30 Menschen steckten sich in den vergangenen Tagen in einem Paketzentrum mit Corona an. Und die Tests gehen weiter.
+
30 Menschen steckten sich in den vergangenen Tagen in einem Paketzentrum mit Corona an. Und die Tests gehen weiter.

Covid

Corona-Zahlen in Frankfurt steigen wieder

  • Julia Lorenz
    vonJulia Lorenz
    schließen

Seit Kurzem gilt in Frankfurt wieder Warnstufe 2. Das ist aber dramatischer, als es klingt - noch. Denn die erhöhte Fallzahl kommt von zwei Massenansteckungen in einem Paketzentrum und einer Kirchengemeinde. Wenn wir nicht besser aufpassen, kann es aber schnell wieder zu Einschränkungen kommen.

Frankfurt -Der Corona-Ausbruch in einem DHL-Paketzentrum in Obertshausen (Landkreis Offenbach) und eine Gebetsstunde in einer freichristlichen Gemeinde wirken sich auf die steigende Zahl der Neuinfektionen in Frankfurt in den vergangenen Tagen aus. Das hat gestern eine Sprecherin des Gesundheitsdezernats im Gespräch mit dieser Zeitung gesagt.

"Alleine 30 bestätigte Fälle gehen auf Kontakte zu dem Paketzentrum zurück", sagte Kirsten Gerstner vom Gesundheitsdezernat. "Es wird aber noch weiter getestet." Zudem seien zwölf Gläubige der freichristlichen Gemeinde positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Ob während der Gebetsstunde ohne Maske gesungen oder kein Abstand gehalten wurde, sei noch nicht bekannt.

459 Frankfurter sind in Quarantäne

Fest steht aber: Seit Ende der vergangenen Woche steigt die Zahl der Neuinfektionen mit Covid-19 wieder rasant an. Insgesamt wurden nach Angaben der Stadt seit Ausbruch des Virus bis gestern 3383 Menschen positiv getestet. Davon gelten 3039 Frankfurter inzwischen als genesen, 273 Menschen haben aktuell noch mit den Symptomen zu kämpfen, 71 Personen sind bisher an den Folgen des Virus gestorben. Der Großteil der Infizierten ist zwischen 20 und 50 Jahre alt. 148 Reiserückkehrer wurden in den vergangenen vier Wochen positiv auf Sars-CoV-2 getestet. 459 Frankfurter befinden sich derzeit in häuslicher Quarantäne.

Die wichtige Sieben-Tage-Inzidenz, die Auskunft darüber gibt, wie viele Neuinfektionen es pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen gegeben hat, lag gestern bei einem Wert von 26,4. Das bedeutet: Frankfurt hat die erste Warnstufe wieder überschritten und Phase 2 des Eskalationskonzepts der hessischen Landesregierung erreicht. Jetzt gelten wieder eine erhöhte Aufmerksamkeit sowie eine verstärkte Informationspflicht. Weitere Maßnahmen will die Stadt zunächst aber nicht ergreifen.

"Der Großteil der Neuinfektionen geht auf zwei große Cluster zurück", sagte Kirsten Gerstner vom Gesundheitsdezernat. "Das ist gut eingrenzbar, die Kontaktpersonen sind gut nachzuverfolgen." Viele von ihnen seien auch schon in Quarantäne. "Deshalb sind für die Öffentlichkeit im Moment noch keine weiteren Maßnahmen notwendig." Erst wenn die nächste Warnstufe, die ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 gilt, noch näher rücke, müssten weitere Maßnahmen ergriffen werden. Dann können auch wieder strengere Kontaktbeschränkungen in Kraft treten.

Gerstner sagte aber auch schon jetzt: "Wir sehen eine gewisse Sorglosigkeit bei den Menschen." Mit den geltenden Hygienevorschriften wie dem Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung und dem Abstandhalten werde nachlässiger umgegangen.

Zuletzt waren die Zahlen im August so hoch

Zuletzt waren die Zahlen der Neuinfektionen am Ende der Sommerferien, als viele Frankfurter aus dem Urlaub zurückkamen, so stark angestiegen. Deshalb hatte die Stadt für zwei Wochen eine Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen angeordnet. Zudem gab es verschärfte Kontrollen der Hygieneregeln, ein Verbot von öffentlichen Veranstaltungen mit mehr als 250 Teilnehmern und mehr Personal für das Gesundheitsamt, um die Infektionsketten nachzuverfolgen. Der höchste Wert mit 34 bestätigten Fällen pro 100 000 Einwohnern binnen sieben Tagen wurde am 24. August erreicht. Danach sanken die Zahlen wieder - bis jetzt. Und die nächsten Ferien stehen schon in den Startlöchern. Am Montag beginnen die Herbstferien.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare