Das Deutsche Rote Kreuz plant, eine mobile Corona-Teststation vor dem Kinder- und Familienzentrum (Kifaz) in Frankfurt-Dornbusch aufzustellen. (Symbolbild)
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Das Deutsche Rote Kreuz plant, eine mobile Corona-Teststation vor dem Kinder- und Familienzentrum (Kifaz) in Frankfurt-Dornbusch aufzustellen. (Symbolbild)

Hilfe für die Nachbarschaft

Corona-Teststation vor Kinderzentrum in Frankfurt geplant

  • VonKatja Sturm
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Viele Eltern, deren Kinder im Familienzentrum Kifaz in Frankfurt betreut werden, sind nicht über geltende Corona-Regeln informiert. Nun soll eine mobile Teststelle helfen.

Frankfurt – 84 Jungen und Mädchen zwischen einem und sechs Jahren werden im Kinder- und Familienzentrum (Kifaz) "Morgenstern" unter der Trägerschaft der Caritas Frankfurt betreut. Trotz Pandemie, sagt Leiterin Angela Obijou, seien in den vergangenen Monaten die meiste Zeit über 90 Prozent der Kinder im Haus an der Platenstraße gewesen.

Doch vor wenigen Wochen mussten zwei der fünf Gruppen vorübergehend geschlossen werden. Zwei Mitarbeiter hatten sich mit dem Coronavirus infiziert. Eine Reihentestung, die das Frankfurter Gesundheitsamt daraufhin organisierte, ergab, dass es auch unter den Kindern positive Fälle gab - allerdings ohne Symptome.

Kifaz „Morgenstern“ in Frankfurt: Viele Eltern nicht mit geltenden Corona-Regeln vertraut

Nicht zum ersten Mal seit Beginn der Krise war Obijou mit einer solchen Situation konfrontiert. Auch das ganze Kifaz war schon einmal für eine Woche geschlossen. In Gesprächen mit Eltern stellte sich heraus, dass viele mit den geltenden Corona-Regeln nicht vertraut sind. Sie informierten sich eher über die Medien ihrer Heimatländer und wüssten so weder über Quarantänepflichten noch Testmöglichkeiten hierzulande Bescheid.

Dazu komme, dass sich das Leben vieler in der Platensiedlung lebenden Familien in einem engen Aktionsradius abspielt und sie ihr Quartier kaum verlassen. Im Stadtteil Dornbusch allerdings gebe es derzeit keine Angebote für einen Test auf den Covid-19-Erreger. "Die Wege sind zu weit", sagt Obijou. "Niemand würde mit der U-Bahn zu einer Teststation fahren."

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Mobile Corona-Teststelle in Frankfurt: DRK will donnerstags vorbeikommen

Das soll sich jetzt ändern. Nach Vorstellung der Problematik im Ortsbeirat, die Quartiersmanager Dominikus Landwehr in Vertretung Obijous übernahm, wurde die Einrichtung einer mobilen Teststelle auf den Weg gebracht. Ortsvorsteher Friedrich Hesse nahm dazu mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) Kontakt auf. Dieses plant, einen Wagen samt Zelt vor dem Kifaz aufzustellen. Das Angebot muss allerdings noch geprüft werden, teilt der CDU-Politiker mit.

Als möglicher Testtag wurde der Donnerstag von 13 bis 18.30 Uhr in den Blick gefasst. Das DRK will eine Anmeldeplattform im Internet schalten. Wann es losgehen soll, ist noch nicht bekannt. Obijou würde es begrüßen, wenn es zu so einer in jeder Hinsicht nahe liegenden Lösung kommen würde. Dann könnte man neben den Familien der jüngeren Kinder auch die der älteren leicht mitversorgen, die in die Astrid-Lindgren- und die Integrative Schule gehen. Beide Einrichtungen liegen in direkter Nachbarschaft und ebenfalls an der Platenstraße, die nicht nur deshalb stark frequentiert ist.

Zudem wären, wie Obijou erklärt, dann auch sie und ihre Mitarbeiter direkt vor Ort, um für Fragen zu dem Thema zur Verfügung zu stehen. "Wir sind für die Familien Vertrauenspersonen", sagt sie.

Ortsvorsteher in Frankfurt: „Die Bevölkerung muss dort abgeholt werden, wo sie sich befindet“

"Wir müssten die Leute vorbereiten auf das, was da auf sie zukommt, und sie an die Hand nehmen", sagt Hesse. Obijou sieht das ähnlich und würde sich deshalb, auch wenn die Teststation doch noch woanders platziert werden würde, bereiterklären, mit ihren Kollegen regelmäßig dort präsent zu sein und die Information und Betreuung abseits der reinen Durchführung zu übernehmen. So oder so, sagt Hesse, wäre die Offerte, für die auch ein entsprechend eingerichteter Bus mit separaten Ein- und Ausgängen infrage käme, kein permanentes Angebot.

"Die Bevölkerung muss dort abgeholt werden, wo sie sich befindet", betont der Ortsvorsteher. Sollte sich die geplante Maßnahme bewähren, könnte er sich sogar noch ein weiteres Modellprojekt im eigenen Zuständigkeitsgebiet vorstellen: eine mobile Impfstation. Aus eigener Erfahrung weiß der Pensionär, wie kompliziert es selbst für deutsche Muttersprachler ist, sich eine Impfung zu sichern. Der Weg über den Hausarzt erleichtere die Angelegenheit zwar erheblich, doch auch das wüssten viele nicht. Die DRK-Geschäftsleitung will sich mit der Idee beschäftigen. (Katja Sturm)

Eine Kita-Studie zum Coronavirus in Hessen soll klären, wie ansteckend Kinder sind.

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