Antoni Walczok und René Gottschalk vom Gesundheitsamt Frankfurt, Stadtrat Stefan Majer, OB Peter Feldmann sowie Thomas Jackel und Rainer Heisterkamp von der Branddirektion informieren über die Corona-Zahlen.
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Antoni Walczok und René Gottschalk vom Gesundheitsamt Frankfurt, Stadtrat Stefan Majer, OB Peter Feldmann sowie Thomas Jackel und Rainer Heisterkamp von der Branddirektion informieren über die Corona-Zahlen.

Virus-Pandemie

Corona-Zahlen in Frankfurt: Alarmstufe Rot

  • Julia Lorenz
    vonJulia Lorenz
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Ab Freitag gilt wegen der hohen Zahl neuer Corona-Infektionsfälle in Frankfurt eine Sperrstunde sowie eine Maskenpflicht in Einkaufsstraßen.

Frankfurt -Weil in der Mainmetropole seit Tagen die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus rasant steigt, greift die Stadt jetzt durch. Ab kommendem Freitag gibt es eine Sperrstunde. Restaurants, Bars und Gaststätten müssen dann um 22 Uhr schließen. Außerdem darf im öffentlichen Raum - auf Plätzen, Straßen und in Parks - kein Alkohol getrunken werden, in Einkaufszentren und hochfrequentierten Einkaufsstraßen gilt Maskenpflicht, und private Feiern werden in den eigenen vier Wänden auf zehn, in öffentlichen oder angemieteten Räumen auf 15 Teilnehmer begrenzt.

Das haben Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) und Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) gestern nach der Sitzung des Krisenstabs bekanntgegeben. Alle Maßnahmen sollen zunächst bis zum 18. Oktober gelten.

"Die Botschaft ist klar: Corona ist weiter da, und Corona ist weiter gefährlich", sagte das Stadtoberhaupt. "Wir müssen uns am Riemen reißen." Feldmann bezeichnete die getroffenen Maßnahmen als "teilweise heftig". "Das ist uns nicht leicht gefallen, und da werden einige erst einmal heftig schlucken müssen", so der Oberbürgermeister. "Aber das ist der Preis, den wir bezahlen müssen, um einen zweiten Lockdown zu verhindern."

In Frankfurt hat sich das Coronavirus in den vergangenen Tagen rasant ausgebreitet. Gestern lag die wichtige Sieben-Tage-Inzidenz, die Auskunft darüber gibt, wie viele Menschen sich pro 100 000 Einwohnern in der vergangenen Woche mit Covid-19 infiziert haben, nach Angaben des Hessischen Sozialministeriums bei 46,5. Ab 50 Neuinfektionen gilt Alarmstufe Rot. Gesundheitsdezernent Majer rechnet damit, dass die Stadt schon heute diesen Wert überschreitet und damit die nächste Eskalationsstufe des Landes erreicht.

"Viele Bürger haben dazu beigetragen, dass wir in dieser Situation sind", sagte Majer. "Wir werden aber durch keine behördliche Maßnahme die Kehrtwende hinbekommen. Es wird uns nur gelingen, wenn die Menschen aufwachen." Majer appellierte an die Frankfurter, die Maßnahmen ernst zu nehmen, Abstand zu halten und eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Kinnvisiere seien jedoch keine Infektionsschutzmaßnahme. "Dann braucht man auch gar nichts zu tragen. Das ist ein kosmetisches Accessoire."

In welchen Einkaufsstraßen die Maskenpflicht und auf welchen Plätzen das Alkoholverbot genau gelten sollen, wird am Donnerstag konkretisiert. Da zunächst eine Allgemeinverfügung der Stadt veröffentlicht werden muss, treten die Maßnahmen nicht sofort in Kraft.

Die Stadt erwägt zudem, den "Herbst in der Stadt" zu verschieben. Die Veranstaltung mit 40 Fahrgeschäften und Buden in der Innenstadt soll am Donnerstag starten. Zumindest soll das Hygienekonzept überarbeitet werden.

"Wir nehmen die Pandemie ernst, gar keine Frage", sagte René Gottschalk, Leiter des Gesundheitsamts. Es gehe jetzt darum, die vulnerable Gruppe zu schützen.

Insgesamt wurden seit Ausbruch der Pandemie in Frankfurt 3775 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Davon gelten 3247 Frankfurter inzwischen als genesen. 456 Menschen haben aktuell noch mit den Symptomen der Lungenerkrankung zu kämpfen, 72 Menschen sind an den Folgen gestorben. In häuslicher Quarantäne befinden sich derzeit 846 Kontaktpersonen. (Julia Lorenz)

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