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Trotz geschlossenem Laden bietet eine Buchhandlung in Frankfurt auch während der Corona-Krise weiter Services für ihre Kunden an.

Geschäfte in Zeiten von Corona

Corona in Frankfurt: Wie eine Buchhandlung die Krise meistert

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Die Geschäfte in Frankfurt sind zurzeit auf Grund der Corona-Krise geschlossen. Eine Buchhandlung versucht trotzdem beste aus der Situation zu machen. Kreative Lösungen sind gefragt. 

  • Die Geschäfte in Frankfurt sind zurzeit auf Grund der Corona-Krise geschlossen
  • Eine Buchhandlung versucht mit kreativen Lösungen das beste aus der Situation zu machen
  • Sie setzt in diesen Zeiten besonders auf das Vertrauen der Kunden

Frankfurt - An der Ecke Ziegelhüttenweg und Mörfelder Landstraße direkt am kleinen Park ist die Buchhandlung "Buchplatz" seit fünf Jahren zu Hause. Die Tür des Eckladens ist geschlossen, ein hoher Ständer versperrt den Zutritt zu den Stufen. In blauer Schrift ist "Laden zu! Leute da!" zu lesen. Vor den Schaufenstern stehen flankiert von Pflanzenkästen Tischchen, auf denen sich in großen Plastikkörben vollgepackte Papiertüten stapeln. Auf den Tüten stehen Namen. Auf den Körben steht: "Ihre Bestellungen sind mit der Rechnung hier drin. Bitte mitnehmen und zeitnah überweisen!" 

Corona-Krise in Frankfurt: Buchhandlung bietet Liefer-  und Abholservice

Geschäftsführer Daniel Bogdanov (42) ist abwechselnd mit seinen sechs Mitarbeitern im Laden in Frankfurt, nimmt Bestellaufträge entgegen und packt unermüdlich. "Man kann aus der Not auch eine Tugend machen", sagt er lächelnd, als er die Ladentür ein Stück öffnet und mit Handschuhen einige weitere Tüten in die Kisten füllt. Einzeln oder mit Kind und mit großem Abstand voneinander kommen Leute und blättern durch die Tüten, um ihren Namen zu finden. Sie sind groß mit Filzstift beschrieben, damit das Finden leicht ist. Ein schneller Griff, ein Lächeln und die Bücher sind direkt beim Empfänger. "So ein toller Service", sagt eine Frau und packt die bestellten Kinderbücher und Krimis in den Korb auf ihrem Fahrrad. 

Buchhandlung in Frankfurt in Zeiten von Corona: Kunden freuen sich über kreative Lösungen

Sie hatte am Vortag im Laden angerufen und sich dabei beraten lassen. "Das war wie im Laden. Außer, dass ich nicht vorher drin blättern konnte", sagt sie lachend und winkt den Buchhändlern durch die geschlossene Tür zu. Seit dem 18. März hat Bogdanov wegen der Corona-Kris e alles umgestellt. Das Telefon im Laden klingelt ununterbrochen, E-Mails kommen zu Hauf. "Alles funktioniert wie immer, nur eben etwas anders", sagt er leicht hektisch. "Wir liefern nach Hause und verkaufen hier vor der Tür absolut kontaktlos. Und wir nehmen keinerlei Geld direkt an." Wer bestellt, kann am nächsten oder übernächsten Tag kommen, die Tüte mitnehmen und von zu Hause aus überweisen.

Corona-Krise in Frankfurt: Buchhandlung macht „aus der Not auch eine Tugend"

"Es spricht sich langsam in der Nachbarschaft rum und auch neue Kunden sind schon aufgetaucht." Bogdanov erzählt, dass Lieferungen im Deutschen Buchhandel seit 100 Jahren normal seien und lokale Buchhandlungen ebenso schnell in der Bestellung und Ausgabe der Bücher wie Online-Händler seien. Er vertraut darauf, dass die Kunden ihre Rechnungen überweisen. Er vertraut auch darauf, dass sich Kunden, die bunte Oster-, Geburtstags- oder Glückwunschkarten an den Ständern vor dem Laden aussuchen, das Sparschwein voller Marienkäfer und einem vierblättrigen Kleeblatt füttern. Mit abgezähltem Bargeld. Vor allem Frauen und Kinder suchen sich die eine oder andere Karte aus. Und sie werfen Geld ins Sparschwein.

Corona-Krise in Frankfurt: Buchhandlung setzt auf Vertrauen zu den Kunden

"Das ist halt mein unternehmerisches Risiko. Aber die Leute vertrauen ja auch darauf, dass ich ihnen die Bücher einpacke, die sie glücklich machen", sagt er augenzwinkernd. Ein Mann joggt, bremst vor dem Laden ab, sieht die Tische und staunt. "Das ist ja toll. Das mache ich auch." Er schreibt sich vom Schaufenster die Telefonnummer und E-Mail-Adresse auf den Arm und läuft schnell weiter. Ein älteres Ehepaar sieht sich neugierig um und nickt. "Tolle Idee. Wer will schon von Fremden Pakete annehmen. So ist es doch viel persönlicher und sicher." Einige Leute finden ihre Tüte nicht im Korb. Sie stehen vor der Tür und rufen im Laden an. Es dauert nur wenige Minuten, bis die vermissten Tüten samt Rechnung mit langem Arm und Handschuh vor die Tür gestellt werden. Wenn die Tür zu ist, dürfen sie ihre Tüte dort abholen und bekommen durch die Scheibe noch ein Lächeln dazu.

Kontakt

Buchplatz ist telefonisch unter 069-66129930, per WhatsApp unter 01 76 53 44 58 57 und per E-Mail an info@buchplatz.com zu reichen. Außerdem auf www.buchplatz.com da.

Eine interaktive Karte zeigt, welche lokalen Geschäfte in Frankfurt während der Corona-Krise ebenfalls einen Lieferservice anbieten.

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