„Querdenker“ demonstrieren gegen die Corona-Maßnahmen in der Frankfurter Innenstadt.
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„Querdenker“ demonstrieren gegen die Corona-Maßnahmen in der Frankfurter Innenstadt.

Corona-Krise

Frankfurt: Trotz steigender Fallzahlen - Querdenker demonstrieren ohne Maske

  • vonTobias Ketter
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Auf einer Kundgebung haben rund 500 Menschen ohne Maske gegen die Corona-Auflagen protestiert. Frankfurts Oberbürgermeister kritisiert das Verhalten.

  • In der Frankfurter Innenstadt protestieren etwa 500 Bürger gegen die Corona-Maßnahmen.
  • Oberbürgermeister Peter Feldmann appelliert an die Bevölkerung, sich an die Regeln zu halten.
  • Er möchte dadurch einen Lockdown in Frankfurt verhindern.

Frankfurt - Jede Menge Neuinfektionen und eine immer weiter steigende 7-Tage-Inzidenz. Die zweite Corona-Welle hat Frankfurt fest im Griff. Trotzdem waren am vergangenen Samstagnachmittag (24.10.2020) rund 500 Menschen ohne Mund-Nasen-Schutz nahe des Rathenauplatzes unterwegs. „Querdenken 69 Frankfurt“ hatte zu einer Kundgebung unter dem Motto „Nicht unsre Normalität“ aufgerufen. Die Anwesenden protestierten weitestgehend ohne Maske gegen die Corona-Maßnahmen der Politik.

Wenn genug Abstand zwischen den Teilnehmern herrsche, müsse keine Maske getragen werden, so habe es das Ordnungsamt angeordnet. Das berichtet die Frankfurter Rundschau. Peter Feldmann (SPD), Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt, hat das Vorgehen der Protestler in Zeiten der Corona-Krise scharf kritisiert. „So was ärgert mich. Das hat aus meiner Sicht nichts mit dem Thema Meinungsfreiheit zu tun. Wenn man will, dass die Gesundheitssysteme überlastet und die Intensivbetten überbelegt sind, dann sollte man die Masken ausziehen“, so der Politiker gegenüber der Bild-Zeitung.

Corona: Frankfurts Oberbürgermeister ärgert das Verhalten der Protestler

Nicht nur Frankfurts Bürgermeister reagierte verärgert. Auch einige Passanten liefen kopfschüttelnd und mit Maske an der Kundgebung vorbei. Eine Zuckerwatte-Verkäuferin, die ihren Stand nahe der Protestaktion aufgebaut hatte, bemängelte gegenüber der Frankfurter Neuen Presse: „Warum gelten nicht die gleichen Maßnahmen für alle?“ Ein junger Vater an dem Zuckerwattestand schimpfte: „Keine Maske bei den jetzigen Zahlen kann doch einfach nicht wahr sein.“

Mehrere Redner standen bei der Kundgebung in Frankfurt auf der Bühne. Unter anderem war David Claudio Siber mit dabei. Der Grünen-Politiker wurde kürzlich als Fraktionsmitglied in Flensburg von seiner Partei ausgeschlossen, nachdem er mehrfach die Corona-Maßnahmen scharf kritisiert hatte. Während der Protestaktion in Frankfurt bemängelte er unter anderem die Arbeit von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Bundeskanzlerin Angela Merkel (beide CDU).

Frankfurt: Alkoholkonsum im öffentlichen Raum ab 23 Uhr verboten

Das Coronavirus sei mit voller Wucht zurück, sagte der Oberbürgermeister gegenüber der Bild-Zeitung. Deshalb hat der Verwaltungsstab von Frankfurt am Samstagabend auch neue Maßnahmen erlassen. Der Konsum von Alkohol ist nun auch im gesamten Stadtgebiet von 23 bis 6 Uhr verboten. Außerdem müssen die Bürger im Bereich innerhalb des Alleenrings und nördlich der Bahnlinie in Sachsenhausen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. „Wenn das nicht reicht, werden wir die Maskenpflicht auf das gesamte Stadtgebiet ausweiten“, so Feldmann. Maximal fünf Personen oder die Angehörigen von zwei Haushalten dürfen sich ab sofort gemeinsam im öffentlichen Raum treffen und aufhalten.

Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann hat die Corona-Maßnahmen verschärft.

Frankfurts Oberbürgermeister appellierte an die Bevölkerung, sich an die beschlossenen Corona-Maßnahmen zu halten. „Das Virus hasst Masken, es scheitert an diesem Stückchen Stoff“, betonte der 62-Jährige am Sonntag. „Ich bin mir sicher, dass wir in Frankfurt stärker sind als das Virus und dass wir ihm die rote Karte zeigen können.“

Frankfurt: Oberbürgermeister Peter Feldmann möchte Corona-Lockdown verhindern

Feldmann möchte mit den neuen Maßnahmen einen Lockdown im Rhein-Main-Gebiet verhindern. Einen alleinigen Lockdown für die Stadt Frankfurt schließt er sogar aus. „Das Virus lässt sich nicht von einer Mainbrücke abhalten. Da müsste es in der Abstimmung mit der ganzen Region passieren. Hier wohnen fast 6 Millionen Menschen auf engem Raum – da nutzt es wenig, wenn für 750.000 ein Lockdown gemacht wird und der Rest rennt herum und infiziert sich“, sagte der Oberbürgermeister der Bild-Zeitung. (Tobias Ketter)

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