Schulen in Frankfurt sind laut der Bildungsdezernentin keine Corona-Hotspots.
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Schulen in Frankfurt sind laut der Bildungsdezernentin keine Corona-Hotspots. (Symbolbild)

Infektionsgeschehen

„Schulen sind keine Hotspots“: Frankfurt veröffentlicht erste Corona-Infektionszahlen

  • Julia Lorenz
    vonJulia Lorenz
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Corona an Schulen in Frankfurt: Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) präsentierte erstmals Infektionszahlen aus den Bildungseinrichtungen.

Frankfurt – An 101 der 167 Frankfurter Schulen hat es von August bis Ende Oktober Infektionen mit dem Coronavirus gegeben. Betroffen waren fast alle weiterführenden und beruflichen Schulen sowie gut die Hälfte der Grundschulen. Das teilte Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) Montagabend (30.11.2020) im Bildungsausschuss mit. Wie sie in der vorherigen Sitzung angekündigt hatte, hatte sie eine Auswertung der Testberichte des Gesundheitsamtes mitgebracht.

Corona wird in Frankfurt in den Schulen kaum übertragen

"Die Zahlen zeigen uns: je jünger die Kinder sind, desto niedriger sind die Infektionszahlen", sagte Weber. Und noch eine Erkenntnis könne man aus der Auswertung ziehen: "In den Schulen selbst wird das Virus nur ganz selten weitergegeben. Die Tests nach einem Covid-19-Fall haben gezeigt, dass sich meistens kein anderer Schüler oder Lehrer infiziert hatte", sagte Weber. "Schulen sind keine Hotspots. Das Virus wird von außerhalb in die Einrichtungen gebracht."

Insgesamt gab es von August bis Ende Oktober 273 Corona-Fälle an den Schulen. Davon waren 242 Schüler und 31 Erwachsene. Bezogen auf die Gesamtzahl der gut 94 000 Schüler in Frankfurt sind in den Förderschulen 0,5 Prozent, in den weiterführenden Schulen 0,4 Prozent und in den Grundschulen 0,1 Prozent der Kinder und Jugendlichen positiv getestet worden.

Corona-Infektionszahlen an Schulen in Frankfurt vorgestellt

Konkret bedeutete das:

  • Berufsschulen: Ingesamt 87 positiv getestete Schüler und 5 positiv getestete Lehrer gab es an 15 Berufsschulen. Bei den Nachtestungen hat man lediglich zwei weitere positive Fälle gefunden.
  • Oberstufen: In den Jahrgangsstufen 11 bis 13 hatten sich 13 Schüler in drei Schulen mit dem Coronavirus infiziert. Lehrer waren keine betroffen.
  • Förderschulen: Insgesamt gab es an fünf Schulen zehn infizierte Schüler und fünf infizierte Mitarbeiter.
  • Gymnasien: Bei den Gymnasien gab es an 16 Schulen Corona-Fälle. 45 Schüler wurden positiv getestet, Lehrer keine. Bei Nachtestungen gab es lediglich ein weiteres positives Ergebnis.
  • Realschulen: 18 infizierte Schüler und einen infizierten Lehrer gab es an acht Realschulen. Drei weitere positive Ergebnisse konnten durch die Nachtests ausfindig gemacht werden.
  • Gesamtschulen: Insgesamt 34 positiv getestete Schüler und zwei infizierte Erwachsene gab es an 15 Gesamtschulen.
  • Grundschulen: An insgesamt 39 Grundschulen gab es Corona-Fälle. 35 Kinder und 17 Erwachsene waren betroffen. Weitere drei Fälle traten durch Nachtests zutage.

Schulen und Kitas in Frankfurt: Geringeres Risiko einer Corona-Infektion bei Jüngeren

In den Kindertagesstätten gab es in 88 der 870 Einrichtungen Corona-Fälle. 28 Kinder und 76 Mitarbeiter hatten sich infiziert. Bei Nachtestungen wurden sechs infizierte Kinder und vier infizierte Mitarbeiter identifiziert. Bei den Kitas wurden in 22 Fällen die Gruppen geschlossen. Sechs Einrichtungen blieben ganz zu, weil durch die Quarantäne nicht genug Erzieher da waren.

"Mit den steigenden Infektionszahlen im November hat sich auch die Zahl der positiv getesteten Kinder und Jugendlichen in den Einrichtungen erhöht", sagte Weber. Neuere Zahlen lagen ihr allerdings noch nicht vor. Weber kündigte zudem an, noch in dieser Woche mit Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) über Schnelltests für die Schulen zu sprechen. (Julia Lorenz)

Angesichts der kritischen Corona-Lage in Frankfurt fühlen sich Schülerinnen und Schüler in den Schulen nicht mehr sicher. Sie stellen auf einer Demo klare Forderungen.

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