Corona-Pandemie

Maskenpflicht im Unterricht an Frankfurter Schulen gestrichen

  • Julia Lorenz
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Bislang gab es 22 infizierte Schüler und Lehrer in Frankfurt. Auch in vier Kitas hatten Tests positive Ergebnisse. Nun wird die Maskenpflicht im Unterricht abgeschafft.

  • Die Maskenpflicht an weiterführenden Schulen in Frankfurt wird ab Montag (07.09) gestrichen.
  • Grund für die Abschaffung der Maskenpflicht seien die sinkenden Zahlen an Coronaneuinfektionen.
  • Der Stadt Frankfurt sei trotzdem klar, dass die Pandemie noch nicht vorbei ist und das Virus bleiben wird.

Frankfurt -Frankfurts Schüler können durchatmen: Die Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen gilt ab Montag nicht mehr. Das gaben Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) und Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) gestern Abend im Stadtparlament bekannt.

Maskenpflicht an weiterführenden Schulen in Frankfurt: Einführung war richtige Entscheidung

"Uns war klar, dass dies anstrengende zwei Wochen für die Kinder und Jugendlichen werden, und wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht", sagte Weber. Im Ergebnis zeige sich jedoch, dass die Maßnahme richtig gewesen sei. Denn größere Ausbrüche konnten an Schulen vermieden und nur in wenigen Fällen musste der Unterricht kurzfristig ausgesetzt werden. Eine Schule musste seit dem Start des neuen Schuljahres noch nicht geschlossen werden.

Seit Ende der Sommerferien gab es an 15 Frankfurter Schulen insgesamt 19 positiv getestete Schüler sowie drei Fälle bei Lehrpersonal oder anderen Schulbediensteten, die im infektionsfähigen Intervall in der Schule waren. In Kitas sind insgesamt vier Erzieherinnen und ein Kind positiv getestet worden. Insgesamt wurden mehr als 800 Abstriche an Schulen und Kitas durchgeführt. Vier Erwachsene waren positiv, vermutlich hatten sie sich in Besprechungen mit anderen Erwachsenen infiziert.

"Der Infektionsschutz hat in der aktuellen Situation eine hohe Priorität. Gleichzeitig ist es notwendig, den Schulbetrieb zu gewährleisten. Wir müssen jeden Tag neu bewerten, ob die getroffenen Maßnahmen ausreichen", so Majer. Und Weber betonte: "Unser oberstes Ziel ist es, die erneute Schließung von Schulen und Kitas zu vermeiden."

Maskenpflicht an Schulen in Frankfurt: Zahl der Neuinfektionen sinkt wieder

Noch vor zwei Wochen, zum Ende der Sommerferien, waren in Frankfurt die Zahlen der Neuinfektionen mit dem Coronavirus von Tag zu Tag rasant gestiegen. Die Konsequenz: Die Maßnahmen, um die Ausbreitung von Covid-19 wieder einzudämmen, wurden verschärft. Mittlerweile steigen die bestätigten Fälle weniger schnell. Laut Majer gab es in Frankfurt gestern noch 210 aktive Corona-Fälle. Das waren 24 Menschen, die aktuell noch infiziert sind, weniger als einen Tag zuvor. Insgesamt haben sich in Frankfurt bisher 2723 Menschen mit dem Virus angesteckt, 69 Frankfurter sind daran gestorben. Aktuell liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 17,3 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern.

Majer sagte: "Nachdem die Infektionszahlen wieder gesunken sind, sehen wir von einer Verlängerung der Maskenpflicht im Unterricht ab. Ich appelliere aber weiterhin immer und immer wieder, in allen Lebensbereichen Abstand zu halten und Masken zu tragen. Die Pandemie ist noch lange nicht vorbei." Ihm bereiten Veranstaltungen mit vielen Menschen derzeit die größten Sorgen. Dazu zählten unter anderem Bundesliga-Fußballspiele. Sie sollen nach Anordnung des Bundes bis Ende Oktober eigentlich ohne Zuschauer stattfinden. Doch nun mehren sich die Nachrichten von Städten, wo doch Fans im Stadion erlaubt sind. "Das ist nicht fair und fatal", sagte Majer, der sich heute mit Eintracht Frankfurt zu Gesprächen trifft.

Solche Schilder gab es in vielen Schulen aufgrund der Corona-Auflagen. In Frankfurt gelten sie ab Montag nicht mehr. Foto: Imago

Corona in Frankfurt: "Die Pandemie ist noch nicht vorbei"

Corona wirkt wie ein Brandbeschleuniger“, sagte Michael Müller (Linke). Das Virus vertiefe Gräben. Deshalb sei Solidarität wichtiger denn je. „Das Virus bleibt. Die sozialen Folgen kommen aber erst jetzt“, so Müller.

Die Grünen-Stadtverordnete Birgit Ross sieht die Erwachsenen als "die Gefährder". "Sie sind es, die sich nicht an die Regeln halten", so Ross. Gerade erst hätten in Alt-Sachsenhausen sieben Gaststätten geschlossen werden müssen, weil dort die Abstandsregeln nicht eingehalten wurden.

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) sagte: "Jedem muss klar sein, wir sind nicht am Ende der Pandemie, sondern wohl eher noch am Anfang. Wir müssen lernen mit dem Virus zu leben." Zumindest so lange, bis ein Impfstoff gefunden sei. (Von Julia Lorenz)

Rubriklistenbild: © imago images/Patrick Scheiber

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