Ein Kind hält ein Plakat mit der Aufschrift "Kleine Kinder = Kleine Rechte?" neben seiner Mutter bei einem Protest auf dem Römerberg. Mütter, Väter und Kinder demonstrierten für die Beachtung der Kinderrechte während der Pandemie.
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Ein Kind hält ein Plakat mit der Aufschrift "Kleine Kinder = Kleine Rechte?" neben seiner Mutter bei einem Protest auf dem Römerberg. Mütter, Väter und Kinder demonstrierten für die Beachtung der Kinderrechte während der Pandemie.

Auf den Barrikaden

Eltern protestieren in Frankfurt gegen Corona-Beschränkungen

  • vonJohannes König
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Eltern aus Frankfurt demonstrieren am 01.05.2020 auf dem Römerberg und in Bornheim gegen die Corona-Beschränkungen.

  • In Frankfurt demonstrieren Eltern am 01.05.2020 gegen Corona-Maßnahmen 
  • Auf dem Römerberg und in Bornheim finden Kundgebungen statt
  • Elternproteste gibt es nicht nur in Frankfurt

Frankfurt - Die Eltern haben die Nase voll. Kitas, Kindergärten und Grundschulen sind geschlossen, Spielplätze gesperrt. Ein Ende ist nicht in Sicht. Gestern haben sie ihrem Unmut bei einer Demonstration auf dem Römerberg Luft gemacht, weitere Proteste in Frankfurt sind geplant. Für den morgigen Freitag, 15 Uhr, ruft eine Initiative um die Frankfurterin Angela Wolf zur Demonstration in Bornheim-Mitte auf. Für Samstag, 11 Uhr, ist der nächste Protest auf dem Römerberg geplant.

Facebookgruppe zu Elternprotest mit 9000 Mitgliedern

Während die Demonstrationen auf dem Römerberg überwiegend über die Facebook-Gruppe #Elterninderkrise initiiert werden, die knapp zehn Tage nach ihrer Gründung schon knapp 9000 Mitglieder verzeichnet, wird die Bornheim-Demo unter dem Motto "Lasst sie raus" von Angela Wolf und einer ihrer Freundinnen organisiert. Seit Wochen seien ihre beiden Kinder im Grundschulalter zu Hause, erzählt Wolf. "Die wollen ihre Freunde wieder treffen", sagt die 42-Jährige. Aber es geht ihr nicht nur um ihre persönliche Situation, sondern um alle Eltern. Viele könnten es nicht leisten, ihre Kinder zu Hause zu unterrichten und rund um die Uhr zu betreuen. Sei es, weil sie kein Deutsch könnten oder zu Hause arbeiten müssten. "Das ist für Familien extrem belastend."

So entstand die Idee der Demonstration unter dem Motto "Lasst sie raus". Die Organisatorinnen fordern eine baldige Lösung, wie Schulen, Kindergärten, Krabbelstuben und Spielplätze wieder öffnen können und damit Grundrechte wie das Recht auf Bildung und das Recht auf soziale Teilhabe wieder gelebt werden können.

Nicht nur in Frankfurt wurde gegen Corona-Maßnahmen protestiert

"Dabei sind wir auch gerne bereit, bei Lösungen mitzuarbeiten oder in einen Thinktank einzusteigen", sagt Wolf. Möglich wäre es etwa, Klassen in Gruppen aufzuteilen, mit Schüler- und Lehrerteams. Das Kultusministerium und die Schulleitungen müssten sich Gedanken machen, wie eine sinnvolle Praxis aussehen solle. Auch in Kitas könnten sich die gleichen Gruppen von Erzieherinnen und Kindern etwa tageweise abwechseln. Natürlich müsse man die Infektionsgefahr so gering wie möglich halten. Aber: Man müsse kreativ werden, fordert Wolf.

Ganz ähnlich liest sich der Forderungskatalog der bundesweiten Initiative #Elterninderkrise. Die dort engagierten Mütter und Väter fordern einen konkreten Fahrplan, wie es für Familien mit Kindern weitergehen soll. Zudem wünschen sie sich Konzepte für die unterschiedlichen Herausforderungen, vor denen Familien aktuell stehen: "Wir brauchen genauso Lösungen für Eltern, die ihre Kinder weiter zu Hause betreuen/beschulen wollen, wie auch für Eltern, die auf die Notbetreuung angewiesen sind." Außerdem sei eine finanzielle Kompensation für Familien nötig, die wegen der Betreuungssituation nicht mehr oder nicht in gleichem Umfang wie zuvor arbeiten können: "Homeoffice ist für Eltern von kleinen Kindern keine Lösung des Betreuungsproblems", betonen die Initiatoren.

Die nächsten Demonstrationen sind am morgigen Freitag um 14 Uhr in Bornheim-Mitte, am Samstag, 2. Mai, auf dem Römerberg. jkö/red

Wegen der Corona-Pandemie reicht in manch Kindertagesstätte schon ein kleiner Schnupfen, um die Knirpse nach Hause zu schicken. Kinderarzt Dr. Burkhard Voigt über „Attestitis“, Infekte und das Leben mit der Angst.

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