Droht eine Epidemie?

Coronavirus könnte sich über Flughafen Frankfurt in Deutschland ausbreiten

Der Flughafen Frankfurt ist ein potenzielles „Einfallstor“ für das Coronavirus in Deutschland, sagen Experten. Fraport zieht nun Konsequenzen.

  • Erster Fall von Coronavirus in Deutschland
  • Flughafen Frankfurt ist "Einfallstor" für das Coronavirus
  • Betreibergesellschaft Fraport zieht Konsequenzen

Experten befürchten, das neuartige Coronavirus könnte sich über den Flughafen Frankfurt in Deutschland ausbreiten. Diese Einschätzung des Gesundheitsamtes in Frankfurt wirkt beängstigend - der Betreiber Fraport ist jedoch gerüstet.

Flughafen Frankfurt zieht Konsequenzen

Die Betreibergesellschaft des Flughafen Frankfurt zieht Konsequenzen. Wie Medien berichten, müssen Passagiere, die aus betroffenen Gebieten nach Deutschland einreisen, einen Fragebogen ausfüllen. Hatten sie davor Kontakt zu Coronavirus-Erkrankten, werden sie im Flugzeug von den anderen Reisenden isoliert und nach der Landung im Flughafen Frankfurt umgehend von einem Arzt untersucht. Wird der Verdacht bestätigt, stehen weitere Tests in der Uniklinik  Frankfurt an, das auf die Diagnostik und Therapie von Coronavirus Fällen vorbereitet sei. 

Coronavirus breitet sich aus - Tausende Passagiere in Quarantäne

Seit Wochen kursieren Meldungen über Infektionen des Coronavirus außerhalb der chinesischen Provinz Hubei. Betroffen waren Anfangs vor allem Länder im asiatischen Raum wie Thailand, Nepal und Malaysia. Kurz darauf wurden auch Erkrankungen in USA, Australien, Frankreich und Deutschland bekannt. Die größte Gefahr der Ausbreitung besteht über Touristen, die aus den Krisenregionen die Heimreise antreten und die Lungenkrankheit einschleppen. Um die Epidemie so gut es geht einzugrenzen, werden teilweise drakonische Maßnahmen getroffen: Kreuzfahrtschiffe liegen wochenlang von der Außenwelt isoliert vor Anker, Flugzeugpassagiere werden sofort nach der Landung einquartiert, tausende Reisende stehen weltweit unter Quarantäne. 

Deutschland: Gesundheitsminister Spahn bezweifelt Wirksamkeit der Maßnahmen

Gesundheitsminister Jens Spahn hatte sich Mitte Februar noch gegen Tests an Flughäfen in Deutschland ausgesprochen. Es sei nicht sinnvoll, da viele Passagiere trotz nachgewiesener Infektion keine Symptome zeigten. Wieder andere zeigten erhöhte Temperaturen, obwohl sie nicht am Coronavirus erkrankt sind. "Fiebermessen an den Flughäfen macht keinen Sinn", so Spahn im Bundestag. Auch die Airlines am Flughafen Frankfurt zweifeln an der Wirksamkeit solcher Maßnahmen. Bei der Lufthansa hat sich noch niemand als potenziell Infizierter gemeldet. Andere Airlines bestätigten bereits einige Fälle, die sich jedoch alle als Fehl-Alarm herausstellten: Die Passagiere hatten die Frage falsch verstanden. 

Flughafen Frankfurt ist gegen Coronavirus gerüstet

Den kompetenten Umgang mit Krisensituationen konnte der Flughafen Frankfurt bereits Anfang Februar unter Beweis stellen. Eine Bundeswehr-Maschine hatte damals 126 Menschen aus der chinesischen Provinzhauptstadt Wuhan nach Deutschland ausgeflogen. Binnen kurzer Zeit waren alle Passagiere von Medizinern begutachtet und unter Quarantäne gestellt worden. Bei zwei Reisenden wurde eine Infektion mit dem Coronavirus bestätigt. Sie wurden umgehend in die Uniklinik Frankfurt gebracht und dort behandelt. Beiden gehe es mittlerweile wieder „sehr gut“, wie die behandelnden Ärzte dem SWR mitteilten. Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung durch das Coronavirus ist nach Einschätzungen des Robert-Koch-Instituts nach wie vor gering. 

Von Paulina Henning von Lange

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Die Corona-Krise macht auch Airlines am Flughafen zu schaffen. Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann hat daher eine Verstaatlichung der Lufthansa aufgrund der Corona-Krise gefordert.

Rubriklistenbild: © Boris Roessler / dpa

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