Corona-Test in Frankfurt: Aleyna Copur lässt sich von Rettungsassistent Chris Lenck (Mitte) und Notarzt Ton Nguyen Blut abnehmen.
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Corona-Test in Frankfurt: Aleyna Copur lässt sich von Rettungsassistent Chris Lenck (Mitte) und Notarzt Ton Nguyen Blut abnehmen.

Gewissheit nach einer Woche

Corona-Test jetzt für alle in Frankfurt – So können Sie sich testen lassen

  • vonSarah Bernhard
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In Frankfurt können sich nun alle auf Corona testen lassen. Das Ergebnis des Corona-Antikörper-Tests kommt in kurzer Zeit. So funktioniert der Test.

  • Ein Unternehmen bietet Corona*-Tests für alle in Frankfurt an.
  • Den Corona-Antikörper-Test in Frankfurt müssen die Kundinnen und Kunden selbst bezahlen.
  • Mit dem Corona-Test* gibt es in kurzer Zeit Gewissheit, ob man bereits an Covid-19 erkrankt war.

Frankfurt - Es ist ruhig in der Nebenetage eines Hotels am Hauptbahnhof Frankfurt. Noch. Das Angebot, sich dort für 42 Euro Proben für den Test auf Corona-Antikörper abnehmen zu lassen, gibt es erst seit zwei Tagen, für Werbung war noch keine Zeit. Klebestreifen markieren den Weg vom Nebeneingang in den ersten Stock, wo hinter Plastikglasscheiben zwei Damen warten, die Simon Sauerbeck „Registrierer“ nennt.

Corona-Tests in Frankfurt: Unternehmen wurde in kürzester Zeit gegründet

Der 23-Jährige sitzt mit seinem Vater weit außerhalb der Laufwege. Zusammen haben die beiden vor einem Monat das Dienstleistungsunternehmen Corona-akt gegründet. Vater Martin ist promovierter Bio-Chemiker und Ernährungsberater, Sohn Simon leitet drei Fitnessstudios rund um Tübingen. „Als die geschlossen waren, hatte ich Zeit. Und wir fanden, dass beim Thema Corona etwas passieren muss, und zwar schnell.“

Corona-Test in Frankfurt funktioniert nach bewährtem Prinzip

In einem seiner Studios trainiert der Marketingchef der Firma Cegat. Sie hat gerade, vom Land Baden-Württemberg und der Stadt Tübingen gefördert, einen Elisa-Test für Corona entwickelt. Elisa-Tests gibt es seit Jahrzehnten, ihr Prinzip ist einfach: Die Viren, auf die getestet werden soll, werden auf eine Platte aufgebracht. Darauf kommt das Blutserum des Testobjekts. Enthält es Antikörper, docken diese ans Virus an. 

Dann wird ein Marker aufgetragen, der die Antikörper erkennt. Findet er welche, wechselt er die Farbe. Das heißt, man hatte Corona und ist genesen. „Das Besondere am Corona-Test war zum einen, das Virus so aufzubringen, dass keiner gefährdet wird, und zum anderen, den richtigen Marker zu finden“, sagt Vater Martin. Weil es Corona-Antikörper noch nicht lange gibt, gab es bisher auch keine Marker.

Frankfurt: Hohe Trefferquote bei Corona-Test

Mit 99,3 Prozent gibt Cegat seine Trefferquote an, Charité-Virologe Christian Drosten nennt Elisa-Tests zu „über 95 Prozent sicher“. „Es war uns wichtig, einen Labortest anbieten zu können, auf den man sich verlassen kann“, sagt Simon Sauerbeck. Im Schnelldurchlauf erstellt der 23-Jährige daraufhin ein Konzept: Datenschutz, medizinischer Schutz für Kunden und Personal, alles muss stimmen. Aber woher das Personal nehmen? Ganz zu schweigen von Desinfektionsmittel - mitten im Lockdown. Doch dank seiner guten Verbindungen können die Sauerbecks Anfang Juni einen ersten Test starten. „Wir haben gemerkt, dass es auch mit 300 bis 400 Leuten am Tag gut läuft.“

Sie merken aber auch, dass eine Großstadt der bessere Einsatzort wäre. Zehn deutsche Großstädte schreibt Sauerbeck an, auch Frankfurt. „Düsseldorf hat abgesagt, Mannheim hatte eine Nachfrage. Ansonsten gab es keine Reaktion.“ Doch es soll ja schnell gehen. Also versucht es Sauerbeck bei den Hotels - und wird fündig. Auch Frankfurt ist noch ein Testfall, bevor Corona-akt dann in anderen Städten startet: Stimmen Lage und Wege? Kommen viele ohne Termin?

Corona-Test bringt endlich Gewissheit

Thomas Birnstein und Ute Huth haben einen - auch wenn Huth ihn erst eine Stunde zuvor gebucht hat. Die beiden waren im Winter in Las Vegas, „da war alles chinesisch“, sagt Birnstein auf dem Weg ins Blutabnahmezimmer. In Deutschland traten merkwürdige Symptome auf. „Kann eine Mischung aus Jetlag und dem Temperaturunterschied gewesen sein“, sagt Huth. Oder Corona. Jetzt wollen es die beiden wissen. „Das ändert zwar nichts, aber wir haben Gewissheit“, sagt Birnstein.

Genau darum geht es Simon Sauerbeck. „Man weiß endlich: ja oder nein.“ Mit Antikörpern sei man vermutlich für zwei bis drei Jahre immun, sicher aber nicht mehr ansteckend. Bei einem positiven Ergebnis könne man wieder zur Oma, Arbeitgeber wüssten, wen sie in ein Team stecken können, und die Politik bekäme korrekte Zahlen. „Wenn wir wissen, wie es wirklich steht, können die Maßnahmen regional viel besser angepasst werden.“ Und damit vielleicht ein zweiter Lockdown vermieden werden.

Wie der Corona-Test in Frankfurt funktioniert

So lassen Sie sich in Frankfurt auf Corona testen:

1. Über www.corona-akt.com einen Termin (montags bis samstags zwischen 9 und 19 Uhr) vereinbaren. Wer ohne Termin kommt, muss eventuell warten. Achtung, der Test ist frühestens zwei Wochen nach Ende der Erkrankung sinnvoll!

2. Am Nebeneingang des Hotels in Frankfurt, Ecke Mannheimer und Karlsruher Straße, Formulare abholen und der Datenweitergabe an Cegat und der Blutabnahme zustimmen.

3. Registrierung und Blutabnahme im ersten Stock.

4. Das Ergebnis kommt innerhalb von einer Woche per Post.

Weitere Infos unter www.cegat.de.

Bereits im April war Forschern aus Frankfurt ein Durchbruch bei Corona-Tests gelungen. Sie verkürzten die Dauer des Tests erheblich. Auch der Kreis Limburg-Weilburg bietet jetzt Corona-Tests für alle an.

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