Corona-Krise

Ärger am Flughafen Frankfurt wegen Corona-Test: „Das ist ein Armutszeugnis“

  • vonTobias Ketter
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Eine Frau landet am Flughafen Frankfurt und möchte einen Corona-Test machen. Wegen Bauarbeiten gelangt sie aber nicht bis zum Testzentrum.

  • Eine Reisende kritisiert die Corona-Maßnahmen am Flughafen Frankfurt.
  • Sie kommt wegen Bauarbeiten und üppigem Gepäck nicht beim Corona-Testzentrum an.
  • Laut einem Flughafensprecher ist das Testzentrum allerdings problemlos erreichbar.

Frankfurt – Ärger am Flughafen Frankfurt: Eine Frau, die aus den USA nach Frankfurt reiste, wollte nach ihrer Landung einen Corona-Test machen und eine bereits ausgefüllte sogenannte Aussteigekarte abgeben. Beides gelang ihr zunächst nicht. Das verärgerte die Reisende. In einer Nachricht an die Facebookseite „Frankfurt Airport“ findet sie klare Worte. „Das ist ein Armutszeugnis und eine Sauerei und die Verantwortlichen sollten zur Rechenschaft gezogen werden“, heißt es darin.

Menschen warten am Flughafen Frankfurt auf einen kostenlosen Corona-Test für Rückkehrer aus Risikoländern.

Während des Lufthansa-Fluges von Anchorage über Seattle in den USA nach Frankfurt bekamen alle Passagiere Infoblätter und den Meldebogen zum Ausfüllen. „Es hieß, jeder Reisende muss das Dokument abgeben und es werden Stichproben zum Gesundheitszustand gemacht“, beschreibt die Frau die Situation auf der Facebookseite des Flughafens Frankfurt. Doch nach der Landung passierte laut den Angaben der Passagierin gar nichts. In Frankfurt angekommen, habe sich niemand für einen der Flugreisenden interessiert oder das Dokument auch nur sehen wollen.

Flughafen Frankfurt: Nicht zum Corona-Testzentrum gelangt

Es sollte aber nicht bei diesem einen Zwischenfall bleiben. Es sei mit mehreren Koffern aufgrund von Bauarbeiten nicht möglich, auf die andere Seite des Flughafens zu kommen, wo sich das Corona-Testzentrum befindet, schreibt die Reisende auf Facebook. Die Frau hatte eigentlich vor, sich dort testen zu lassen, da bei Einreisen aus Risikogebieten ein negativer Corona-Test vorgelegt oder ein Test nach der Ankunft gemacht werden sollte. Andernfalls müssen Reisende sich nämlich in Quarantäne begeben. Da es der Frau nach eigenen Angaben nicht möglich war, zu dem Testzentrum zu gelangen, holte sie den Test etwa 30 Stunden später an einer anderen Test-Station vom Roten Kreuz nach.

Doch wer ist nun für diese Zwischenfälle verantwortlich? „Den Prozess mit den Aussteigekarten überwacht das Sozialministerium und der Beförderer ist verpflichtet, die Dokumente an die Gesundheitsämter weiterzugeben“, stellt ein Sprecher des Flughafens Frankfurt auf Anfrage klar. Das bestätigt auch eine Sprecherin des Sozialministeriums Hessen gegenüber dem Internetportal „Der Westen“: „Aussteigekarten müssen vom Beförderer erfasst werden.“ Der Flughafen habe nichts mit dem Prozess zu tun.

Corona-Testzentrum am Flughafen Frankfurt ist ausgeschildert

Laut den Angaben des Flughafensprechers könne man problemlos zu dem Corona-Testzentrum am Flughafen Frankfurt gelangen. „Es gibt eine klare Wegführung und eine gute Beschilderung zu der Test-Station“, sagt er. Reisende, die aus Risikogebieten kommen, seien selbst dafür verantwortlich, sich testen zu lassen, berichtet die Sprecherin des Sozialministeriums dem Portal „Der Westen“.

Die Reisebeschränkungen wegen der Corona-Krise treffen auch den Flughafen in Frankfurt hart. Bis zu 4000 Jobs bei Fraport sind dadurch bedroht. (Tobias Ketter)

Flughafen Frankfurt
Eröffnung:8. Juli 1936
Betreiber:Fraport AG
Terminals:2 (3. in Bauphase)
Passagiere:über 70 Millionen (2019)
Luftfracht:über 2 Millionen Tonnen (2019)
Fläche:2160 Hektar
Entfernung zum Stadtzentrum:12 Kilometer

Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst/dpa

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