. Der Unterricht dort sollte zum Schuljahr 2025/2026 starten.

Der Neubau hat sechs Etagen und misst 27 Meter an der höchsten Stelle. Mit dem Bürgerhospital wird er über eine Brücke in 7,5 Metern Höhe verbunden. Das ermöglicht Patiententransporte zwischen den Kliniken. Im obersten Geschoss wird es einen nicht öffentlichen Dachspielplatz für Patienten und Angehörige geben, auf dem Flachdach des niedrigeren Gebäudeteils an der Ecke Richard-Wagner-Straße und Weberstraße einen Dachgarten für Patienten. Außerdem entsteht unter dem Gebäude eine Tiefgarage.

Diese ist ausschließlich für Mitarbeiter gedacht, die die Parksituation im Nordend vor Probleme stelle. Mitarbeiter von außerhalb seien aufs Auto angewiesen. Amberger kritisierte deshalb die Stadt für die geplante Einführung der neuen Parkregelung. Kostenlose Parkplätze gibt es nicht mehr, außer Anwohner mit Parkausweis müssen alle anderen bezahlen. "Diese Kosten machen 20 Prozent vom Netto aus", rechnete Amberger vor und sieht im Konkurrenzkampf mit städtischen Kliniken eine Wettbewerbsverzerrung. Aus Kostengründen könne das Bürgerhospital nämlich den 1400 Mitarbeitern kein Jobticket anbieten und auch kein Parkhaus betreiben. Matthias Bittner

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