Einige Menschen in Hessen versuchen sich, die Impfung gegen Corona unberechtigt zu verschaffen.
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Einige Menschen in Hessen versuchen sich, die Impfung gegen Corona unberechtigt zu verschaffen. (Archivfoto)

Gefälschte Dokumente

Corona-Impfdrängler werden in Hessen zum Problem

  • Teresa Toth
    VonTeresa Toth
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In Hessen kommen immer mehr Fälle von Impfdränglern ans Licht, nachdem bundesweit Corona-Lockerungen für Menschen beschlossen wurden, die bereits zweimal die Impfung erhielten.

Frankfurt – Für vollständig Geimpfte gelten weniger strenge Corona*-Regeln. Dies scheint nach der nunmehr über ein Jahr andauernden Pandemie für einige Menschen Grund genug zu sein, sich die Impfung gegen Covid-19 unberechtigt verschaffen zu wollen. In einigen Kreisen in Hessen* wurden Fälle bekannt, bei denen sich Impfwillige durch falsche Angaben eine vorzeitige Impfung verschaffen wollten – manche hatten damit auch Erfolg.

Allein im Landkreis Fulda gelang es über einem Dutzend Impfdränglern, die Impfung gegen das Coronavirus zu erhalten, obwohl keine Berechtigung vorlag. Dies wurde bekannt, nachdem der Landkreis eine Impfliste mit 8700 Personen ausgewertet hatte. „In 61 Fällen wurden weitere Recherchen zur Impfberechtigung unternommen und diese zum überwiegenden Teil festgestellt. In 14 Fällen sieht die Revision eine Impfberechtigung als zweifelhaft an“, teilte die Pressestelle mit. Ob sich die betroffenen Personen durch das Vordrängeln strafbar machten, ist noch nicht abschließend geklärt.

Corona-Impfung in Hessen: Neben Impfdränglern auch gefälschte Pässe

Denn in der Corona-Impfverordnung sind mögliche Ordnungswidrigkeitsverfahren im Hinblick auf ebensolche Vergehen nicht enthalten. Der Landkreis kündigte daher an, den Prüfbericht an die Staatsanwaltschaft Fulda zu übergeben. „Ob strafrechtlich relevantes Verhalten vorliegt, kann nur die Staatsanwaltschaft feststellen.“ Neben Fulda berichtet auch Frankfurt* von einzelnen Impfdränglern.

„Selten aber regelmäßig kommt es vor, dass Menschen im Impfzentrum ohne aktuelle Impfberechtigung geimpft werden wollen“, so die Pressesprecherin der Stadt. Auch die Stadt Kassel teilte mit, dass einige Menschen wegen fehlerhafter Impfpriorisierung einen Impftermin erhielten. Vor Ort musste diesen die Impfung dann verweigert werden. Auch Darmstadt berichtet von „einigen wenigen Einzelfällen“. Neben Impfdränglern stellen aber auch gefälschte Impfpässe ein Problem dar.

Impfung gegen Corona in Hessen: Sicherheitsmerkmale fehlen

Im Internet werden diese teils für wenig Geld angeboten. Der Betreiber des Impfzentrums in Frankfurt wurde auf Impfpässe aufmerksam, die angeblich dort ausgestellt wurden. „Die Angelegenheit wurde daraufhin direkt beim Polizeipräsidium Frankfurt angezeigt“, so die Sprecherin der Stadt. Den Pässen fehle laut LKA allerdings an Sicherheitsmerkmalen. (tt/dpa)

Das Corona-Vakzin von Astrazeneca sorgt in Hessen für eine Sonderregelung. Die Impf-Reihenfolge wird angepasst. Eine Gruppe profitiert davon.

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