Bahnhofsviertel

Wegen Schließung der Bordelle: Immer mehr Straßenprostitution in Frankfurt

  • Teresa Toth
    vonTeresa Toth
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Nachdem die Bordelle in Frankfurt aufgrund der Corona-Pandemie schließen mussten, sehen sich Prostituierte in einer schwierigen Lage. Um ihren Lebensunterhalt zu sichern, zieht es sie auf die Straße.

  • Aufgrund der Corona-Hygieneregelungen können Bordelle derzeit nicht öffnen.
  • Um trotzdem Geld verdienen zu können, gehen viele Prostituierte auf die Straße.
  • Die Stadt Frankfurt geht gegen Straßenprostitution jedoch streng vor, da sie fast überall verboten ist.

Frankfurt – Geht man durch die Straßen in der Nähe des Hauptbahnhofes in Frankfurt, sieht man immer häufiger Frauen, die scheinbar gelangweilt herumstehen. Denn neben denen sich ohnehin dort aufhaltenden Straßenprostituierten aus dem Drogenmilieu halten sich dort nun auch Personen auf, die eigentlich in den umliegenden Bordellen arbeiten. Seitdem diese wegen der Corona-Pandemie geschlossen wurden, ist vielen Frauen ihre Wohn- und Lebensgrundlage entzogen worden, sodass sie nun auf andere Weise ihre Einnahmen sichern müssen.

Schließung der Bordelle wegen Corona: Straßenprostitution in Frankfurt verboten

Denn aufgrund der Corona-Hygieneregelungen dürfen Bordelle momentan nicht öffnen. Aber auch das Nachgehen der Prostitution in Hotelzimmern sowie die Straßenprostitution ist unzulässig, was von der Stadtpolizei in Frankfurt streng kontrolliert wird. Straßenprostitution verbieten jedoch nicht nur die derzeitigen Corona-Auflagen, sondern auch die Sperrgebietsverordnung, laut derer Straßenprostitution in Frankfurt – bis auf wenige Ausnahmen wie beispielsweise an der Theodor-Heuss-Allee – verboten ist.

Es ist erstmal nicht ordnungswidrig sich an einer Straße aufzuhalten. Es wird erst dann problematisch, wenn zwischen Prostituierter und Freier ein Geschäft angebahnt wird. Wird man bei einem solchen Anbahnungsgespräch erwischt, werden für beide Beteiligte 120 Euro Bußgeld fällig. Und wenn dies in kurzer Zeit mehrfach passiert, machen sich die Beteiligten strafbar. Die Stadtpolizei des Ordnungsamtes ist in zivil unterwegs, um gegen solche Anbahnungsgespräche vorzugehen.

Bordelle in Frankfurt: Schließung wegen Corona treibt Prostituierte in die Illegalität

Ganz aktuell fand etwa am Dienstag, 15. September, eine gemeinsame Schwerpunktkontrolle mit der Steuerfahndung in Frankfurt statt, in deren Rahmen auch Überprüfungen in Hotels vorgenommen wurden. Es wurden mehrere Verstöße festgestellt und sowohl Prostituierten als auch Freiern müssen Bußgelder zahlen. Seit Inkrafttreten der Corona-Verordnung wurden 45 Ordnungswidrigkeitenanzeigen nach der Sperrgebietsverordnung, 33 Ordnungswidrigkeitenanzeigen nach dem Prostituiertenschutzgesetz (fehlende Anmeldebescheinigung) und sieben Strafanzeigen gegen Straßenprostituierte und Freier erlassen.

Viele Prostituierte sind darauf angewiesen, Geld zu verdienen, denn sie müssen weiter finanziell die Familien in ihren Herkunftsländern, vor allem in Osteuropa, etwa Rumänien und Bulgarien, unterstützen, für Kinder sorgen oder Schulden abbezahlen und werden so in die Illegalität getrieben.

Sicherheitsdezernent Markus Frank zeigt sich besorgt: „Wir beobachten eine gewisse Verfestigung der Zustände auf den Straßen des Bahnhofsviertels. Prostitution sollte aber nur unter geschützten und hygienischen Rahmenbedingungen stattfinden, so wie es das Prostituiertenschutzgesetz ja auch vorsieht.“ Der Infektionsschutz sei gerade in Coronazeiten noch wichtiger und im Interesse von Prostituierten und Freiern gleichermaßen. 

Rubriklistenbild: © Arne Dedert

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