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Ein Corona-Testmobil des DRK steht vor dem August-Stunz-Zentrum in Frankfurt. Zwei Bewohner sind in der Einrichtung an Covid-19 gestorben.

Schutzausrüstung bleibt Thema

Corona in Frankfurt: Altenheime in Sorge – plötzliche Todesfälle und immer mehr Infizierte

In den Altenheimen in Frankfurt ist die Corona-Krise noch lange nicht zu Ende. Auch Schutzausrüstung bleibt ein Thema.

  • Altenheime in Frankfurt sind vom Coronavirus besonders betroffen
  • Immer noch gibt es viele Corona-Infektionen, auch Mitarbeiter sind betroffen
  • Die Beschaffung von Schutzausrüstung bleibt ein großes Thema

Frankfurt – Entspannung in Sachen Corona-Infektionen ist in Frankfurt nicht in Sicht. Am Dienstag (15.04.2020) meldete das hessische Sozialministerium 862 mit dem Sars-CoV-2-Erreger Infizierte - 25 mehr als zwei Tage zuvor. Auch die Zahl der an der schweren Lungenkrankheit Covid-19 Verstorbenen ist gestiegen – von zwölf auf 13.

Corona in Altenheimen in Frankfurt: Bewohner und Mitarbeiter infiziert

In den Frankfurter Altenwohn- und -pflegeeinrichtungen, in denen es Anfang April zu Corona-Infektionen gekommen war, scheint die Lage unter Kontrolle. Im Pflegehaus Alt-Praunheim, einer Einrichtung des Frankfurter Verbandes, war das Virus zuerst ausgebrochen. Vier betagte Frauen und zwei Männer hatten laut Geschäftsführer Frédéric Lauscher zunächst eher leichte Symptome von Covid-19 gezeigt und kamen ins Krankenhaus.

Alle aktuellen Entwicklungen der Corona-Krise in Frankfurt gibt es in unserem News-Ticker

Alle Bewohner der betroffenen Wohneinheit sowie das dortige Pflegepersonal wurden getestet. Am Ostermontag sei erneut ein „Komplett-Test“ durchgeführt worden, dem sich sämtliche bis dahin nicht positiv getestete Bewohner und das Personal unterzogen hätten. Sechs positiv getestete Mitarbeiter seien umgehend in häusliche Quarantäne geschickt worden. Von den 13 infizierten Bewohnern befänden sich sechs in stationärer Behandlung. Ob sie dort intensivmedizinisch behandelt und beatmet werden, konnte Lauscher nicht sagen.

Corona in Frankfurt: Zwei Altenheim-Bewohner plötzlich verstorben

Während der Ostertage seien zwei an Covid-19 erkrankte Bewohner in der Klinik verstorben. Sie hätten zunächst eher milde Symptome gezeigt und seien „plötzlich“ verstorben. „Ob sie ursächlich der Krankheit erlegen sind oder ihren teils erheblichen Vorerkrankungen, ist schwer einzuordnen und zu bewerten“, so Lauscher. Aufschluss könne letztlich nur eine Obduktion geben.

Der Ausfall von sechs Mitarbeitern im Haus Alt-Praunheim könne aufgefangen werden, indem Personal aus anderen Bereichen eingesetzt werde. Lauscher: „Die Tagespflege-Einrichtungen sind derzeit geschlossen. Diese freien Kapazitäten kann man nun in der Pflegeeinrichtung einsetzen.“

Große Sorge bereitet die Beschaffung von Schutzausrüstung für das Pflegepersonal. „Wir sind in ständiger Beschaffung“, so Lauscher. Auf die hohe Nachfrage am Markt reagiere der Preis. Lauscher wünscht sich, dass nicht jede einzelne Einrichtung ihrem Bedarf an Schutzmaterial nachjagen und damit in Konkurrenz zu anderen Pflegeeinrichtungen und Kliniken treten muss, sondern dass dies „der Staat“ erledigt. „Er müsste große Mengen kaufen und an Kliniken und Pflegeeinrichtungen im Land verteilen.“

Corona in Frankfurt: Schutzausrüstung bleibt in Altenheimen Thema

Materialsorgen hat das August-Stunz-Zentrum der Arbeiterwohlfahrt (Awo) nicht. Man habe vorgesorgt, ausreichend Masken und sonstigen Bedarf im Bestand, teilte kürzlich ein Sprecher auf Anfrage mit. Nachdem bei Bewohnern in zwei Abteilungen der Altenpflegeeinrichtung im Ostend das Coronavirus aufgetreten war, waren alle 203 Bewohner und alle 232 Mitarbeiter getestet worden. Elf Bewohner seien positiv getestet worden, zudem zehn Mitarbeiter. Sechs der infizierten Bewohner seien in stationäre Behandlung gekommen. Zwei von ihnen seien dort verstorben.

Bei der Todesursache herrsche wegen der Vorerkrankungen der Betroffenen Unsicherheit. „Man spricht deshalb von ,gestorben unter Covis'“, so der Sprecher. Dies zeige an, dass der Verstorbene positiv getestet worden sei. Die Testungen seien fortgesetzt worden. Die Ergebnisse der Testreihe von vergangener Woche lägen derzeit noch nicht vor. Weitere Erkrankungsfälle seien bislang weder beim Personal noch bei den Bewohnern erkennbar.

Corona hat Frankfurt weiterhin fest im Griff

Auch im Betreuten Wohnen der Budge-Stiftung in Seckbach hatten drei Bewohner Krankheitssymptome gezeigt und waren positiv getestet worden. Gestern gab es keine Auskunft zum Stand.

Die Corona-Krise beherrscht derzeit das Leben in Frankfurt. Schriftstellerin Nina Maria Marewski aus Frankfurt hat eine Corona-Erkrankung durchgestanden. Für sie war es eine schwere Prüfung. Auch die Wirtschaft leidet unter der Krise: Viele Betriebe haben große Probleme. Ein paar werden durchaus kreativ. Alle Entwicklungen zu Corona in Frankfurt gibt es im News-Ticker.

enz

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