Bei der Corona-Demo vor der Frankfurter Paulskirche rückt die Polizei mit einem Großaufgebot und dem Wasserwerfer an - doch der wird nicht benötigt.
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Bei der Corona-Demo vor der Frankfurter Paulskirche rückt die Polizei mit einem Großaufgebot und dem Wasserwerfer an - doch der wird nicht benötigt.

Corona in Frankfurt

„Querdenker“ demonstrieren vor der Paulskirche

  • vonSabine Schramek
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Das Ordnungsamt in Frankfurt hatte die „Querdenker“-Demo vor der Paulskirche eigentlich verbieten wollen. Doch das Gericht kippt das Verbot der Stadt - dann fährt der „Corona-Infobus“ vor.

Frankfurt ‒ „Corona-Infobus“ nennen die sogenannten „Querdenker“ den großen österreichischen Bus, der durch Deutschlands Städte tingelt. Die Stadt hatte die Kundgebung am Donnerstagabend (19.11.2020) vor der Paulskirche verboten, das Verwaltungsgericht hat das Verbot nach einem Eilantrag durch den Veranstalter aufgehoben. Etwa 350 Teilnehmer versammelten sich nach Aussage der Polizei vor der Paulskirche. Viele haben Kerzen und Regenschirme dabei. Auch Kinder sind dabei. Nach den Erfahrungen vom vergangenen Samstag (14.11.2020) ist die Polizei wieder mit einem Großaufgebot und einem Wasserwerfer im Einsatz.

Gegner der Corona-Maßnahmen demonstrieren in Frankfurt

Immer wieder erinnert die Polizei über Lautsprecher an die Auflage der Maskenpflicht und den vorgeschriebenen Abstand von mindestens 1,5 Metern. Die meisten halten sich daran, strecken die Arme zur Seite und lauschen Rednern. Einer von ihnen sagt gleich am Anfang, dass es nicht wichtig sei, ob man höre, was er sagt. „Es ist nur wichtig, dass wir hier sind.“ Die Menge jubelt und schwenkt Kerzen und Handy-Taschenlampen.

Corona in Frankfurt: „Querdenker“ demonstrieren vor der Paulskirche.

Der Begriff „Ermächtigungsgesetz“ fällt ebenso oft, wie auf Plakaten „1933“ steht und Holocaust-Vergleiche gezogen werden. Provokativ wird gesagt, dass die „Polizei heute einiges gut machen kann“ mit Berufung auf den Wasserwerfer-Einsatz am letzten Samstag gegen 60 Teilnehmer, die sich hartnäckig weigerten, den Platz lange nach Auflösung der Veranstaltung zu verlassen. Der Wasserwerfer bleibt still. Am Ende wird die Nationalhymne gespielt. Der Redner nennt sie infam „Coronahymne“. Die Corona-Maßnahmen-Gegner lassen wieder Lichter leuchten. Ein Wasserwerfer ist nicht nötig, um die Versammlung aufzulösen. Das erledigt der Regen. (bi)

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