Hygiene-Plan erarbeitet

Corona-Krise: Frankfurt bereitet sich auf Schulstart vor

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Ab Montag beginnt in Frankfurt nach dem Corona-Lockdown wieder schrittweise der Unterricht an den Schulen. Die Stadt hat einen Hygiene-Plan erarbeitet. 

  • Schulen in Frankfurt öffnen nach Corona*-Lockdown schrittweise wieder
  • Stadt Frankfurt erarbeitet Hygiene-Plan für Schulen
  • Frankfurt verteilt Masken an Schüler

Frankfurt - Mund-Nasen-Schutz für alle Schüler, Desinfektionsmittel, zusätzliches Geld für Reparaturen der Sanitäranlagen sowie Präsenz-Reinigungskräfte für Schultoiletten: Frankfurt bereitet sich auf die schrittweise Wiedereröffnung der Schulen nach dem Corona-Lockdown vor. Sechs Wochen waren die Kinder und Jugendlichen jetzt zu Hause, doch für einen kleinen Teil von ihnen kehrt am Montag zumindest ein kleines Stück Normalität zurück. Dann dürfen Schüler aus höheren Jahrgängen und solche, die kurz vor dem Abschluss oder dem Wechsel auf die weiterführende Schule stehen, wieder in den Klassenräumen unterrichtet werden - unter besonderen hygienischen Voraussetzungen versteht sich.

Ein ehemaliger Amtsdirektor findet dazu nun klare Worte*. Seiner Meinung nach seien die Zustände der Hygiene an hessischen Schulen miserabel und ließen eigentlich keine Rückkehr zum Präsenzunterricht zu.

Das Hessische Kultusministerium hat jüngst einen Hygiene-Plan entwickelt, nach dem sich die Schulen richten müssen. Dieser sieht unter anderem vor, dass der Mindestabstand zwischen den Schülern 1,50 Meter beträgt und nicht mehr als 15 Kinder und Jugendliche im Klassenzimmer unterrichtet werden. Eine Maskenpflicht, wie sie ab Montag beim Einkaufen sowie in Bussen und Bahnen gilt, gibt es in den Schulen nicht. Nichtsdestotrotz stellt die Stadt Frankfurt 45.000 Masken als Erstausstattung für die Schüler zur Verfügung. Diese werden jetzt an alle Schulen ausgeliefert.

Schulen in Frankfurt öffnen nach Corona-Lockdown – Stadt erarbeitet Hygiene-Plan

Das ist eine von zahlreichen Maßnahmen aus einem Hygiene-Aktionsplan, den der Magistrat gestern vorgelegt hat. Dieser soll den Schulen in den kommenden Tagen Sicherheit geben. "Die Gesundheit der Kinder* und Jugendlichen und der vor Ort Beschäftigten bleibt oberstes Gebot", sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD).

Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD)

Darüber hinaus hat das Stadtschulamt in Kooperation mit dem Gesundheitsamt, der Arbeitsmedizin, dem Amt für Bau und Immobilien und dem Staatlichen Schulamt Hygiene-Richtlinien erstellt, die zusammen mit dem Hygiene-Plan des Landes an die Schulen verschickt wurden. Natürlich sollen auch die Schulsekretärinnen, Schulhausverwalter und Mitarbeiter in der Jugendhilfe oder der Erweiterten Schulischen Betreuung mit Mund-Nasen-Bedeckungen ausgestattet werden. Zudem hat das städtische Gesundheitsamt ein Team auf die Beine gestellt, das die Einrichtungen schnell beraten soll, wenn es Fragen rund um das Thema Corona gibt.

Schulen in Frankfurt öffnen nach Corona-Lockdown wieder: Zusätzliche Desinfektionsmittel in Klassenräumen

Neben dieser Maßnahme sollen die Schulen 1000 Euro für kleine Reparaturen in den Schultoiletten und Waschräumen zusätzlich zur Verfügung gestellt bekommen, kündigte Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) an. Das Geld könne auch abgerufen werden, um Verschönerungsmaßnahmen gemeinsam mit den Schülern durchzuführen, um Vandalismusschäden vorzubeugen. Zudem sollen Schulen finanziell unterstützt werden, wenn sie zusätzliche Hygieneartikel brauchen.

Weil Händewaschen mit Wasser und Seife natürlich auch für die Kinder und Jugendlichen die wichtigste Regel ist, aber nicht jedes Klassenzimmer über einen eigenen Wasseranschluss verfügt, schon gar nicht in den provisorischen Übergangsquartieren, sollen zusätzliche Desinfektionsmittel in den Unterrichtsräumen bereitgehalten werden.

Öffnunf der Schulen in Frankfurt nach Corona-Lockdown: Änderung bei Reinigung

Änderungen soll es auch bei der vom Amt für Bau und Immobilien organisierten Reinigung der Schulen geben. "Für die empfohlene Erhöhung der Reinigungsintensität in den Toiletten werden wir die Anzahl der Präsenzkräfte kurzfristig erhöhen", sagte Baudezernent Jan Schneider (CDU). An allen Schulen wird von Montag an eine Reinigungskraft zur besonderen Corona-Prävention anwesend sein. "Wir achten sorgfältig darauf, dass die beauftragten Unternehmen die vereinbarten Reinigungsleistungen im vollen Umfang erbringen. Nicht nur während der Pandemie ist die Sauberkeit unserer Schultoiletten von entscheidender Bedeutung", sagte er.

Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) wies daraufhin, dass zusätzlich zum Tragen einer Maske weiterhin die Hygiene-Regeln einzuhalten seien. "Eine Öffnung der Schulen und eine Lockerung im Alltag sind nur unter diesen Bedingungen verantwortbar", so der Stadtrat. "Es gibt noch immer keinen Grund für eine Entwarnung. Nur wenn wir alle beim Miteinander im Alltag die Kombination von Maßnahmen einhalten, können wir einen sprunghaften Anstieg von Neuinfektionen vermeiden."

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Nun ist es tatsächlich wieder soweit: Die Schulen haben geöffnet und immer mehr Schüler kehren zurück. Wie geht man in Frankfurt damit um?

Rubriklistenbild: © dpa/Arne Dedert

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