Intensivmedizinische Behandlung

In Frankfurt steigt die Zahl der schweren Corona-Erkrankungen: Kliniken sind alarmiert

  • Svenja Wallocha
    vonSvenja Wallocha
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Die Corona-Neuinfektionen in Frankfurt stiegen zuletzt sprunghaft an. Die Kliniken sind in Alarmbereitschaft.

  • Die Corona-Lage in Frankfurt spitzt sich zu.
  • Mit der steigenden Zahl der Infizierten nehmen auch die intensivmedizinischen Behandlungen zu.
  • Die Kliniken in Frankfurt sind in Alarmbereitschaft

Frankfurt - Die Entwicklung der Corona-Fallzahlen in der Stadt Frankfurt ist alarmierend. Am vergangenen Wochenende wurden über 1.000 Corona-Neuinfektionen bestätigt. Fast 600 kamen allein am Samstag (07.11.2020) dazu, am Sonntag waren es noch weitere 426. Doch die Zahlen variieren stark. Nach Angaben des Gesundheitsamts in Frankfurt haben sich am Samstag (07.11.2020) lediglich 433 und am Sonntag (08.11.2020) 211 Personen mit Corona infiziert. Als Grund für die starke Abweichung sieht ein Sprecher des Gesundheitsamts die Größe der aktuellen Datenmengen. Aufgrund dessen käme es immer wieder vor, dass einige Datensätze verzögert in die Statistik des Landes eingehen.

Am Montag (09.11.2020) ging die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) zwar mit 298 etwas zurück, das könnte jedoch auch daran liegen, dass sonntags und montags die vom RKI gemeldeten Infektionszahlen meist deutlich niedriger liegen als im Rest der Woche. Denn nicht alle Ämter übermitteln am Wochenende ihre Daten. Auswirkungen haben die aktuellen Entwicklungen auch und vor allem auf die Kliniken in Frankfurt.

Kliniken in Frankfurt in Alarmbereitsschaft: Immer mehr Intensivbetten belegt

Denn mehr Infizierte bedeutet auch mehr Patienten in Kliniken und auf den Intensivstationen. Zum aktuellen Zeitpunkt (09.11.2020) liegt die Auslastung der Intensivbetten in Frankfurt bei 90 Prozent. 30 Prozent sind davon mit beatmungspflichtigen Patienten belegt „Die Lage ist angespannt“, sagte Prof. Thorsten Steiner, Chefarzt der Neurologie am Klinikum Höchst Ende Oktober. Schon zu diesem Zeitpunkt waren die Kliniken in Alarmbereitschaft.

Dass immer mehr Intensivbetten belegt sind, bestätigt auch ein Blick auf die Zahlen des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin in Hessen. Aktuell werden 272 Menschen in Hessen intensivmedizinisch behandelt, beatmet werden 143 Patienten. 1.686 von 2.137 betreibbaren Intensivbetten sind aktuell belegt. Hinzu kommen knapp 1000 Betten Notfallreserve.

Immer mehr Covid-19-Patienten werden in Kliniken in Frankfurt behandelt. (Symbolbild)

Frankfurt: Corona trifft Gesundheitssystem - Kapazitätsgrenzen bald erreicht

Die Kapazitäten seien momentan noch ausreichend, „aber die Krankenhäuser sehen, was auf sie zukommt“, sagte kürzlich der Geschäftsführende Direktor der Hessischen Krankenhausgesellschaft, Prof. Steffen Gramminger, der Deutschen Presse-Agentur.

Auch in Frankfurt geht man davon aus, dass die Kapazitätsgrenzen bald erreicht sind und die Kliniken Betten für Corona-Patienten freimachen müssen. Denn als Ballungsraum ist die Mainmetropole stark von der Pandemie betroffen. „Die Krankenhäuser mit einem hohen Aufkommen an COVID-19-Patienten müssen jetzt, umgehend, aus dem Regelbetrieb herausgenommen und auf Notbetrieb umgestellt werden“, sagte DIVI-Präsident Prof. Uwe Janssens, stellvertretend für Ärzte und Pfleger auf den Intensivstationen in einer Mitteilung der DIVI. „Die Politik darf jetzt nicht länger auf Zeit spielen.“

Corona in Frankfurt: Immer mehr Intensivbetten belegt - Kliniken verschieben Operationen

Das Sana-Klinikum in Offenbach reagierte bereits, indem es ankündigte, nicht dringende Operationen zu vertagen. „Dieser Schritt fällt uns nicht leicht, wir übernehmen aber damit Verantwortung für unser Versorgungsgebiet und auch für unsere Beschäftigten“, sagte Klinik-Geschäftsführer Sascha John der Deutschen Presseagentur (dpa) dazu.

Datum\tCorona-Neuinfektionen in Frankfurt
Samstag, 07. November\t587
Sonntag, 08. November\t426
Montag, 09. November\t298

Corona-Stufenplan: Frankfurt in Stufe 2

Nach Angaben des Gesundheitsamts in Frankfurt gilt derzeit der Stufenplan (0 – 4) des Landes Hessen. Gemäß des Plans befindet sich die Stadt Frankfurt in der Stufe 2. Diese Stufe sieht den Ausbau weiterer Intensiv-Kapazitäten vor und die Möglichkeit, PatientInnen auch in andere Versorgungsgebiete, sofern medizinisch vertretbar, zu verlegen. Derzeit werden noch keine Elektiveingriffe eingestellt, was in der nächsten Stufe 3 erfolgen würde.

Um die Ausbreitung des Coronavirus in Frankfurt einzudämmen, hatte das Land Hessen bereits mit einem Teil-Lockdown die Maßnahmen verschärft. In Frankfurt gilt zudem eine Maskenpflicht in vielen Bereichen der Stadt. (svw mit dpa)

Rubriklistenbild: © picture alliance/Peter Kneffel/dpa

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