Computer und WLAN sollten heutzutage in Schulen selbstverständlich sein. Doch so schnell geht das alles nicht. . .
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Computer und WLAN sollten heutzutage in Schulen selbstverständlich sein. Doch so schnell geht das alles nicht. . .

Frankfurter Bildungspolitik

Corona-Pandemie verzögert WLAN an Schulen

  • Julia Lorenz
    VonJulia Lorenz
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Nur 29 von 167 Einrichtungen sind bisher an das städtische Netz angeschlossen. Bis Ende 2022 sollen alle versorgt sein

Frankfurt -Bisher sind in Frankfurt 29 von 167 Schulen mit drahtlosen Zugängen zum Internet ausgestattet - inklusive der 14 Pilotschulen, die bereits 2019 WLAN installiert bekommen haben. Das geht aus einem aktuellen Magistratsbericht hervor. Zu den Schulen gehören etwa die Adolf-Reichwein-Schule (Zeilsheim), das Elisabethen-Gymnasium (Nordend), die Philipp-Holzmann-Schule (Westend), die Michael-Ende-Schule (Rödelheim) und die Schule am Mainbogen (Fechenheim).

Noch im Februar hatte Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) angekündigt, dass nach den Sommerferien Ende August jede dritte Schule WLAN haben soll. Dieses Ziel konnte jedoch nicht umgesetzt werden. "Aufgrund von verspäteten Materiallieferungen verzögerte sich der Start der Ausstattungen", heißt es dazu im Magistratsbericht. Und weiter. "Es kam und kommt aufgrund der weltweiten Lieferproblematiken in Folge der Corona-Pandemie weiterhin zu starken Lieferengpässen im gesamten IT-Markt."

Im September geht es weiter

Im September sollten allerdings 32 weitere Schulen mit WLAN ausgestattet werden. Darüber hinaus sei an 32 Liegenschaften die Montage der Access-Points abgeschlossen. Laut Magistratsangaben warten sie aktuell nur noch auf ihre Freischaltung durch das Amt für Informations- und Kommunikationstechnik.

Zur Erinnerung: Die vorherige Koalition aus CDU, SPD und Grüne hatte sich mehr als zwei Jahre nicht darauf einigen können, in welcher Form die Schulen mit dem drahtlosen Internet ausgestattet werden sollen. Sollen sie sich von der Stadt oder von einem Privatanbieter mit WLAN versorgen lassen? Der Streit war heftig.

Nach zähem Ringen einigte man sich im vergangenen Sommer darauf, dass alle 165 Schulen bis Ende 2024 an das städtische Netz angeschlossen werden sollen. Zusätzlich sollen die Schulen mit Laptops, Tablets und sonstigen technischen Geräten ausgestattet werden. Dafür werden 49,5 Millionen Euro in die Hand genommen. Ein Großteil davon soll aus dem Digitalpakt von Bund und Land kommen. Sechs Millionen Euro steuert die Stadt selbst dazu. Im Herbst 2020 drückte die Bildungsdezernentin dann aufs Tempo und verkündete, dass 100 Schulen schon bis Ende 2021, der Rest bis Ende 2022 WLAN bekommen sollen.

Zeitplan soll eingehalten werden

Trotz der pandemiebedingten Verzögerungen geht der Magistrat weiterhin davon aus, dass der Zeitplan eingehalten werden kann. "Mittels Projektplan wird unter den Projektbeteiligten die zeitliche Koordination sichergestellt", heißt es in dem vorgelegten Bericht. Die Schulen würden durch den ausführenden Dienstleister mit einem Vorlauf zwischen zwei bis drei Wochen über den Installationstermin informiert. Ein größerer Vorlauf sei aufgrund der unsicheren Liefersituation der Materialien nicht möglich.

Nach Angaben des Magistrats stehen die 16 beruflichen Schulen in Frankfurt im Fokus der WLAN-Ausstattung, sie sollen noch in diesem Jahr ans Netz gehen. Auch Schulen, die mehrere Jahre in Übergangsquartieren wie Modulbauten untergebracht sind, sollen drahtlose Zugänge zum Internet bekommen.

Darüber hinaus hat die Stadt aus Mitteln des Digitalpakts 9440 mobile Endgeräte inklusive Taschen sowie die Dienstleistung für Einrichtung und Support der Geräte beschafft. Bisher konnten in diesem Jahr 22 Schulen mit mobilen Endgeräten ausgestattet werden. Neue Präsentationstechnik hat allerdings noch keine Schule erhalten. Derzeit liefen erste Gespräche mit den Bildungseinrichtungen, heißt es in dem Bericht.

Weiter teilt der Magistrat mit, dass er bei der IT-Ausstattung der Schulen nicht weiter aufs Tempo drücken könne. Dafür gebe es zu viele Schulen und zu wenig Personal. "Schon jetzt arbeiten alle verfügbaren Ressourcen mit Hochdruck daran."

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