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Chronisch obstruktive Lungenerkrankung

COPD: Wenn die Luft immer dünner wird

Lungenkrebs kommt oft nicht allein: Viele Patienten leiden zudem an COPD (chronische obstruktive Lungenerkrankung). Besonders bitter: Selbst wenn bei Betroffenen ein Tumor früh erkannt wird und theoretisch noch heilbar wäre, können sie zumeist nicht mehr operiert werden.

Es ist wie ein Asthmaanfall, der nie mehr aufhört: Wer an der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung COPD leidet, dem bleibt sprichwörtlich die Luft weg, vor allem unter Belastung, im fortgeschrittenen Stadium aber auch im Ruhezustand. Hinzu kommen Husten und Auswurf. Was oftmals als Raucherhusten oder Raucherlunge leichtfertig abgetan wird, ist eine ernstzunehmende, lebensbedrohliche Erkrankung. Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass aktuell mehr als 64 Millionen Menschen an COPD leiden und die Erkrankung bis zum Jahr 2030 die dritthäufigste Todesursache weltweit sein wird.

Oftmals ist die COPD eine Kombination von chronischer Bronchitis und Lungenemphysem, also einer überblähten Lunge. Dabei werden, vor allem bedingt durch Zigarettenrauch, die Wände der Lungenbläschen zerstört. Viele winzig kleine Lungenbläschen verschmelzen so zu großen Blasen. Je größer diese Blasen werden, umso weniger lebenswichtigen Sauerstoff kann die Lunge aus der Luft filtern.

Das Lungengewebe Betroffener ist irreparabel geschädigt. „Das, was man verloren hat, ist weg“, sagt Prof. Dr. Joachim Bargon, Leiter der Medizinischen Klinik am Elisabethenkrankenhaus in Bockenheim. Sprays können Linderung verschaffen, aber keine Heilung. Viele Betroffene benötigen dauerhaft Sauerstoff. Auch Physiotherapie könne die Symptome lindern, erläutert Bargon.

Hauptrisikofaktor für die Erkrankung ist, genau wie beim Lungenkrebs, das Rauchen. Neun von zehn COPD-Patienten sind Raucher oder Ex-Raucher. Bei einem von fünf langjährigen Rauchern tritt die Erkrankung früher oder später auf. Auch Luftverschmutzung und häufige Infekte im Kindesalter können die Entstehung begünstigen.

Schätzungen zufolge leiden allein in Deutschland 3 bis 5 Millionen Menschen an COPD. Und: „Es scheint so zu sein, dass Patienten, die COPD haben, auch häufiger Lungenkrebs bekommen“, berichtet Bargon.

Kommen beide Erkrankungen zusammen, ist die Prognose für die Betroffenen in der Regel schlecht, weil die Mediziner den Tumor, selbst wenn er frühzeitig erkannt wird, in vielen Fällen nicht entfernen können. „Die Operabiliät hängt vom Ausmaß des Tumors und der Lungenfunktion ab. Bei schlechter Lungenfunktion kann man oft den Tumor nicht mehr operativ angehen“, sagt Bargon. Denn wenn die Lunge nicht mehr richtig arbeitet, kann man Betroffenen nicht auch noch einen Teil davon entfernen.

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