Heizpilze und -strahler wärmen draußen.
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Im Außenbereich einer Frankfurter Apfelweinwirtschaft stehen Heizpilze, damit die Gäste auch im Winter gemütlich an der frischen Luft sitzen können.

Corona-Krise

So rüstet sich die Frankfurter Gastronomie für den Winter

Die Corona-Krise hat viele Gastwirte in Frankfurt hart getroffen. Mit Heizpilzen und Luftfiltern wollen sie in den Wintermonaten mehr Gäste in ihre Lokale locken.

  • Die Außengastronomie soll auch im Winter weitergeführt werden.
  • In der Frankfurter Traditionswirtschaft „Zum Gemalten Haus“ stehen Heizpilze bereit.
  • Wegen der steigenden Corona-Zahlen gibt es in Frankfurt nun eine Sperrstunde.

Frankfurt - Die Temperaturen sinken und es wird draußen immer ungemütlicher. Der Herbst ist in Hessen angekommen. Das ist eine schlechte Nachricht für die Gastronomie-Branche. Immer weniger Menschen sitzen nun noch in den Außenbereichen der Kneipen und Restaurants, um ein kühles Bier zu genießen oder sich ein leckeres Abendessen schmecken zu lassen. Um mit möglichst wenig finanziellen Einbußen durch die kalte Jahreszeit zu kommen, rüsten sich die Gaststätten in Frankfurt und Umgebung nun mit Heizpilzen, Plexiglas und Luftfilter für den Winter.

Luftfilter in Frankfurter Traditionswirtschaft

Auch in der Traditionswirtschaft „Zum Gemalten Haus“ im Frankfurter Stadtteil Sachenhausen haben die Vorbereitungen längst begonnen. Inhaberin Iris Vec hat investiert, um gut durch den Winter zu kommen. Sie hat Filter für den Innenbereich ihres Lokals gekauft, die mittels UV-Licht die Luft reinigen. Dadurch soll das Risiko einer Corona-Infektion gesenkt werden. Im Außenbereich stehen Wärmelampen und Heizpilze bereit, so dass dort die Gäste auch bei kälteren Temperaturen gemütlich beisammen sitzen können.

Corona-Krise: Frankfurter Wirtin fehlen Touristen und Messegäste

Die Corona-Krise hat in der Apfelweinwirtschaft von Iris Vec in Frankfurt-Sachsenhausen ihre Spuren hinterlassen. „Die Situation ist schwierig“, sagte Vec der Deutschen Presse Agentur (dpa). Die Stammgäste kämen weiter, es fehlten allerdings Touristen und Messegäste. Das Bedürfnis der Menschen auszugehen, sei aber nach wie vor vorhanden. Die Regelungen der Bundesregierungen seien hilfreich gewesen. Besonders die Senkung der Mehrwertsteuer habe sich bemerkbar gemacht, so die 52-Jährige Wirtin. Sie ist der Meinung, dass diese Maßnahme verlängert werden sollte.

Für Iris Vec geht es nun darum, im Herbst und Winter die finanziellen Einbußen so gering wie möglich zu halten. Im kommenden Jahr soll der Umsatz der Apfelweinwirtschaft im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen dann wieder gesteigert werden. Zuletzt war er um ein Drittel zurückgegangen.

Gastronomie in Hessen: 20 bis 30 Prozent weniger Umsatz wegen der Corona-Krise

Auch viele weitere Restaurants, Bars und Kneipen in ganz Hessen kämpfen mit wirtschaftlichen Problemen. Der Sommer sei zwar für die Gaststätten, die draußen Plätze anbieten konnten, auf dem Land und in der Stadt relativ stabil verlaufen, berichtete der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Hessen, Julius Wagner, der Deutschen Presse Agentur. Dennoch seien die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um mindestens 20 bis 30 Prozent zurückgegangen.

Um die Betriebe in den schwierigen Corona-Zeiten zu unterstützen, fordert der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband die Kommunen dazu auf, Sondernutzungen für die Außengastronomie auf Bürgersteigen und Plätzen zu erlauben beziehungsweise gebührenfrei bis zum April 2021 zu verlängern. Auch baurechtliche Maßnahmen sollten gelockert werden, um das Aufstellen von Windschutz und Heizvorrichtungen zu vereinfachen. „Die Möglichkeit, Außengastronomie in der kalten Jahreszeit zu betreiben, ist für die Betriebe überlebenswichtig, da das Platzangebot im Innenbereich durch die Abstandsregeln deutlich reduziert ist und sich viele Gäste derzeit an der frischen Luft wohler fühlen“, heißt es in einer Empfehlung, die der Verband gemeinsam mit den hessischen Industrie- und Handelskammern an die Kommunen herausgegeben hat.

Frankfurt: Sperrstunde aufgrund von steigenden Corona-Zahlen

Besonders angespannt ist die Situation derzeit für die Gastwirte in Frankfurt. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) hatte wegen der steigenden Corona-Zahlen in der Mainmetropole eine Sperrstunde verkündet, die ab diesem Wochenende in Kraft tritt. Ab 22 Uhr sollten Bars, Kneipen und Restaurants dann schließen. Das sorgte für großen Unmut in der Frankfurter Gastronomie-Branche. Daraufhin milderte die Stadt die Regelungen ab. Nun dürfen die Lokale bis 23 Uhr geöffnet bleiben.

Trotzdem möchte die Initiative Gastronomie Frankfurt mehrere Klagen auf den Weg bringen. „Wir sehen nicht ein, dass wir der Sündenbock sein sollen“, sagte der Vorsitzende Madjid Djamegari der Deutschen Presse Agentur. Die Mitglieder der Initiative akzeptieren höchstens eine Sperrstunde bis Mitternacht. Sie wollen, dass die Stadt Frankfurt vermehrt gegen illegale Partys in Zeiten der Corona-Krise vorgeht. „Die Menschen lassen sich das Feiern nicht verbieten“, so Djamegari. Gebe es eine Sperrstunde, werde dann einfach privat weitergefeiert.

Frankfurter Club soll trotz Corona bald wieder öffnen

Madjid Djamegari ist der Leiter des Frankfurter Clubs „Gibson“, der sich auf der Zeil befindet. Seit Mitte März durfte er wegen der Corona-Pandemie nicht mehr öffnen. Aktuell liefen Gespräche mit dem Land Hessen, um eine zeitnahe Wiederöffnung möglich zu machen. Dazu müsse das „Gibson“ umgebaut und die Kapazität um ein Drittel gesenkt werden. Es gehe dabei darum, auch nach den Wintermonaten eine Perspektive zu haben. (Tobias Ketter)

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