Die Lufthansa fliegt trotz der neuen Corona-Virusvariante weiterhin nach Südafrika.
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Die Lufthansa fliegt trotz der neuen Corona-Virusvariante weiterhin nach Südafrika – auch vom Flughafen Frankfurt aus.

Coronavirus

Flughafen Frankfurt: Lufthansa fliegt weiterhin Omikron-Gebiete an

  • VonKim Hornickel
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Trotz Reisewarnungen der deutschen Bundesregierung fliegt die Lufthansa weiterhin Ziele in Virusvariantengebieten an. Jetzt bezieht die Airline Stellung.

Frankfurt – Die Fluggesellschaft Lufthansa will auch weiterhin Ziele in Südafrika und auf dem afrikanischen Kontinent anfliegen. Und das, obwohl dort die Corona-Mutante Omikron grassiert. In Südafrika sind bereits über 100 Menschen mit der neuen Virusvariante infiziert, wie das RKI mitteilte.

Ende November war die neuartige Virusmutation Omikron des Coronavirus auch in Deutschland und in Hessen angekommen. Die deutsche Bundesregierung hatte Südafrika und weitere südafrikanische Staaten daraufhin noch am Sonntag (28.11.2021) zu Virusvariantengebieten erklärt. Und das hat weitreichende Folgen für die Menschen in den betroffenen Gebieten. Denn seit der Entscheidung der Regierung dürfen Fluggesellschaften nur noch deutsche Staatsbürger aus den afrikanischen Staaten nach Deutschland befördern. Andere Länder, darunter Österreich und die Schweiz, haben Landeverbote für Flugreisen aus diesen Ländern erlassen. Der Tourismusverkehr mit Südafrika ist auch am Flughafen Frankfurt lahmgelegt.

Corona-Variante Omikron: Lufthansa fliegt Süden von Afrika vom Flughafen Frankfurt aus an

Trotzdem hat sich die Lufthansa dazu entschieden, Ziele in Südafrika und Namibia, auch vom Frankfurter Flughafen aus, weiter anzufliegen. „Virusvariantengebiet heißt nicht, dass es Reiseverbote gibt“, erklärte ein Sprecher der Lufthansa gegenüber unserer Redaktion. Reisende aus den betroffenen Gebieten müssen derzeit, unabhängig davon, ob sie geimpft oder genesen sind, für 14 Tage in Quarantäne.

Eine Einschränkung ihrer Flüge sieht die Lufthansa als nicht notwendig an. Die Fluggesellschaft halte sich lediglich an staatliche Regularien, erklärte ein Sprecher auf Nachfrage. „Lufthansa, Swiss, Edelweiss und Eurowings Discover setzen alle behördlichen Vorgaben der Einreiseverordnungen Deutschlands wie auch der Schweiz um.“ Damit folgt die Lufthansa anderen Fluggesellschaften, wie British Airways, die weiterhin betroffene Ziele in Afrika ansteuern. In den vergangenen Tagen hatte British Airways den Flugverkehr aus diesen Gebieten nur kurzfristig eingestellt.

Lufthansa-Sprecher: „Wir folgen nur Verordnungen“

Ein Sprecher der Lufthansa verwies außerdem auf die gesetzlichen Verordnungen, die den Rahmen für die Airlines, die vom Frankfurter Flughafen starten, setzten. „Wenn die Menschen die festgelegten Bedingungen erfüllen, ist das in Ordnung.“ Die Lufthansa sehe sich zusätzlich in der Pflicht, deutschen Staatsbürger weiterhin eine Rückreise nach Deutschland zu ermöglichen. Es handele sich hierbei nicht ausschließlich um Touristen, sondern vor allem um Menschen, die humanitäre Hilfe in Afrika leisteten, so der Sprecher.

Und auch die Bundesregierung versucht zu beschwichtigen. „Wir waren, sind und bleiben bei der Einreise vorsichtig. Diese neu entdeckte Variante besorgt uns, daher handeln wir hier proaktiv und frühzeitig. Das Letzte, was uns jetzt noch fehlt, ist eine eingeschleppte neue Variante, die noch mehr Probleme macht“, erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf der Homepage der Regierung.

Virusvariante Omikron: Lufthansa bei Prognose für die nächsten Wochen zurückhaltend

Doch das Kontrollnetz, das eine Ausbreitung von Omikron in Deutschland verhindern sollte, könnte zu spät gegriffen haben. Denn Reiserückkehrer aus dem Süden von Afrika, die vor der Erklärung zum Virusvariantengebiet eingereist sind, fielen noch nicht unter die strengen Quarantäneregeln. Deshalb bat der Bundesgesundheitsminister die Bevölkerung jetzt um Mithilfe. Spahn forderte alle Reiserückkehr, die bereits vor einigen Tagen aus Südafrika eingereist waren, auf, sich freiwillig mit einem PCR-Test zu unterziehen.

Ob die Lufthansa und ihre Tochtergesellschaften – Swiss, Edelweiss und Eurowings Discover – auch weiterhin die von Omikron betroffenen Gebiete in Afrika anfliegen werden, sei im Moment noch nicht absehbar, erklärte der Sprecher. „Wir prüfen die Lage und schauen dann weiter, wenn es echte Flugverbote geben sollte, statt nur Virusvariantengebiete.“ Eine Prognose für den Flugverkehr in diese Gebiete, innerhalb der nächsten Tage und Wochen, wollte die Lufthansa nicht abgeben. (Kim Hornickel)

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