Schriftstellerin Nina Maria Marewski aus Frankfurt hat eine Corona-Erkrankung überstanden.
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Schriftstellerin Nina Maria Marewski aus Frankfurt hat eine Corona-Erkrankung überstanden.

Coronavirus-Pandemie

Frankfurter Schriftstellerin hat Corona überstanden: „Ich hatte das Virus unterschätzt“

  • vonAlexandra Flieth
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Coronavirus: Nina Maria Marewski aus Frankfurt hat eine Corona-Erkrankung durchgestanden. Es war eine schwere Prüfung. Sie hat das Virus unterschätzt.

  • Schriftstellerin Nina Maria Marewski übersteht Corona
  • Virus-Erkrankung nahm bei Frau aus Frankfurt schweren Verlauf
  • Erfahrungen im Umgang mit dem Virus werden bei Facebook vielfach geteilt

Frankfurt - Nina Maria Marewski (53) sitzt mit ihrem Hund Anton an einem See und genießt den Moment, die wärmenden Sonnenstrahlen und die Schönheit des Frühlings. Der 13-jährige Boston Terrier ist immer an der Seite der aus Frankfurt stammenden Schriftstellerin. „Anton ist ein toller, besonderer Hund, aber auch ein Bedenkenträger“, beschreibt sie den Vierbeiner. Für Marewski ist er ein Schatz, der ihr viel Glück gebracht hat.

Durch einen Zufall, an dem Anton nicht ganz unbeteiligt war, bekam sie vor einigen Jahren die Gelegenheit, ihr erstes Buch mit dem Titel „Die Moldau im Schrank“ in einem kleinen Zürcher Verlag zu veröffentlichen. „Damals lebte ich mit meinem Mann in der Schweiz, der dort beruflich tätig war. Eines Tages saß ich mit Anton in einem Café in Zürich und kam über ihn mit einem Gast ins Gespräch, der, wie der Zufall spielt, einen Verleger kannte“, sagt sie.

Die Dinge nahmen ihren Lauf, 2011 erschien ihr Erstlingswerk, das im Jahr darauf gleich mit dem Phantastik-Literaturpreis Seraph in der Kategorie „Bestes Debüt“ ausgezeichnet wurde. Die Handlung spielt in Frankfurt und in einer Parallelwelt hiervon, in der die Protagonisten ein ganz anderes Leben führen. „Es geht um die Frage, welche Macht und Auswirkungen unsere Entscheidungen haben“, fasst sie zusammen.

Schriftstellerin aus Frankfurt übersteht Corona-Erkrankung

Gerade erst hat Marewski zwei Nachrichten bekommen, die es ihr ermöglichen, neue Schritte in ihrem Leben zu gehen. Die eine stammt von einem Verlag, an den sie einige Tage zuvor Auszüge aus einem Manuskript geschickt hatte, das bereits seit geraumer Zeit fertiggeschrieben in der Schublade lag. „Sie sind interessiert und möchten das ganze Manuskript lesen“, freut sie sich. Die zweite Nachricht kam vom Gesundheitsamt - ihre Quarantäne ist aufgehoben.

Bei einem kurzen Städtetrip nach Valencia Anfang März, eigentlich ein Geburtstagsgeschenk für ihren Mann, infizierte sich das Ehepaar in der spanischen Stadt mit Covid-19. Die Krankheit machte sich nach ihrer Rückkehr schnell bemerkbar. Während ihr Mann einen milden Verlauf hatte und die Symptome bereits nach wenigen Tagen vorbei waren, nahm die Krankheit bei ihr schwerere Formen an.

Nachdem es ihr wieder besser ging, berichtete die Schriftstellerin in einem Post auf Facebook darüber, wie sie die Zeit der Krankheit erlebt hat, welche Symptome sie hatte, aber auch darüber, wie schwierig es gewesen war, telefonisch zum Gesundheitsamt oder dem Ärztlichen Bereitschaftsdienst durchzukommen oder gar einen Test zu machen. Den habe sie schließlich auf eigene Kosten gemacht. Ein paar Tage später lag das Ergebnis Covid-19 vor.

Coronavirus in Frankfurt: „Dann bleiben einem nur die Gedanken“

„Ich hatte das Coronavirus unterschätzt und dachte, so geht es vielen Menschen“, erzählt sie. „Ich gehöre zu keiner Risikogruppe, nehme keine Medikamente, ernähre mich gesund und doch hat es mich einfach umgehauen - ich war zu nichts mehr fähig.“ Als nach 14 Tagen endlich das Fieber zurückging, sei sie sehr geschwächt und gleichzeitig unheimlich glücklich gewesen, es überwunden zu haben. 

„Das wollte ich meinen Freunden auf Facebook erzählen.“ Mit den Auswirkungen, die ihre kleine Genesungsgeschichte genommen hat, habe sie nicht gerechnet. Aktuell haben mehr als 15.000 Menschen mit ihren jeweiligen Freunden den Facebook-Eintrag geteilt. „Von überall her wurden liebevolle Wünsche an mich gesendet, erzählten mir wildfremde Menschen ihre Krankheitsgeschichte. Das hat mich sehr berührt“, beschreibt sie ihre Gefühle.

Schriftstellerin aus Frankfurt hatte Angst vor dem Coronavirus

Auf die Frage, was sie aus dieser Grenzerfahrung mit der Krankheit für sich und ihre Arbeit als Schriftstellerin mitnimmt, antwortet Marewski: „Für mich persönlich entstand der Wunsch, mich mit schönen Dingen, mit einem bisschen, heiler Welt' zu umgeben und darüber zu schreiben - bislang habe ich mich in meinen Texten viel mit menschlichen Abgründen und dem augenscheinlich Bösen auseinandergesetzt.“ 

Alle aktuellen Entwicklungen der Corona-Krise in Frankfurt gibt es in unserem News-Ticker.

Wenn man körperlich zu nichts in der Lage ist, man kaum die eigene Teetasse halten könne, dann blieben einem nur die Gedanken. „Manchmal ängstliche, wie lange der Körper das Fieber und den hohen Puls aushalten kann und auch Gedanken, woher dieses Coronavirus überhaupt kam und darüber, was schiefläuft in dieser Welt und der große Wunsch, etwas daran ändern zu wollen.“

Nach Corona-Erkrankung: Ein Wunsch für Frankfurt

Für Nina Maria Marewski steckt in einer Krise dieses Ausmaßes die Chance, sich zu erneuern und bewusster daraus hervor zu gehen. „Weltweit würde ich mir wünschen, dass die Weltgesundheitsorganisation und die Politik an einem Strang ziehen und entschieden gegen die weitere Zerstörung der Natur, das Eindringen in die Lebensräume der Tiere vorgehen - denn alle großen Epidemien kommen aus dem Tierreich“, betont sie.

Für Deutschland und Europa wünsche sie sich mutige Politiker, die Massentierhaltung und Gift auf unseren Lebensmitteln verbieten, damit die Natur und die Menschen gesünder werden. Und für ihre Heimatstadt Frankfurt: „Ich wünsche mir, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise nicht so gravierend ausfallen, damit sich unsere Stadt auch weiterhin so weltoffen, tolerant und sozial geben kann, wie wir Frankfurt kennen und lieben.“

Von Alexandra Flieth

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