Das Bundesgesundheitsministerium erklärt in einem Update, wer haftet, wenn nach einer Impfung gegen Corona schwere Nebenwirkungen auftreten. (Symbolbild)
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Das Bundesgesundheitsministerium erklärt in einem Update, wer haftet, wenn nach einer Impfung gegen Corona schwere Nebenwirkungen auftreten. (Symbolbild)

Thrombose-Risiko

Schwere Nebenwirkungen nach Corona-Impfung: Wann der Staat haftet

  • Teresa Toth
    VonTeresa Toth
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Biontech, Moderna, Atrazeneca, Johnson&Johnson – inzwischen sind zahlreiche Impfstoffe zugelassen. Zwei von ihnen bergen das Risiko für gesundheitliche Beschwerden. Wer haftet?

Frankfurt – „Nebenwirkungen bei Impfstoffen sind selten, aber nie ganz auszuschließen.“ Das Bundesgesundheitsministerium nimmt auf seiner Website Stellung zu möglichen gesundheitlichen Beschwerden nach einer Impfung gegen Corona. Sollten Komplikationen eintreten, gelten im Rahmen des Infektionsschutzgesetzes klare Regelungen zur Haftung, die das Ministerium in einem Update erläutert.

Immer mehr Menschen haben sich mittlerweile gegen das Coronavirus impfen lassen. Während unter den zugelassenen Impfstoffen Biontech und Moderna als unbedenklich gelten und Nebenwirkungen nur selten vorkommen, werden Astrazeneca und Johnson&Johnson von der Ständigen Impfkommission (STIKO) nur für Menschen über 60 Jahren empfohlen. Grund waren vermehrte Thrombose-Fälle nach den Impfungen. Trotzdem steht es jedem frei, sich dennoch mit diesen Stoffen impfen zu lassen. Es stellt sich allerdings die Frage, wer haftet, wenn schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten.

Impfung gegen Corona: Aufklärungsgespräch ist verpflichtend

Auf ihrer Website verweist das Bundesgesundheitsministerium darauf, dass die STIKO die beiden betroffenen Impfstoffe auch für unter 60-jährige Menschen eingesetzt werden dürfen: „Mit beiden Impfstoffen können sich laut STIKO aber auch jüngere Menschen impfen lassen, wenn sie das möchten und von ihrem Arzt bzw. ihrer Ärztin umfassend aufgeklärt wurden.“ Das Aufklärungsgespräch muss dokumentiert werden und die Einwilligung schriftlich erfolgen.

Sollten nach der Impfung gegen das Coronavirus mit Astrazeneca oder Johnson&Johnson Beschwerden auftreten – etwa Kurzatmigkeit, Unterleibsschmerzen, geschwollene Arme und Beine, besonders starke Kopfschmerzen oder Hautblutungen – sollten Geimpfte unbedingt einen Arzt kontaktieren. Die Beschwerden können vier bis 16 Tage nach einer Injektion auftreten. Die gewöhnlichen Nebenwirkungen durch die Impfung, darunter Abgeschlagenheit oder eine erhöhte Körpertemperatur, klingen dagegen in der Regel ein bis zwei Tage nach der Impfung ab.

Impfung gegen Corona: Arzt haftet für korrekte Injektion des Impfstoffs

Für alle bekannten Nebenwirkungen haften die Länder. Erst, wenn Geimpfte unter schwerwiegenden unbekannten Nebenwirkungen leiden, übernimmt der Bund die Haftung. Sollten die Beschwerden durch Produktfehler der Impfstoffe auftreten, ist der jeweilige Hersteller verantwortlich. Der Arzt, der die Impfung durchführt, haftet zudem für eine korrekte Injektion. (tt)

Forscher aus Frankfurt haben womöglich herausgefunden, weshalb nach eine Impfung gegen Corona mit Astrazeneca Hirnvenenthrombosen auftreten können. Durch ihre Erkenntnisse könnte sich das Risiko hierfür deutlich verringern.

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