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DRK-Mitarbeiter simulieren einen Stäbchentest im Bus. Im Echtfall tragen sie Schutzbekleidung. 

Coronavirus

Coronavirus in Frankfurt: Senioren werden im Bus getestet

DRK kommt in Frankfurt mit mobiler Corona-Test-Taskforce zu Seniorenheimen, um Bewohner und Mitarbeiter zu untersuchen.

  • Das Coronavirus hält Frankfurt in Atem
  • Vor allem für Seniorenheime besteht ein enormes Risiko
  • Das DRK testet Senioren jetzt in einem Bus

Frankfurt -Der Arbeitstag beginnt früh für Matthias Bollinger und seine Kollegen. Um 7 Uhr treffen sich die Mediziner des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Frankfurt auf dem Messegelände. Dort parkt ein zum mobilen Corona-Testcenter umgebauter Linienbus.

Coronavirus in Frankfurt: DRK erstellt Konzept für mobile Corona-Test-Taskforce

Beauftragt von der Stadt, hat das DRK ein Konzept für eine mobile Corona-Test-Taskforce erstellt. Ziel sollte es sein, in einem möglichst effizienten Verfahren allen Menschen, die in einer Einrichtung leben, einen Test auf Sars-CoV2 zu ermöglichen. Dabei herausgekommen ist der Bus. Seit Dienstag steuert er von der Messe aus Alten- und Pflegeheime an, um deren Bewohner und Pflegepersonal auf eine mögliche Corona-Infektion zu testen. Der Bus ermögliche einen minimalen Einsatz an Ressourcen.

"Ältere und Schwächere brauchen in diesen Zeiten besonderen Schutz", sagt Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). "Erfahrungen aus anderen Städten mit teils dramatisch hohen Fallzahlen zeigen, wie immens wichtig es ist, gerade die Bewohner und das Pflegepersonal in Alten- und Pflegeheimen so schnell wie möglich zu testen." Stefan Majer (Grüne), der als Gesundheitsdezernent den Krisenstab leitet, betont, eine Krise erfordere schnelles Handeln. Deshalb sei die Stadt bei dem Projekt auch in Vorkasse getreten. "Schnelligkeit und Eindeutigkeit haben Priorität. Wir werden unser Menschenmöglichstes tun", verspricht er.

Coronavirus in Frankfurt: 20 bis 25 Tests in einer Stunde

Welche Einrichtung das mobile Testcenter wann anfährt, legt das Gesundheitsamt in Abstimmung mit dem Jugend- und Sozialamt fest. Vorrang haben die Einrichtungen, in denen bereits eine Corona-Infektion aufgetreten ist. Auch Bewohner und Mitarbeiter von Flüchtlingsunterkünften und Behinderteneinrichtungen mit bekannten Infektionsfällen werden getestet. Das DRK rechnet mit 8000 Tests in 500 Einrichtungen. Ziel sei es, alle Tests in diesem Monat abzuschließen. "In der Stunde schaffen wir 20 bis 25 Tests", sagt Bezirksgeschäftsführer Dierk Dallwitz. Die Mediziner seien zehn Stunden am Tag unterwegs, auch an Wochenenden und Feiertagen.

Das Team, bestehend aus drei Personen - einem Arzt und zwei Assistenten - trage Schutzanzüge, Handschuhe, Masken und Schutzbrillen, erläutert Matthias Bollinger. Der Schutz werde alle zwei Stunden gewechselt. Dass das DRK so gut mit Schutzausrüstung und Material versorgt sei, liege daran, dass man die Gefahr früh erkannt habe. "Wir haben bereits Anfang Januar angefangen, uns ein kleines Depot anzulegen." Davon profitiere man jetzt.

Coronavirus in Frankfurt: Bus mit Stäbchentest

Der Bus gewährt einen barrierefreien Zugang; beim Stäbchentest trennt eine Schutzwand Tester und Patient voneinander. Alle infektiösen und nicht gehfähigen Patienten werden auf ihren Zimmern getestet. Die Proben kommen am Abend ins Labor, die Ergebnisse sollen innerhalb von 24 bis 72 Stunden vorliegen. Dann werden die Getesteten per Brief über ihr Ergebnis informiert. Das Labor gibt positive Testergebnisse auf das Coronavirus zudem an das Gesundheitsamt weiter, so dass weiterführende Schritte eingeleitet werden können.

"Wichtig ist, die Schutzmaßnahmen in den Einrichtungen bei negativen Testergebnissen nicht zu lockern", betont DRK-Bezirksgeschäftsführer Dallwitz. Doch er weiß auch: "Mit unserer mobilen Corona-Test-Taskforce können wir ein Stück Sicherheit schaffen." 

HELEN SCHINDLER

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