News-Ticker zu Covid-19

Corona am Flughafen Frankfurt: Lufthansa rechnet mit enormen Stellenabbau

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Die Corona-Krise trifft den Flughafen Frankfurt mit voller Wucht: Der Verkehr ist massiv zurückgegangen. Lufthansa geht ohne Staatshilfe pleite. Der News-Ticker.

Update vom Freitag, 24.04.2020, 20.45: Lufthansa-Chef Carsten Spohr rechnet mit einem Abbau von 10 000 Jobs in der Corona-Krise, dies meldet die Presseagentur dpa.  Die Flotte werde um etwa 100 Flugzeuge schrumpfen, sagte der Vorstandsvorsitzende am Freitag in einer internen Botschaft an die Mitarbeiter. Bislang hatte die Lufthansa die Zahl von 7000 Stellen genannt, die krisenbedingt wegfallen könnten. Unter anderem soll der Betrieb der Gesellschaft "Germanwings" eingestellt werden.

Corona-Krise: Spohr rechnet für 2023 mit Gleichgewicht für Lufthansa

Spohr rechnet erst für das Jahr 2023 wieder mit einem Gleichgewicht für das Unternehmen, das dann ein anderes sein werde. "Wir waren als erste Branche von dieser weltweiten Krise betroffen und die Luftfahrt wird mit die letzte sein, die sie verlassen wird", sagte der Lufthansa-Chef der dpa. 

Fluggesellschaften in Corona-Krise

Frankfurt – Seit Wochen hat das Coronavirus Sars-CoV-2 den Flughafen Frankfurt und die Beschäftigten fest im Griff. Reisen sind massiv zurückgegangen, die größte deutsche Airline Lufthansa kämpft ums wirtschaftliche Überleben.

Corona am Flughafen Frankfurt: Lufthansa ohne Staatshilfe pleite

So kann sich Lufthansa, dessen Heimatbasis der Flughafen Frankfurt ist, nicht mehr aus eigener Kraft aus der Corona-Krise retten. Diese Einschätzung teilte der Dax-Konzern am Donnerstag (23.03.2020) mit, nachdem die Airline für das erste Quartal einen Verlust von 1,2 Milliarden Euro vermeldet hatte.

Für das laufende zweite Quartal werde ein noch deutlich höheres Minus erwartet, teilte das Unternehmen in Frankfurt mit. Es sei zudem noch nicht absehbar, wann der Flugbetrieb in der Corona-Pandemie wieder ausgeweitet werden könne.

Aktuell verfüge Lufthansa insgesamt über 4,4 Milliarden Euro flüssige Mittel, die allerdings in den „nächsten Wochen“ aufgrund der Corona-Krise deutlich zurückgehen werden, hieß es. „Der Konzern rechnet nicht damit, den entstehenden Kapitalbedarf mit weiteren Mittelaufnahmen am Markt decken zu können.“

Corona am Flughafen Frankfurt: Lufthansa verhandelt mit Regierung

Airline Lufthansa, die laut Oberbürgermeister Peter Feldmann extrem wichtig für den Flughafen Frankfurt ist, steckt den Angaben zufolge „in intensiven Verhandlungen“ mit der deutschen Regierung. In einem Interview mit der „Bild-Zeitung“ sagte Feldmann: „Die Lufthansa ist existenziell für den Wirtschaftsstandort Frankfurt. Und Frankfurt ist das Drehkreuz der Wirtschaft für Deutschland.“

Nicht nur die angeschlagene deutsche Airline Lufthansa bereitet dem Flughafen Frankfurt Sorgen, auch das Passagieraufkommen ist innerhalb der Corona-Pandemie massiv eingebrochen. Nach dem Osterwochenende verschärfte sich der Negativtrend erneut.

Corona am Flughafen Frankfurt: Passagieraufkommen um mehr als 95 Prozent eingebrochen

Vom 13. bis 19. April zählte der Flughafenbetreiber Fraport an Deutschlands größtem Airport 37.015 Fluggäste: Ein Rückgang von 97,3 Prozent während Corona am Flughafen Frankfurt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Woche davor sank die Anzahl der Passagiere bereits um 96,8 Prozent.

Fraport, Betreiber des Flughafen Frankfurt, entschied sich aufgrund des Rückgangs in der Corona-Krise bereits zu einem drastischen Schritt und machte das Terminal 2 völlig dicht. Die Abwicklung des noch vorhanden Flugverkehrs erfolgt im Terminal 1.

Personen, die trotz Corona-Krise den Flughafen Frankfurt besuchen, müssen sich darauf einstellen, dass Geschäfte und Restaurants ausschließlich stark beschränkt geöffnet haben. „Gemäß der Erlasse der Bundes- und Landesregierung hinsichtlich der Bekämpfung des Coronavirus (Covid-19) haben wir Öffnungszeiten von Geschäften und Restaurants innerhalb der Terminals reduziert“, hieß es von Fraport.

Corona am Flughafen Frankfurt: Apotheken haben geöffnet

Die Apotheken am Flughafen Frankfurt sind im Zuge der Corona-Pandemie weiterhin geöffnet. Reisende und Besucher können an folgenden Standorten Medikamente und Schutzartikel kaufen:

  • Terminal 1, Shopping Boulevard, Ebene 2, täglich von 6.30 bis 21 Uhr
  • Terminal 1, Flugsteig Z, Ebene 4, täglich von 7 bis 14 Uhr
  • The Squaire, Marktplatz, täglich von 7 bis 21 Uhr

Reisende am Flughafen Frankfurt sollten sich in jedem Fall über ihren Flug informieren. „Abfliegende Passagiere werden dringend gebeten, sich vor Reiseantritt mit ihrer jeweiligen Airline in Verbindung zu setzen“, teilte Fraport mit.

Für Anwohner im Rhein-Main-Gebiet hat die Coronakrise auch positive Auswirkungen: Der Fluglärm ist zurückgegangen, weil weniger Flüge vom Flughafen in Frankfurt starten. 

DerBilligflieger Ryanair plant, im Sommer den Flugbetrieb nach der Corona-Pause wieder zu starten. Für die Flüge sollen strenge Regeln gelten.

Der Flughafen Frankfurt steht wegen der Corona-Krise weitgehend still. Für den Neustart des Flugverkehrs sind Fiebertests im Gespräch.

Die Lufthansa möchte ihren Streckenplan erweitern. Allein für Frankfurt sind 20 neue Ziele geplant.

Durch Staatshilfen hätte die Position der Lufthansa am Flughafen Frankfurt auf der Kippe gestanden. Aber die Lufthansa lehnt das Corona-Rettungspaket vorerst abgelehnt .

Rubriklistenbild: © picture alliance/Boris Roessler/dpa

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