Impfwillige stehen im Rahmen einer Sonder-Impfaktion des Gesundheitsamtes Frankfurt vor einem Impfzentrum auf der B-Ebene der Hauptwache Schlange, um sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen.
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Wer sich in Frankfurt gegen das Coronavirus impfen will, muss lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Durch die Rationierung des Biontech-Impfstoffs wird sich die Situation verschärfen. (Archivfoto)

Gesundheitsdezernent empört

Biontech-Rationierung: Jede zweite Corona-Impfung in Frankfurt droht auszufallen

  • Thomas J. Schmidt
    VonThomas J. Schmidt
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In Apotheken – und damit bei den Hausärzten – und im Impfzentrum Frankfurt fehlt Corona-Impfstoff. Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) ist empört.

Frankfurt – Das Gesundheitsamt, Apotheken und Hausärzte schlagen Alarm: Sie können nicht wie geplant impfen. "Es gab in der vergangenen Woche eine Deckelung bei Biontech", sagt die Apothekerin Uta Börger von der Sertürner-Apotheke in Griesheim. "Ich vermute, nur etwa die Hälfte der bestellten Menge wird in dieser Woche an die Apotheken ausgeliefert." Die Apotheken sind für die Versorgung der Hausärzte in ihrer Umgebung zuständig. Damit werden diese wohl etwa jede zweite Impfung mit Biontech absagen müssen.

Corona-Impfung in Frankfurt: Weniger Biontech, aber nicht mehr Moderna

Der Moderna-Impfstoff sei nicht kontingentiert worden. Das heiße aber nicht, dass mehr Moderna-Lieferungen den fehlenden Biontech-Impfstoff ersetzten: "Es wird bei Moderna nur das geliefert, was bestellt wurde." Da die meisten Hausärzte in ihrer Umgebung Biontech verimpften, ändere dies also nichts an der Mangel-Situation in den Hausarzt-Praxen, so Börger.

Auch das Gesundheitsamt ist vom Impfstoff-Mangel betroffen. Das berichteten Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) und Dr. Peter Tinnemann, Leiter des Gesundheitsamts, bereits am Freitag (wir berichteten). Demnach werde in dieser Woche die Lieferung von Biontech auf 6000 und die des Moderna-Impfstoffes auf 4000 Einheiten beschränkt, mithin sind 10 000 Impfungen möglich. Das Gesundheitsamt hatte 19 380 Dosen bestellt.

Corona-Impfung in Frankfurt: Gesundheitsdezernent findet Engpass „unerträglich“

"Dass wir jetzt wieder einen Engpass beim Impfstoff haben, ist für mich unerträglich, das darf nicht sein," so Majer. "Ich bin tief besorgt, weil wir viele Menschen haben, die bereit sind, sich impfen zu lassen und denen wir womöglich kein Angebot machen können. Es ist dringend erforderlich, dass die Bundesregierung uns jetzt ausreichend Impfstoff zur Verfügung stellt." Tinnemann ergänzte: "Wir haben kontinuierlich unsere Impfangebote verbessert, um so viele Menschen wie möglich zu impfen. Wir haben unsere mobilen Impfteams auf die Straße und in die Stadtteile geschickt, das Impfzentrum immer offengehalten, obwohl im September der Befehl zur Schließung kam. Wir bauen das Impfzentrum gerade weiter aus und verlängern die Öffnungszeiten, um den Frankfurtern eine Erst-, Zweit- und Auffrischungsimpfung anbieten zu können."

Nun gehe dem Gesundheitsamt der Impfstoff aus: "Wir bestellen, was wir brauchen, und bekommen nicht genug geliefert." Das Gesundheitsamt arbeite unter Hochdruck daran, ein passendes Angebot anzubieten, um die Bevölkerung zu impfen. Eine erneute Erweiterung der Impfkapazitäten, sowohl im Impfzentrum als auch durch mobile Impfteams, sei bereits in Planung, so Tinnemann. Doch ohne Impfstoff keine Impfungen. Auch mit dem Moderna-Impfstoff könne die Nachfrage derzeit nicht abgefangen werden. Hinzu kommt, dass für Personen unter 30 Jahren Biontech empfohlen wird.

Corona in Frankfurt: Erster Omikron-Fall bestätigt

Inzwischen hat sich der Verdacht auf den ersten Omikron-Fall in Hessen bestätigt. Dies habe die PCR-Sequenzierung ergeben, die im Labor von Prof. Sandra Ciesek an der Uniklinik durchgeführt wurde, teilte das Land mit. Der Patient ist am vergangenen Sonntag, 21. November, aus Südafrika kommend in Frankfurt gelandet. Die Person ist vollständig geimpft. Sie hatte im Laufe der Woche Symptome entwickelt und sich daraufhin testen lassen. Danach wurde sie häuslich isoliert", erläutert Hessens Gesundheitsminister Klose.

Seit Sonntag, null Uhr, sind Südafrika und weitere Länder der Region als Virusvariantengebiete eingestuft. Jeder Passagier muss vor Antritt des Rückfluges einen negativen Test vorweisen. (Thomas J. Schmidt)

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